Freitag, 29. November 2019

Das bisschen Haushalt...

Donnerstag ist üblicherweise mein Putztag. Und ich gestehe es ehrlich: Ich bin jetzt nicht der große Fan. Also ich puzzle ja gerne in der Küche rum, und auch Bügeln und Einkaufen sind irgendwie ok, aber Putzen... Eigentlich müsste das ja was zutiefst Befriedigendes sein, schließlich sieht man direkt das Ergebnis, aber ich bin immer froh, wenn ich diese Aufgabe hinter mich gebracht hab. Aufteilen auf einzelne Wochentage bringt übrigens nix, am besten klappt es bei mir, wenn ich alles auf ein Mal erledige.

Manchmal, wenn mir so komplett die Motivation fehlt, schau ich mir Videos von amerikanischen Hausfrauen mit 8 bis 10 Kindern an, und wie die den Haushalt so wuppen. Ich sag mir dann immer, deren Häuser sind so viel größer, und so eine große Familie macht viel mehr Unordnung, Dreck und Durcheinander - eigentlich sollte ich mich doch freuen. Zwei Erwachsene, zwei Hunde, ein mittelgroßer Bungalow, das ist doch alles halb so wild. Funktioniert auch meistens.

Gelang gestern aber nur so mittelprächtig, und ich erlitt einen heftigen Anfall von Prokrastination. Habt Ihr schon mal Plätzchen im Waffeleisen statt im Backofen gebacken? Ich nicht, jedenfalls bis gestern. Also Teig geknetet, kurz gekühlt, in kastaniengroße Kugeln gerollt und in das Waffeleisen geschmissen. Geht schnell, ist mal was Anderes, und außerdem macht das Eisen ein nettes Muster in die Kekse. 


Und wie man an der zweiten Reihe von oben sehen kann, muss man immer mal nachschauen, die sind nämlich verdammt schnell fertig! Werden ganz knusprig, und in einer Blechdose bleiben sie das auch eine Weile, sofern sie nicht vorher vernichtet werden.

Insofern war ich mit dem Aufschiebe-Projekt schneller fertig als erwartet, und es blieb mir noch genügend Zeit, mich der Reinigung unserer vier (oder mehr) Wände zu widmen. Zur Belohnung gab's dann das hier:


Habt einen schönen ersten Advent!

Montag, 25. November 2019

Einen guten Start in die neue Woche!

Hey, schon wieder ist ein Wochenende wie im Flug vergangen - lag vielleicht daran, dass es mal nicht wie aus Eimern geschüttet hat, sondern sehr sonnig gewesen ist. 

Samstag war ich mal wieder einigermaßen produktiv. Man nehme: einen Ast von meiner Zersäbelungsaktion, ein bisschen Paketschnur, drei Fläschchen, in denen einstmals Balsamico-Essig war und einen (künstlichen) Eukalyptus-Zweig vom Möbelschweden, der es letztes Jahr nicht mehr in den Deko-Kranz geschafft hat, und zack, ein Wandbehang, der sogar dem Wetterhamster gefiel. Passt zwar nicht ins Wohnzimmer, aber im Kellerflur macht er sich ganz gut. Spricht natürlich nichts dagegen, da im Frühjahr/Sommer echte Blümchen reinzustecken.




Im letzten Jahr hab ich es mit den Weihnachtsplätzchen ein bisschen übertrieben. Zu viele Sorten, zu große Mengen, zu viel Speck auf der Hüfte... Ganz ohne Plätzchen geht es natürlich nicht, aber für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, etwas weniger zu backen, und so wurden es am Samstag Haselnussmakrönchen (zwar nicht kalorien-, aber zumindest einigermaßen fettfrei), Husarenkrapfen mit Himbeergelee und den Klassiker Vanillekipferl. Davon hab ich jeweils nur eine Portion gemacht, und damit sie bis Weihnachten reichen, hab ich sie in den Keller gestellt - aus den Augen, aus dem Sinn (hoffentlich). Deshalb gab es gestern auch keinen Kuchen zum Sonntagskaffee, sondern ein paar Kekse und Apfelspalten und Kaffee mit Zimtsirup. Gesund und lecker!


Ein bisschen was hab ich noch ausprobiert: Kleine Anhänger aus Holzperlen und Stoffbändern - z. B. als Geschenkanhänger oder für den Christbaum; mit stabilem Garn aufgefädelt und ungiftiger Holzlasur würden sie auch als Babyspielzeug durchgehen... Niedlich, oder?


Aus dem Lexikon des unnützen Wissens: "Do they know it's Christmas" wird dieses Jahr 35 Jahre - unglaublich, oder?

Kommt gut in die neue Woche!

Freitag, 22. November 2019

Ein Wort mit fünf "tz"?

Na klar, Mortzatzventzkrantzkertze! :-) OK, damit hab ich das Niveaulimbo für diese Woche auch hinter mich gebracht. Aber Ihr ahnt, ich bin schon ein bisschen in Weihnachtsstimmung, und deshalb hab ich die Außendeko schon mal erledigt. Naja, so ganz freiwillig war das nicht, zumindest nicht der Zeitpunkt. 

