Dienstag, 28. April 2020

Der Frosch mit der Maske

Huhu, Ihr Lieben,

erinnert Ihr Euch noch an die Edgar-Wallace-Filme? Gut, meine Recherche ergab, dass der erste  bereits 1959 entstand, wo jeder von uns noch als Joghurt im Kühlschrank rumdümpelte, aber trotzdem habe ich die Wiederholungen in meiner Kindheit geliebt. Einer dieser Filme hieß "Der Frosch mit der Maske", und irgendwie muss mir das im Kopf rumgespukt haben, als es darum ging, meinem jüngsten Patenkind ein Geburtstagsgeschenk zu basteln. Fakt ist, ich habe mir selbst eine Challenge auferlegt, und zwar werden keine neuen Bastelmaterialien angeschafft, bevor die vorhanden nicht ratzekahl aufgebraucht sind. Die eigentliche Herausforderung ist jetzt, das Material so sinnvoll einzusetzen, dass auch was Brauchbares dabei rauskommt. Ist manchmal gar nicht so einfach... 

Anyway, ich hatte noch grünes Garn, und meine Schwester wird wissen, woher :-) Tja, die Farbe schrie irgendwie nach Frosch, und so hab ich mal drauf los gehäkelt, und dieser kleine Kerl ist dabei rausgekommen:


Dem Zeitgeist angemessen hab ich ihm nicht nur ordentliche Home Office-Bekleidung verpasst (also seine schicke rote Fliege), sondern auch eine Maske, falls er mal mit dem Bus fahren will.

Logischerweise ist die Maske abnehmbar, und so sieht der Bursche darunter aus:


Und damit Froschi sich nicht blöd vorkommt mit seiner Maske, hab ich für das Geburtstagskind selbst auch noch eine Maske genäht. Er bräuchte zwar noch keine, aber sicher ist sicher.

Vorher hat aber mein ältestes Patenkind Geburtstag. Ich weiß, dass er gerne (und gut!!!) backt, aber vielleicht interessiert er sich auch fürs Kochen, also habe ich ein Kochbuch besorgt. Darüber hinaus war er an Karneval als Pirat verkleidet, und das hat mich zu diesem Schlüsselanhänger inspiriert:


Der Anhänger aus Paracord endet in einer sogenannten Affenfaust und der Anker fungiert gleichzeitig als Flaschenöffner - sowas ist ja auch beim Kochen ganz praktisch, ganz nach dem Motto: If you don't like the food, have more of the wine :-)

So einen Schlüsselanhänger habe ich vor einiger Zeit schonmal ausprobiert, und wo ich gerade dabei war, auch noch ein passendes Armband (wobei ein Armband passend zum Schlüsselanhänger ganz schön schwachsinnig ist, wie ich gerade feststellen muss...)

Und damit ist mir eine gnadenlos gute Überleitung zu weiteren Armbändern gelungen, yay! Zwei oder drei trägt der Wetterhamster gerade, aber hier mal noch ein paar, die ich im Laufe der Zeit geknüpft und geflochten habe:




Ich wünsche Euch eine gute Woche und viel Spaß am freien Freitag!






Mittwoch, 22. April 2020

Wenn man zu viel Zeit hat

Hallo, Ihr Lieben,

zunächst eines vorweg: Man kann nie zu viel Zeit haben, finde ich. Also zumindest ich kann mich nie über Langeweile beklagen. Aber in den letzten beiden Wochen habe ich Dinge erledigt, die nicht unbedingt ganz oben auf der To-Do-List stehen - auf der Tadaaaa-List schon gar nicht!