Aber von vorn: Neulich lag ein Brief in unserem Garten von unseren Nachbarn, deren Garten an unseren stößt, quasi Rücken an Rücken. Sie baten ganz höflich, ob wir nicht unsere Bäume etwas beschneiden könnten, die wären mittlerweile so hoch, dass es fast bedrückend wäre. Nun gut, ich fand die Vorgehensweise der Kontaktaufnahme ein bisschen seltsam, man hätte ja auch mal klingeln können. Soweit ich mich erinnere, haben weder der Wetterhamster noch ich je fremde Menschen gebissen. Aber die Herrschaften hatten nicht ganz unrecht, und so haben wir in Ermangelung einer ausreichend langen Leiter die Gartenbaufirma, die unseren Zaun reparieren musste, gebeten, die Baumschneidearbeiten gleich mit zu erledigen. Kurze Zeit später hatten wir wieder einen Brief im Garten liegen - das wäre ja alles ganz gut und schön, aber da wären immer noch viel Äste, die über Nachbars Zaun hingen. Da hatten die Gartenbauer es gut gemeint und nur in der Höhe beschnitten, weil sie die Nachbarn nicht belästigen wollten, um von deren Garten aus die Rückseite unserer Bäume zu kürzen. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint, Ihr kennt das ja. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als in einer Mittagspause die überhängenden Äste abzusäbeln. 

Tja, und dann war unser Garten auf einmal voll mit Grünschnitt. Da wir (noch) kein Fichtenmoped (aka Motorsäge) haben, hab ich also erst mal sortiert nach tannenähnlichem Zeug, das sich noch für Weihnachten weiterverwenden lässt, dann hab ich von dem Rest die Blätter abgezwickt und in die grüne Tonne gestopft. Danach war ich dann mehrere Tage damit beschäftigt, dünnere Äste auf kaminkompatible Längen zu kürzen und dickere Äste in den Schraubstock zu klemmen und mit der Säge ebenfalls handlich zu machen. Und so stand ich Ende Oktober da mit meinem Tannenbaum-Puzzle:


Das ganze Grünzeug hab ich dann zu Girlanden gewunden, mit Christbaumkugeln aufgehübscht und an den Fensterbänken befestigt. Wollte ich sowieso machen, allerdings nicht ganz so früh. Und da die Haustür auch noch ein bisschen Grün vertragen konnte, hab ich kurzerhand noch einen Kranz gebastelt. 




Weil unser Vorgarten seit der Umgestaltung sehr minimalistisch wirkt, sollte noch ein bisschen Farbe in den Eingang. Ich hatte mir einen Geschenkestapel in den Kopf gesetzt, und weil der Wind und Wetter ausgesetzt ist, musste ich die Kartons, die ich dafür verwenden wollte, möglichst regenabweisend verpacken. Beim Versandhändler meiner Wahl gab es nur Geschenkfolie für 25 Euro, das hab ich irgendwie nicht eingesehen. Im Baumarkt dachte ich erst an Klebefolie, die zwar günstiger, aber immer noch kein Schnäppchen war - immerhin geht es hier um Deko, nicht um etwas Lebensnotwendiges. Und dann fielen mir Folientischdecken in die Hände - Bingo! Die hab ich doppelt genommen, damit die Farbe nicht so transparent wirkte. Die drei Pakete habe ich dann auf einen ausrangierten Sonnenschirmstab aufgespießt und das ganze Arrangement in einen Pflanzkübel gesteckt, damit mir das Ganze bei der nächsten Windböe nicht durch die Gegend fliegt.


Natürlich bin ich auch schon mitten in der Weihnachtsgeschenkeproduktion. Da die Zu-Beschenkenden teilweise mitlesen, kann ich davon allerdings erst nach der Bescherung berichten :-) Aber ich kann ja was zeigen, was ich nicht verschenken werde. Ich wollte eigentlich Stoffservietten nähen und dazu einen Rollsaum-Nähfuß ausprobieren. Sah einfach aus, war es aber nicht, außerdem waren die Servietten für meinen Geschmack dann doch ein bisschen zu klein geraten. Na gut, dann nehme ich sie für mich und nutze sie als Taschentücher. Ist immer gut, einen Plan B zu haben :)


Wir haben übrigens mittlerweile ein drittes Briefchen im Garten gefunden - diesmal mit einem netten Dankeschön!

Mittwoch, 20. November 2019

Tücken der Technik

Manchmal ist einfach der Wurm drin...

Gestern hab ich beschlossen, mein TetraPak-Dorf nicht weiter auszubauen; es sieht - wie ich finde - richtig toll aus. Allerdings hab ich festgestellt, dass ich zwar jede Menge LED-Teelichter habe, aber nicht mehr alle davon leuchten. Ausgerechnet eins hat mir gefehlt, und so hab ich ein herkömmliches Teelicht mit echter, brennender Flamme in eines der Häuser gestellt. Den Unterschied kann man erkennen, es ist das Häuschen ganz links.


Der Wetterhamster fand es auch toll und meinte, ich solle ein Video davon machen. Hab ich getan, aber das war extrem dunkel und nicht besonders stimmungsvoll. Er hat dann mit seinem neueren Telefon ein besseres Video aufgenommen, diesmal sehr stimmungsvoll mit den flackernden LED-Lichtern. Weniger stimmungsvoll waren das dudelnde Radio und die hechelnde Else, die er dummerweise mit aufgenommen hatte. Er noch zu mir: Ist ja kein Problem, lösch' einfach das Audio raus.

Die Betonung liegt auf einfach. Erst hat er mir das Video mit iMessage geschickt, und ich hab mir das Filmchen als Anhang per Mail weitergeleitet, damit ich es auf dem Rechner speichern und ggf. bearbeiten kann. Außerdem erstelle ich die Blogbeiträge immer mit dem Rechner, das ist einfach komfortabler als mit dem Phone oder Pad. Und da war gleich mein nächstes Problem... Das Ding ließ sich entweder nur als Tonspur abspielen (ich wollte immer schon einen Musictrack mit einem hechelnden Hund haben), oder aber der Rechner benötigte irgendwelche kostenpflichtigen Codecs-Erweiterungen. Na toll!

Nach ein bisschen Recherche konnte ich eine Anwendung herunterladen, die das Video tatsächlich mit Bild und Ton abspielte. Es war kein Problem, beim Abspielen den Ton auszustellen, aber eigentlich wollte ich die Tonspur komplett löschen - nicht, dass Ihr beim Anschauen das Gefühl habt, Else sitzt Euch im Nacken :-)

Ich hab dann noch eine Weile rumexperimentiert, aber es lief immer irgendwie darauf hinaus, dass ich zwar gratis ein Programm zur Videobearbeitung herunterladen konnte, aber wenn ich das Video in der neuen Version abspeichern wollte, wurde es kostenpflichtig. Also hab ich gehofft, dass ich das Video eventuell noch bearbeiten kann, wenn ich es in den Blogbeitrag geladen habe - gesagt, getan. 

Und was ist das Ende vom Lied: Ich geh auf Video hochladen, wähle das Filmchen aus, ich starre gefühlt minutenlang auf den Hinweis "Video wird verarbeitet", um dann zu lesen: Beim Verarbeiten deines Videos ist ein Fehler aufgetreten. Grmpf!

Vielleicht probiere ich es nochmal mit einem neuen Video, wenn alle Häuschen mit LED-Lichtern beleuchtet sind, aber für heute vertraue ich auf Eure Vorstellungskraft und bewerbe mich bei "Deutschland sucht den Super DAU"!

DAU = Dümmster anzunehmender User :-)

Montag, 18. November 2019

Einfach schön!

Ein fantastisches Wochenende liegt hinter mir! Freitag war wie immer Einkaufen angesagt (der Wetterhamster musste mit Futter für sich und die Hunde versorgt werden, da ich einen Ausflug machen wollte). Somit wanderte also Bier (nur für den Hamster) und Pizza (für ihn und die Vierbeiner) in den Einkaufskorb, und mit einem knisternden Kaminfeuer wurde danach das Wochenende eingeläutet.

Samstagmorgen hab ich mich dann frohgemut auf den Weg in meine Heimatstadt gemacht, ein kleines Städtchen zwischen Köln und Aachen, wo ich meine Kindheit und Jugend verbracht habe, und zur Schule gegangen bin. Und wenn ich heute auch nicht mehr dort wohnen wollte, habe ich dennoch viele gute Erinnerungen daran. Der erste Grund für diese anderthalbstündige Fahrt in die Vergangenheit war das Mädchenfrühstück. Ähm, nächsten Monat werde ich 50, darf man da noch von Mädchen sprechen? Aber sicher, das ist nur eine Frage der inneren Einstellung :-) 

Was hat es damit auf sich? Seit ein paar Jahren - immer am zweiten oder dritten Samstag im November - treffen sich einige Mädels, mit denen ich damals (als wir noch auf Dinosauriern zur Schule ritten, ja ja) Abitur gemacht habe, in einem Café zum Frühstück. Obwohl unsere Lebenswege uns in unterschiedliche Richtungen geführt haben, haben wir immer wieder viel zu erzählen - Gemeinsamkeiten, Unterschiedliches, wir lachen und weinen zusammen, wir diskutieren, und es wird nicht nur in der Vergangenheit gekramt, sondern auch darüber gesprochen, was uns gerade so bewegt, was wir mögen, und was nicht, was uns ärgert und was uns freut. Eine Klassenkameradin schrieb gestern: Hier kann ich ich sein, und das trifft den Nagel auf den Kopf. Wir müssen keinem Bild entsprechen, keine Rolle einnehmen, keine Fassade aufrecht erhalten. Zwei, drei Stunden zusammensitzen, ein bisschen nach hinten, aber auch nach vorn schauen, sich austauschen und sich freuen, dass der Kontakt nicht abgerissen ist, auch nicht nach 30 Jahren. Einfach schön.

Danach bin ich bei meinen Eltern vorbeigefahren (dieser Ausdruck ist irgendwie sinnverfälscht, ich hab sie nämlich besucht). Dazu fällt mir gerade ein: Im Deutschen ist umfahren das Gegenteil von umfahren; aber ich schweife ab :-) Meine Eltern und ich halten zwar telefonisch ganz gut Kontakt, aber das letzte persönliche Treffen ist schon eine Weile her. Insofern war auch dies sehr schön und hat mich (und ich hoffe, auch meine Eltern) sehr gefreut.

Und danach ging es zu meiner, ich will nicht sagen, Sandkastenfreundin, denn als wir uns angefreundet haben, spielte keine von uns mehr mit Eimerchen, Schaufel und Förmchen. Ich hatte damals umzugsbedingt gerade die Schule gewechselt und kam frisch in die zweite Klasse in der Grundschule in unserem Stadtteil. Als der Chorleiter und Organist der gegenüberliegenden Kirche neue Kinder für den Chor gesucht hatte, hab ich spontan mitgemacht und so Bine kennengelernt, die just von der Grundschule aufs Lyzeum gewechselt hatte, aber ebenfalls im gleichen Stadtteil wohnte und bereits in dem besagten Chor sang. Was soll ich sagen? Das ist jetzt über 40 Jahre her, das muss erst mal einer nachmachen! Sicher ist der Kontakt nicht immer gleich eng, das ist wohl der Lauf des Lebens. Aber immer, wenn wir uns sehen, ist es, als wäre kaum Zeit vergangen. Und auch hier ist es so ähnlich wie mit den Mädchen vom Frühstück - keine muss sich verstellen, wir kennen uns, uns der Gesprächsstoff geht nicht aus, und es tat richtig gut, sich mal wieder persönlich auszutauschen, statt per Mail oder über die Sozialen Medien. Wir hatten einen tollen (karnevalistischen) Abend, ich hatte viel Gelegenheit, die Sprache meiner Heimat und Jugend zu hören und zu sprechen, und die ich auch nach 20 Jahren im Schwabenland nicht verleugnen kann, und als ich dann gestern Mittag wieder nach Hause gefahren bin, war nicht nur das Auto aufgetankt, sondern auch ich. Ich konnte die Seele baumeln lassen und starte voller Energie in die neue Woche!