Eines davon war die Grundreinigung meiner Küche. Vor einiger Zeit - und das ist schon eine ganze Weile her - hatte ich mir mit einem Paket Mehl ein kleines, krabbelndes Problem eingekauft. Zwar hatte ich bis dahin einige Trockenvorräte wie Mehl, Zucker und Salz in Tupperdosen, aber ich besitze eben nur eine Dose für Mehl, in die genau ein Päckchen reingeht. Manchmal kaufe ich aber gleich ein paar Kilo auf Vorrat, und dann wird es eng. Damals habe ich dann alles gründlich ausgewaschen, aussortiert, Unversehrtes in Gefrierbeutel gepackt und gut verschlossen. Seitdem habe ich größere Gläser von Gewürzgurken, Sauerkirschen und Mayonnaise verwahrt und zu Vorratsdosen umfunktioniert. Klar, ein Paket Mehl muss ich jetzt auf mehrere Gläser aufteilen und eckige Behälter wären effektiver, aber: Ich wollte nicht extra etwas Neues - und womöglich aus Plastik - anschaffen, wenn mir diese Glasbehälter quasi in den Schoß fallen, auch wenn es eventuell praktischere Alternativen gäbe. Unser Haushalt besteht aber nur aus zwei Zweibeinern, und insofern brauche ich keine Vorratshaltung wie zu Großmutters Zeiten nach dem Krieg, und somit reichen mir die Gläser. Sollte die Zombie-Apokalypse kurz bevorstehen, kann ich meine Vorräte immer noch aufstocken und im Keller lagern, da ist noch jede Menge Platz. Bis dahin reichen die Küchenschränke und die Gurkengläser.

Da die neuen Küchen jedoch meist mit Schubfächern ausgestattet sind und die Schraubgläser undurchsichtige Deckel haben, brauchte ich in irgendeiner Form eine Beschriftung, um nicht jedes Glas anheben zu müssen, um zu sehen, was drin ist. Und weil so ein System immer ein Work in Process ist, fielen feste Aufkleber schon mal raus - wenn ein Glas leer ist und ich eines brauche, wird das befüllt, egal, welcher Aufkleber drauf pappt. Demnach brauchte ich was, das sich anpasst, und so kam ich auf die Idee der Tafelfarbe. Ich dachte mir, ich pinsel die Deckel einfach mit Tafelfarbe an und kann dann die dann mit Kreide beschriften. Ändert sich der Inhalt, kann ich den Deckel einfach abwischen und neu beschreiben.

Bei meiner Recherche stellte ich dann fest, dass es diese Farbe nicht nur - wie ich vermutet hatte - in Grün und Schwarz gibt, sondern in allen möglichen Farben. Ich entschied mich für Bordeaux. Das war dann zwar etwas dunkler, als ich gehofft hatte - eigentlich wollte ich ein Weinrot, kein Lila, aber schön finde ich es trotzdem. Wie haltbar diese Farbe ist, wird sich in Zukunft zeigen, aber zur Not habe ich noch jede Menge Restfarbe zum Überstreichen.

Hier also mal die Ausgangslage:


Die Deckel habe ich dann mit zwei Schichten Farbe versehen; mit Trocknung habe ich damit zwei Tage verbracht - ich hatte ja Zeit...


Und so sieht das Ergebnis aus - ich bin zufrieden!




Wo ich dann einmal dabei war, hab ich anschließend auch noch alle anderen Küchenschränke leergeräumt, ausgewischt und wieder ordentlich eingeräumt - ich hatte ja Zeit...

Lasst es Euch gutgehen!


Dienstag, 14. April 2020

Alle Eier gefunden?

Huhu, Ihr Lieben,

Ostern trotz Ausgangsbeschränkung gut verbracht? Mir ging es dank der reichlich umherschwirrenden Pollen so semigut, aber davon habe ich mir die Laune nicht verderben lassen. Ansonsten hatten wir tolles Wetter, haben die Grillsaison eröffnet, und meine erste Urlaubswoche ist schon rum.

Aber ich war nicht untätig, und zwar hab ich die Gartenmöbel abgeschliffen und mit Leinölfirnis behandelt, dann habe ich noch zwei große rote Kübel als Pflanzgefäße vorbereitet, wir wollen nämlich mal probieren, Kartoffeln anzubauen (hatte ich - glaube ich - schon erwähnt). Außerdem hab ich Paprikasamen ausgesät und bin mal sehr gespannt, ob daraus was wird. Das ist alles noch ziemlich unspektakulär, daher keine Fotos. Ach ja, heute hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, ein paar Silikonfugen im Bad erneuern zu dürfen. Auch hiervon hab ich logischerweise keine Fotos, ich will Euch ja nicht langweilen.