Ach ja, und weil ich natürlich bei Bine nicht ohne Mitbringsel einfallen wollte, habe ich Spekulatiustrüffel gemacht. Wieder so ein Rezept mit wenigen Zutaten, das find ich ja immer gut. Sahne und Schokolade miteinander schmelzen, zerbröselte Spekulatiuskekse untermischen und festwerden lassen. Aus der erkalteten Masse Kugeln formen und die dann in einer Mischung aus braunem Zucker, Zimt und Kakao wälzen, das war's auch schon. 



Wie immer durfte eine hübsche Verpackung nicht fehlen, und das hier war tatsächlich mal ein Tetrapack! Ich habe ihn zerknautscht und geknetet, sodass sich die bedruckte äußere Schicht ablösen ließ. Innen ist immer noch die silberne Beschichtung, die ich für die Trüffel ganz passend halte - einerseits stabil, dass die Kugeln nicht zerdrückt werden und andererseits kann die Sahne dem Papier nichts anhaben. Mit Schleife und Zweig ganz entzückend, finde ich.



Lasst es Euch gutgehen und denkt immer mal wieder ans Auftanken...




Mittwoch, 13. November 2019

Singen ist wie Fahrrad fahren


Yay, ich kann's noch! Also, noch nicht ganz, aber mal von Anfang an...

Vor einigen Wochen wurde ich von meinem Arbeitgeber gefragt: What kind of type are you? Ich: Was wollen die denn wissen, geht's noch? Dann kamen aber die Antwortmöglichkeiten, und ich ahnte, wohin die Reise gehen sollte. Als da waren:
  • I am a professional singer
  • No one can beat me at Karaoke
  • Find me singing in the shower, usw...
Hintergrund ist die folgende - wie ich finde - sehr schöne Idee: Mitarbeiter meiner Firma aus Deutschland, Österreich und der Schweiz formen einen Chor und werden im Mai zusammen mit professionellen Musikern ein Konzert geben. Damit wollen wir in einer Welt, die oft von negativen Nachrichten dominiert wird, einen positiven Akzent setzen, und deshalb wurde speziell die Ode an die Freude ausgewählt. Darüber hinaus ist es ein tolles Projekt der Gemeinsamkeit und Zusammenarbeit in Zeiten von Aus- und Abgrenzung. Und endlich mal eine Aktion, die mich so richtig anspricht! Unsere üblichen Events wie gemeinsam Laufen ist jetzt nicht meine bevorzugte Freizeitaktivität, auch wenn die Almased Girls Euch hier vom Gegenteil überzeugen wollen :-)


Nun gut, gestern war also die erste von insgesamt zwölf Chorproben - für mich leider in der verbotenen Stadt, also Düsseldorf. In jeder größeren Niederlassung unserer Firma in Deutschland sowie in Zürich und Wien finden ab jetzt regelmäßig Proben statt, und dann werden wir am Konzertwochenende alle Chöre zu einem großen Chor zusammenführen. Ich kenn das von anderen Chorprojekten (z. B. Carmina Burana), aber dennoch bin ich sehr gespannt. Unsere Chorleiterin hat jedenfalls gestern ordentlich Gas gegeben: zwei Mal durchsingen pro Stimme und dann schon alle zusammen. Das fand ich ziemlich sportlich, dafür dass wir nicht nur geübte Chorsänger*innen, sondern auch absolute Laien dabei haben, die erst noch ihre Stimmlage finden müssen. Ich schätze, sie wollte uns ein wenig herausfordern, bzw. den Leuten eine Vorstellung von dem vermitteln, was da auf sie zukommt. Und bei aller Freude am Singen haben wir natürlich auch einen gewissen Anspruch an unser Tun. Es hat jedenfalls riesigen Spaß gemacht, und wenn ich auch zu Beginn gemerkt habe, dass ich zehn Jahre nur zu Hause gesungen habe, konnte ich 33 Jahre Chorerfahrung doch nicht ganz leugnen. Dennoch werde ich mich nicht auf die Proben allein verlassen können, sondern auch zu Hause üben müssen. Aber ich hab im Netz schon Übungsversionen gefunden mit meinem Alt (irgendwie logisch, oder?) besonders hervorgehoben und den restlichen Stimmen, also Sopran, Tenor und Bass im Hintergrund. Sollte also machbar sein, wenn auch möglicherweise zum Leidwesen meiner Mitbewohner... :-)


Autogramme gibt's dann im Mai!



Dienstag, 12. November 2019

Ich hab die Haare schön!




Mitte Juli hab ich das in meinem Lieblings-Drogeriemarkt entdeckt. Ich weiß nicht genau, ob ich den Post wegen Markennennung als Werbung kennzeichnen müsste, und um das zu umgehen, laviere ich da ein bisschen rum. Aber ich denke, man kann erahnen, wo ich das Ding her hab.

Ich mag diesen Drogeriemarkt sehr gerne, weil die eine Mischung bieten, die es Leuten, die sich bisher um Umweltschutz und gesunde Ernährung keine großen Gedanken gemacht haben, ganz leicht machen, damit mal anzufangen. Sicherlich findet man da auch viel Haushalts-Chemie und ähnliches, aber es gibt auch eine richtig gute Auswahl an Naturkosmetik und umweltfreundlichen Produkten. Die Eigenmarken sind qualitativ mit den bekannten Brands durchaus vergleichbar (vielleicht sogar identisch, wer weiß?), und meiner Meinung nach stimmt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein weiterer positiver Neben-Aspekt: Der ehemalige Chef dieser Kette setzt sich für das bedingungslose Grundeinkommen ein. Darüber ließe sich trefflich streiten, und ich will auch nicht zu sehr in die Tiefe gehen, aber ich halte dies für eine Option, die man durchaus mal gedanklich durchspielen könnte.

Anyway, im Sommer hab ich dieses feste Shampoo erstanden, und seit mein flüssiges Shampoo aufgebraucht war, hab ich es ausprobiert. Sieht aus wie ein rundes Stück Seife, der Duft ist sehr dezent, man könnte auch sagen, quasi nicht vorhanden. Aber das finde ich nicht so schlimm; zu Deo, Parfum, Gesichts- und Hautcreme brauch ich nicht zwingend noch einen weiteren Duft. Wider Erwarten schäumt das Shampoo sehr gut, und die Haare sind in Nullkommanix quietschesauber. Ich benutze keine Spülung, und beim Durchkämmen fühlt sich das Haar ein bisschen griffiger an, als mit meinem bisherigen Shampoo, aber beim Fönen und Styling kann ich keine Unterschiede erkennen. 

Meine Haare wasche ich jeden zweiten Tag und bin ziemlich regelmäßig alle acht Wochen beim Friseur, um mein Friedhofsblond (aka Grau) wieder in richtiges Blond umzuwandeln :-) Angesprochen, ob ihr was aufgefallen sei, meinte die Friseurin meines Vertrauens, dass meine Haare sich nicht verändert hätten. Gut, ich hab jetzt auch keine taillenlange Wallemähne, sondern einen kinnlangen Bob, aber auch hier würde man sehen, ob die Spitzen trockener sind als üblich oder der Ansatz fettiger als sonst. Das Shampoo-Stück passt genau in eine Dose meines Creme-Deos, und da kommt es nach Gebrauch rein, damit es trocknen kann (ich lege den Deckel nur auf). Man kann es sicherlich auch in einem Waschhandschuh aufbewahren, aber es sollte nicht im Wasser schwimmen, dann löst es sich nämlich auf. Ist bei Seife ja auch nicht anders. 

Auf den Tag genau habe ich es nicht vermerkt, aber gefühlt hat das feste Shampoo jetzt drei Monate gereicht. Keine schlechte Ausbeute, wie ich finde. Verpackt ist es in einer Pappschachtel statt in Plastik, und zum Reisen ist es superpraktisch. Es gibt zwar bisher nur Shampoo für normales Haar, aber mich hat es dennoch überzeugt, und deshalb hab ich mir letztens die zweite Duftvariante Kokos zugelegt. Sollte mich also zukünftig ein leichter Kokosduft umwehen - nein, ich hab mein Müsli nicht mit Batida de Coco angereichert! 


Montag, 11. November 2019

Ganz schön scharf!

Huhu Ihr Lieben, ein saukaltes, aber sonniges Wochenende liegt hinter mir, und ich war einigermaßen produktiv. Ich hab einige Sachen ausprobiert bzw. angefangen, und die sind daher noch Work in Progress. Lohnt sich also nicht, sie hier schon zu zeigen - ist doch schöner, wenn ich das, was am Ende dabei rauskommt, auch präsentieren kann.

Wie schon mal erwähnt, gibt es bei uns am Wochenende immer einen Kuchen. Diesmal habe ich einen Pfirsich-Vanillekuchen rausgesucht. Die Vanille kam von zwei Tütchen Vanillezucker und einem Päckchen Vanillepudding, was als Pulver unter den Teig gemischt wurde. Geschmacklich sehr lecker, aber ich fand das Verhältnis von Teig zu Obst nicht ganz so günstig. Der Kuchen war zwar nicht staubtrocken, konnte aber etwas Sahne vertragen. Wenn ich ihn nochmal machen sollte, würde ich ihn nicht in der Springform backen, sondern auf einem Backblech verteilen und die Menge der Pfirsiche verdoppeln.



Ich hab den Rest eingefroren, sodass ich nächste Woche, wenn ich unterwegs bin, nicht backen muss. Der sächsische Wetterhamster kann dann einfach was auftauen, wenn er Kuchen möchte. 

Samstagabend gab's mal wieder eine Bacon Bomb, allerdings nicht in der hochkalorischen Variante komplett mit gemischtem Hackfleisch gefüllt, sondern mit einem Blumenkohl innen drin. Die Vierbeiner haben auch was abbekommen und sich gefreut wie Bolle. Ich muss aber zugeben, dass es trotz Rinderhackfleisch und Gemüse nicht nur eine Bacon Bomb, sondern auch eine Kalorienbombe war. Nur gut, dass es kein Mittagessen gab und wir ausgiebig spazieren waren!


Tja, und da ich den Pfirsichkuchen in die Gefriertruhe befördert hatte, musste für Sonntagnachmittag eine Alternative her. Wenn man den sächsischen Wetterhamster nach seinen Wünschen fragt, ist die Standardantwort "Käsekuchen". Weil ich aber noch Äpfel rumliegen hatte, die verarbeitet werden sollten, habe ich kurzerhand Bratäpfel mit einer Art Cheesecake-Füllung gezaubert. Also die Äpfel ausgehöhlt, mit braunem Zucker und Zimt besprenkelt und dann Frischkäse mit Vanille-Aroma (selbstgemacht: Vanilleschoten in Wodka einlegen und ziehen lassen) und Puderzucker vermischt. Diese Masse kam in die Äpfel, anschließend Spekulatius-Krümel obendrauf und für ein Viertelstündchen in den Ofen. Muss ich definitiv wiederholen!