Hier aber nochmal ein Teil meiner Osterdeko:


Ich hab ein weiteres Mal Tetrapak-Behälter umfunktioniert und mit silberner Wasserfarbe Ostern draufgepinselt. Dann noch ein paar Kunstblumen (es gibt ein Leben nach Frida Kahlo vorletztes Karneval) et voilà.

Gründonnerstag war ich übrigens im Backwahn - erst ein Zitronenkuchen (auch wieder vegan, ist aber momentan in der Gefriertruhe), dann Hefeschnecken (davon ist die Hälfte auch eingefroren), und dann noch Burger Buns, denn mit selbstgemachten Brötchen schmecken uns die Burger am besten.


So sehen die Dinger übrigens aus, wenn sie fertig gebastelt sind:


Karfreitag gab es bei uns zu Hause früher traditionell Hefeknödel. Das ist im Prinzip so was ähnliches wie Dampfnudeln (zumindest handelt es sich um einen süßen Hefeteig), allerdings werden die Knödel nicht über Dampf gegart, sondern im Wasser gekocht. Dazu gibt es eingemachte Pflaumen und Vanillesauce. Der Wetterhamster hat es aber nicht so mit süßen Hauptgerichten, also gab es eine herzhafte Fastenspeis, die zu allem Überfluss nicht nur Weight Watchers-, sondern auch noch World-of-Warcraft-tauglich war (sprich, man konnte sie mit einer Hand essen und mit der anderen weiterspielen) :-)

Möhren-Linsen-Taler mit Curry-Joghurt-Dip:


Und dann konnte ich pollenbedingt nicht die ganze Zeit im Garten sitzen (zumindest nicht ohne Medikamente, und dazu muss ich erst noch in die Apotheke), also hab ich mich ein bisschen mit der Wanddeko für mein Arbeitszimmer beschäftigt.

Erinnert Ihr Euch noch an die Matchbox-Autos? Ich hatte zwar als Kind einige Barbiepuppen, aber eben auch Autos. Die schönsten habe ich aufbewahrt und in Gips gegossen (ich wollte sie mit Heißkleber in dem Rahmen befestigen, aber das hielt leider nicht, deshalb musste ich stärkere Geschütze auffahren). Nachdem sie lange im Kinokeller gehangen haben, dürfen sie jetzt in meinem Arbeitszimmer wohnen:


Ich habe ja letztens erzählt, dass ich mich an Wasserfarben versuchen wollte. Hat nur so mittelprächtig geklappt, weil ich kein richtiges Aquarellpapier zu Hause hatte, sondern nur ganz normales Drucker- und Kopierpapier, das nicht ausreichend saugfähig ist. Insofern hab ich da noch Luft nach oben, aber Spaß gemacht hat es trotzdem, und als Instant-Wandverschönerung taugt es auf jeden Fall. Da ich mit einem Melonenstück angefangen hatte, durfte das berühmte "I carried a watermelon" aus Dirty Dancing natürlich nicht fehlen. Und wo ich einmal dabei war, kamen noch "This is my dance space. This is your dance space." und "Nobody puts baby (in meinem Fall kiwi) in a corner." dazu.


Das Triptychon verlangte natürlich auch nach passenden Rahmen - ich hatte noch jede Menge Kartonagen im Keller (wir sind bekennende Amazon-Besteller), und so hab ich aus Pappe und Pappmaché Bilderrahmen gebastelt. Ist jetzt nix für die Ewigkeit, aber eigentlich ein ganz hübscher Hingucker.


Lasst es Euch gutgehen!