Allmählich wird das Wetter ja wieder usselich (ich liebe dieses rheinische Wort, gibt es doch genau wieder, wie es sich anfühlt: grau, nass, kalt und ungemütlich), das heißt, die Erkältungswelle steht vor der Tür und will schon mal zaghaft anklopfen. Erkältungen mag ich aber genauso gerne wie Volksmusik und Dicke Bohnen, deshalb muss sie bekämpft werden! Und es heißt ja, Medizin soll nicht lecker sein, sondern helfen. Wenn es danach geht, werden der Wetterhamster und ich diesen Winter definitiv nicht krank! Ich hatte Ingwer-Shots gezaubert, und die waren so verdammt scharf, dass es uns die Tränen in die Augen trieb. Verdünnt mit Orangensaft wärmen sie jetzt immer noch ordentlich, aber wir haben nicht das Gefühl, anschließend einen Feuerlöscher inhalieren zu müssen. Ich hab dann extra noch eingehender recherchiert, aber alle Rezepte, die ich gefunden hatte, waren ähnlich: Gut 100 g Ingwer, optional ein Apfel, Saft von drei Zitronen und 100 g Honig pürieren und gut vermixen. Davon ein paar Tage lang jeden Morgen ein Schnapsglas voll (daher "Shot" wie ein Schnaps im angelsächsischen Sprachraum auch genannt wird) trinken, und das Immunsystem ist gestärkt. Na hoffentlich!



Alaaf!


Dienstag, 5. November 2019

Ein Quilt ist kein Schottenrock

Ich hatte es ja schon angekündigt, dass ich Anfang November mal ein "show and tell" meiner gesammelten Werke veranstalten würde. Da meine Schwiegermama an Allerheiligen Geburtstag hat (dieses Jahr ein runder), sollte es ein besonderes Geschenk sein (ein Quilt natürlich), und deshalb musste dieser Post bis nach der Feier bzw. Geschenkübergabe warten. Hier jetzt alle in der Reihenfolge ihres Entstehens - tadaaa!

Mein allererster entstand für Marlene, das Nachbarsmädchen, daher natürlich in Rosa. Kleine Hintergrundinfo: Wenn die Amish People ihre Quilts nähen (übrigens häufig komplett von Hand), arbeiten sie immer einen kleinen Fehler ein, um den Quilt ein bisschen unvollkommen zu machen, denn ihrer Ansicht nach kann nur Gott vollkommen sein. Nun ja, ich schätze, in meinem ersten Quilt findet sich durchaus die eine oder andere Unvollkommenheit, allerdings hat das überhaupt nichts mit Religion zu tun :-)




Als nächstes hab ich mich fast ein bisschen übernommen, ich hatte mir nämlich einen Quilt fürs Wohnzimmer in den Kopf gesetzt, in den ich mich komplett einkuscheln konnte (nicht nur so ein Deckchen für den Schoß), und das Riesenmonster hat mich und meine Nähmaschine fast an unsere Grenzen gebracht. Aber die Farben passten genau in unser damaliges Wohnzimmer, und das Muster hat mir in seiner Schlichtheit unglaublich gut gefallen. Im Nachhinein hätte ich mich leichter getan mit einem Obertransportfuß für die Nähmaschine und einem dünneren Füllmaterial, aber dafür ist der Quilt auch besonders warm.



Anschließend hab ich die übriggebliebenen Stoffreste des Monsters für zwei Hundequilts verwendet. Quilts für Hunde, ist das nicht ein bisschen verrückt? Vielleicht. Aber andererseits waren die recht handlichen Formate wesentlich leichter unter der Nähmaschine zu navigieren, und ich konnte so das eine oder andere ausprobieren. Und was noch dazu kommt: Weil ich die gleichen Stoffe genommen hab, passen alle drei Decken gut zusammen. 



Und wo wir schon bei Quilts für die Familie sind, dürfen natürlich zwei für die Mädels nicht fehlen. Als erstes einer für Marie, die auf Eulen steht, deshalb hab ich auf dem Holländischen Stoffmarkt extra einen lustig-bunten Eulenstoff erlegt und ihn mit passenden Pünktchen-Stoffen in Rosa und Grün kombiniert.



Für Sarah wollte ich unbedingt was Schwarzes, am liebsten mit so barocken Mustern, aber auf besagtem Holländischen Stoffmarkt war nix zu bekommen, zumindest nicht in Baumwolle, und an Samt oder Brokat wollte ich mich mit meinen doch recht beschränkten Näh-Kenntnissen nicht heranwagen. Tja, also schnörkelig war der Plan, aber herausgekommen ist dann ein ganz geradliniger Quilt, aber immerhin ist es bei Schwarz als dominierender Farbe geblieben.



Danach erwartete die liebe Bini Nachwuchs, und mir war klar, es musste was Lustig-Buntes her. Ich weiß im Nachhinein gar nicht mehr, ob ich das Geschlecht des Babies bereits kannte, als ich den Quilt gemacht hab, aber irgendwie passt er ganz gut zu der fröhlichen Tilda.



Kurze Zeit später verkündete mir meine allerliebste Sekretariatskollegin Dani ihre ganz persönliche frohe Botschaft, und es verstand sich von selbst, dass ich auch sie mit einer Decke bedenken würde. Für Luise gab es einen Quilt aus hellblauem Vichy-Karo kombiniert mit Denim und quietscheroten Windmühlenflügeln. Hier habe ich die fransige Stoffkante absichtlich drangelassen, um den Flügeln noch das gewisse Etwas zu geben.



Das Ergebnis fand mein sächsischer Wetterhamster offensichtlich so gut, dass er kurzerhand seinem Arbeitskollegen, der ein paar Tage zuvor Vater eines kleinen Jungen geworden war, ebenfalls eine Decke als Geschenk versprach. OK, es war Ostern, das Wetter war ätzend, und so hab ich ein paar Tage durchgearbeitet. Friedrich bekam dann diesen Quilt mit viel Denim und bunten Akzenten.



Da ich das Bild seinerzeit auf Facebook gepostet hatte, wurde eine ehemalige Arbeitskollegin von mir aufmerksam und hat mich kontaktiert. So kam es zu meiner ersten und einzigen Auftragsarbeit für eine Babydecke. Gottseidank ließ sie mir völlig freie Hand, was das Design anging, und da ich den oder die Beschenkte nicht kannte, hab ich mich für neutrale, nicht ganz so baby-typische Farben und ein schlichtes, unaufgeregtes Muster entschieden. Die einzelnen zusammengenähten Stoffstücke waren ungefähr 5 x 5 cm groß, und das war eine ziemliche Fummelei. Aber das Ergebnis ist echt hübsch geworden und kann auch noch verwendet werden, wenn das Kind den Babyschuhen entwachsen ist.




Obwohl das Muster ziemlich aufwändig war, hat es mir so gut gefallen, dass ich den Stil nochmal aufgegriffen hab, diesmal für meine Schwester. Ilka und ihr Mann haben viel naturbelassenes Holz und helle Farben in ihrer Einrichtung, und ich dachte, der Quilt könnte ganz gut dazu passen.



Waren bei dem Auftragsquilt alle Quadrate identisch und vollkommen symmetrisch angeordnet, habe ich bei dem Schwesterquilt abwechseln Reihen von vier und drei Quadraten genäht, und in den Reihen mit vier Quadraten gab es einen Farbtupfer in Weinrot, wohingegen ich in den Reihen mit drei Quadraten jeweils Akzente in Sonnengelb gesetzt habe. Soweit ich weiß, verziert die Decke jetzt einen gemütlichen Lesesessel.

Bei der Reihenfolge komme ich gerade ein bisschen ins Schwimmen, aber teilweise habe ich auch parallel an verschiedenen Decken gewerkelt, deshalb kann ich es nicht so genau sagen. Jedenfalls hatte ich schon lange eine Kombination aus Denim und rotem Vichy-Karo im Kopf, und außerdem wollte ich ein wonky Log Cabin-Muster (Log Cabin = Blockhütte) ausprobieren. Das Log Cabin-Muster ist sehr traditionell, und dahinter steckt tatsächlich (wie so oft bei traditionellen Mustern) eine Bedeutung. Ursprünglich ist immer ein rotes Quadrat in der Mitte als Symbol für das zentrale Herdfeuer der Hütte, wobei die Farben drumherum zu einer Ecke hin heller und zur gegenüberliegenden Ecke dunkler werden, und versinnbildlichen so, wohin das Feuer leuchtet, und wohin kein Licht kommt. Das rote Herdfeuer habe ich übernommen, danach habe ich aber eine modernere Adaption mit schrägen, unsymmetrischen Stoffstücken gewählt, die ich ringsum das Quadrat genäht hab, ohne auf die Farbverteilung zu achten. Ich wollte nur die Stoffstücke möglichst effektiv einsetzen.



Ich muss aber gestehen, dass es mir im Laufe der Zeit echt etwas mühselig wurde, die teilweise doch recht schweren Decken durch die Nähmaschine zu fummeln. Allein der Jeans-Quilt wiegt doch eine ganze Menge. Nur zur Erklärung: So ein Ding besteht aus drei Schichten (Rückseite, Volumenvlies, Oberdecke), und gerade die Oberdecke bekommt nochmal zusätzliches Gewicht durch die zahlreichen Nähte.  Und dazu kommt: Wenn man  bei einer Decke von gut anderthalb Metern Breite oder Länge genau in der Mitte eine Naht setzen will, ist das links von der Nähnadel relativ egal, aber rechts von der Nadel muss man dann in die Lücke bis zum Arm der Nähmaschine den halben Quilt durchschieben. Ich roll das Material immer auf, und schiebe dann diese Rolle durch die Lücke, aber aufwändig und ein bisschen anstrengend ist es schon. Deshalb war ich auf der Suche nach einer Lösung, die mir und meiner Haushalts-Nähmaschine entgegen kommt und bin auf die Quilt as you go-Methode gestoßen. Das heißt, dass man immer nur einzelne Blocks zuschneidet und diese quiltet (also alle drei Lagen mit Nähten verbindet) und dann zusammennäht; erst einzelne Blocks, die zu Reihen verbunden werden, und dann werden die Reihen miteinander vernäht. Im Idealfall hat man so immer den Löwenanteil des zu verarbeitenden Materials auf der linken Seite der Nähnadel. 

Das erste Projekt nach dieser Methode war ein Geburtstagsquilt für meine Mama. Da sie es gerne "ein bisschen aufgeräumt" hat, habe ich ein schlichtes Muster gewählt und als Stoff wieder mal ein Vichy-Karo. Etwas außergewöhnlich hieran sind die fransigen, deutlich sicht- und fühlbaren Nähte - im Englischen ein sogenannter Rag-Quilt (rags = Lumpen oder Fetzen). Das bedeutet, man näht die einzelnen Blocks zusammen, versäubert die Nahtzugaben nicht, sondern schneidet sie ein, sodass sie nach ein, zwei Wäschen ganz puschelig werden und die einzelnen Blocks einrahmen. Sozusagen ein 3D-Effekt.