Dienstag, 7. April 2020

Urlaub Zuhause

Huhu, Ihr Lieben,

seit gestern hab ich Urlaub! Mein Arbeitgeber hatte ganz freundlich gefragt, ob ich bis zum Geschäftsjahresende am 30. Juni nicht eventuell ein bisschen frei machen könnte. Und weil es die letzten Tage für mich sowieso nicht mehr so viel zu tun gab, hab ich jetzt um Ostern und Pfingsten rum jeweils zwei Wochen Urlaub. Das Wetter ist - bis auf die blöden Pollen, die umherschwirren - traumhaft, und so kann ich die Zeit tatsächlich genießen. Meine Reisepläne bisher: Haustralien, Balkongo, Sofambik, Islamabad, Bangladusch, Kloronto und Speisekammerun :-)

Am Samstag hab ich die Gartenmöbel abgeschliffen und eingeölt - und daraufhin musste ich mich direkt mit einem Schokokuchen belohnen! Hab eine vegane Variante ausprobiert, und das war richtig gut! Im Wesentlichen bestand der Teig aus Mehl, Zucker Kakao, Pflanzenmilch (ich hab Kokosdrink mit Hafermilch gemischt), Backpulver und Schokostückchen - also nichts exotisches, und ich find es immer gut, wenn man so den Eierkonsum ein bisschen reduzieren kann. Nicht, dass ich was gegen Eier hätte, am Wochenende gehört ein Rührei zum Frühstück dazu, aber wenn ich an das Schicksal von männlichen Küken denke, unterstütze ich möglichst Bruderhuhn-Projekte und bevorzuge Rezepte, die mit ein bis zwei Eiern auskommen - also kein Verzicht, sondern bewusster Konsum. Anyway, der Kuchen war lecker, vor allem, als er noch warm und die Schokostückchen noch leicht flüssig waren...

Tja, und dann haben mir zwei Freundinnen, die auch gerne und viel nähen, ihre Masken gezeigt, und ich hab mich anstecken lassen. Also flugs alle vorhandenen Baumwoll-Webware-Reste zusammengekramt, im ganzen Haus nach verwendbarem Draht für die Oberkante gesucht und genäht. Ich hab mich an die Anleitung der Stadt Essen gehalten, und weil ich mir vorstellen könnte, dass es für Brillenträger unangenehm sein könnte, neben den Brillenbügeln auch noch ein Gummiband hinter den Ohren zu haben, habe ich mich für die Bändel-Variante entschieden, wie es sie auch bei den OP-Masken gibt. Das bedeutete zwar jede Menge Schrägband-Bügelei, aber ich habe zwischenzeitlich erfahren, dass Gummilitze ähnlich begehrt und ähnlich verfügbar ist wie Klopapier.


Die hab ich dann heute morgen mit einem kleinen Zettel bei unseren Nachbarn in der Sackgasse verteilt (Hinweis, dass es eine selbstgenähte Behelfs-Maske ist und dass sie regelmäßig in die Kochwäsche soll - wir sind ja schließlich in Deutschland, da muss alles seine Ordnung und Bedienungsanleitung haben). Der Wetterhamster meinte zwar, das würde den älteren Herrschaften ihre Sterblichkeit unter die Nase reiben und ihnen Angst machen, aber bisher ist es ganz gut angekommen.

Wir hatten übrigens am Wochenende auch einen Zettel im Briefkasten, und zwar hat die Tochter von den Nachbarn gegenüber sich ein Poesie-Projekt ausgedacht. Ins Museum o. ä. darf man momentan nicht, aber Spazierengehen ist erlaubt und erwünscht. Und deshalb will sie die Gehwege mit Poesie verzieren, sodass man sich nicht nur am schönen Wetter und der Natur, sondern auch an Gedichten oder Sprüchen erfreuen kann. Jeder der will, kann ihr etwas poetisches zukommen lassen, das dann ggf. vor dem eigenen Haus auf den Bürgersteig geschrieben wird. Und beim nächsten Regen ist alles wieder verschwunden. Schöne Idee, finde ich. 

Der Hamster wollte den Spruch von Einstein mit der Unendlichkeit der menschlichen Dummheit und des Universums, und ich was von Heinz Ehrhardt. Geeinigt haben wir uns dann auf ein Zitat von Steven Hawking :-)

Nichtsdestotrotz:

DAS DINGS
Mitten in Ägyptens Wüste
steht ein riesengroßes Dings,
hinten Löwe, vorne Dame,
jeder weiß: Das ist die Sphinx.
Sehnsuchtsvoll in Richtung Westen
schaut sie steinernen Gesichts.
Würde sie nach Osten gucken,
wärs egal: Auch da ist nichts…
Heinz Erhardt