Das hat richtig gut geklappt, und deshalb hab ich nach eben diesem Prinzip gleich noch mal zwei schmälere Quilts für unsere Terrasse gemacht.



Danach kündigte sich bei meinem Chef Nachwuchs an, und natürlich konnte ich hier nicht gratulieren ohne eine Decke im Gepäck... Auch der Quilt für Nieke ist nach der Quilt as you go-Methode genäht, allerdings hab ich die einzelnen Blocks nicht fransig umrahmt, sondern eingefasst. Hierzu wird der rückwärtige Stoff größer zugeschnitten als Füllung und Oberstoff, und nach dem Zusammennähen kommt dieser Stoff mit nach vorne. Dort wird er auseinandergeklappt, umgeschlagen und knappkantig festgenäht. Zwar nicht so umständlich von der Handhabung her wie ein Komplett-Quilt, aber ich hab schon die eine oder andere Naht mehrfach genäht, bis sie einigermaßen ordentlich war. Dazu kam, dass ich mir ein etwas aufwändigeres Muster ausgesucht hatte... Hübsches Detail: Die einzelnen Stofflagen habe ich jeweils durch drei Nähte verbunden, die die Schnurrhaare der Katzenköpfe darstellen :-)



Danach habe ich eine ganze Weile keinen Quilt mehr genäht, aber dann kam der Geburtstag meiner Schwiegermama, und weil ich vor kurzem über dieses entzückende Muster gestolpert bin, musste das einfach sein! Ein moderner Quilt as you go mit Einfassung um die Blocks im Miezekatzen-Muster (wieder mal), und das Besondere an dieser Decke sind die Katzenohren, die nur an der Unterkante angenäht sind und ansonsten locker-flockig vor sich hin wackeln können. Bin mal gespannt, ob die lebenden Miezen von Schwiegermama die Stoffmiezen leben lassen :-)


Das waren sie also, die gesammelten Werke, und ich schätze, das bleibt vorerst auch so. Naja, zumindest bis ich wieder irgendwas sehe, das ich unbedingt ausprobieren muss...

Montag, 4. November 2019

Don't try this at home!


Das lange Wochenende (zumindest hier in NRW und ein paar anderen Bundesländern) ist vorbei, den montäglichen Stauwahnsinn zum Arbeitsbeginn hab ich dank eines Hörbuchs einigermaßen angenehm hinter mich gebracht, die Woche kann starten - Zeit für ein Resümee.

Donnerstagabend (also Halloween) kamen doch tatsächlich vier oder fünf kleine Kinder-Grüppchen, die bei uns geklingelt und ihr Sprüchlein aufgesagt haben. Obwohl ich sie ermuntert hab, gerne noch ein zweites oder drittes Mal in die Süßkram-Schüssel zu greifen, sehen wir uns leider gezwungen, die eine oder andere Gummispinne o. ä. selbst zu vertilgen :-)

Den Feiertag hab ich im Wesentlichen auf der Couch verbracht - die Hunde brauchten dringend Streicheleinheiten, und da konnte ich natürlich nicht nein sagen! Ich hatte trotzdem noch Zeit für einen Apfel-Käse-Kuchen mit Haferflocken-Walnuss-Streuseln. Im Rezept wurde eine Karamell-Sauce dazu empfohlen, aber Vanilleeis passte hervorragend.


Weil wir noch Weintrauben im Kühlschrank und einen Blätterteig in der Gefriertruhe hatten, die mal aufgebraucht werden sollten, gab es abends eine Tarte mit Hähnchen, Trauben und Haselnüssen (ja, irgendwie hab ich wohl gerade eine Nuss-Phase).


Zusammen mit einem naturtrüben Bierchen und einem Feuer im Kamin (wo auch sonst) war das ein sehr gemütlicher Abend. Sonntag hab ich mich dann endlich an die sogenannte vegane Leberwurst gemacht, die ich letztens aufgeschoben hatte. Und dank des Titels und des ersten Bilds ahnt ihr schon, was ich sagen will: Es ist gründlich schiefgegangen! Man könnte jetzt natürlich sagen, entweder echte Leberwurst oder irgend was Vegetarisches, aber immer diese kümmerlichen Versuche, tierische Produkte pflanzlich nachzubauen... Klar, könnte man - wenn man kein Fleisch isst, weil es einem nicht schmeckt. Wenn man aber Leberwurst eigentlich sehr lecker findet, aber aus ethisch-moralischen Gründen versucht, den Fleischkonsum zu reduzieren, ist so eine Alternative eigentlich keine schlechte Idee - finde ich zumindest.

Nun gut, das Rezept war im Grunde nicht kompliziert - eine Dose Kidneybohnen sollte püriert und gewürzt werden, und das sollte es dann auch gewesen sein. Blöd war nur, dass ich zwar Majoran, rote Zwiebeln, Knoblauch, Salz und Pfeffer da hatte; aber irgendwie hatte ich verdrängt, dass ich geräuchertes Paprikapulver gebraucht hätte. Beim Einkaufen in den üblichen Lebensmittelläden gab es nur die Varianten edelsüß oder scharf, aber nichts mit Raucharoma. Tja, ich dachte, dann muss halt eines der normalen Paprikapulver herhalten, und das war ein großer Fehler. Konsistenz und Farbe waren prima, aber das edelsüße Paprika hat man total rausgeschmeckt, und das war einfach bäh! 

Bin mir nicht sicher, ob ich a) das richtige Gewürz online bestelle, b) eine andere Variante ausprobiere (hab was auf Nussbasis gefunden - passt ja momentan) oder c) einfach eine gekaufte vegetarische Leber"wurst"-Variante teste. Ich halte Euch auf dem Laufenden...