Montag, 30. November 2020

Sehet, die erste Kerze brennt!

 Hallo, Ihr Lieben!

Gestern war schon der erste Advent, und unser Garten ist passenderweise mit Rauhreif überzogen, damit der Glühwein auch schmeckt :-)


Tja, obwohl ich einen wiederverwendbaren Kerzenkorb habe, den ich die letzten Jahre immer als Adventskranz genutzt habe, war mir dieses Jahr mal nach was Anderem. Deshalb habe ich kleine Einmachgläser mit Salz gefüllt (wenn kein Wachs reintropft, kann man das noch für Salzteig nutzen), aus SnapPap Etiketten ausgeschnitten und Ösen reingeschlagen und mit einem Kreidestift die Zahlen draufgeschrieben. Ein bisschen Grünzeug aus dem Garten und rotweiße Kordel machen das Arrangement komplett. 

Hier noch eine Komplettaufnahme:


Ach ja, dieses Jahr ist mir irgendwie nicht danach, die gesamte Weihnachtsdeko aus dem Kriechkeller zu kramen, deshalb wird es in 2020 keinen Christbaum geben, das mache ich dann wieder in 2021 in aller Opulenz im neuen Zuhause. Ganz ohne Deko geht natürlich nicht, und deshalb hier ein paar Impressionen:






Ihr seht, von minimal bis verspielt ist alles dabei, und reinweiß wird dieses Jahr mit roten Akzenten aufgehübscht. Vor unserem Umzug Anfang nächsten Jahres habe ich übrigens beschlossen, alle Kerzen, die ich in den Schränken gebunkert habe, abzubrennen. Das brachte mich zu der nächsten Deko - man beachte: Die Flaschen sind über 100 Jahre alt! In der Nähe des Wohnorts meiner Schwiegereltern gibt es eine Schnapsbrennerei, die die Glasbestände einer alten Apotheke aufgekauft hat und darin ihre Obstbrände verkauft. Sowas kommt natürlich nie und nimmer ins Altglas und muss entsprechend gewürdigt werden. 


In den Flaschen sind übrigens Rosmarinzweige - ich hab nämlich gestern sämtliche Kräuterrestbestände abgeschnitten und im Keller zum Trocknen ausgelegt. Die Pflanzgefäße hab ich dann ausgekippt, muss die demnächst noch reinigen, und dann sind die auch schon umzugsbereit. Tja, so allmählich wird es konkreter, und um den 1. Februar rum werden wir dann hoffentlich umgezogen sein.

Ich bin übrigens ziemlich erstaunt, wieviele Kerzen ich im Laufe der Zeit angesammelt, aber nie angezündet habe... 


Und last but not least ist das hier ein Stillleben mit unserem diesjährigen Ersatzchristbaum, Glühwein und original Dresdner Stollen. Dank der Schwiegereltern bekommen wir jedes Jahr ein Care-Paket mit Mohnstollen für den Hamster und regulärem Stollen für mich. Danke auch an dieser Stelle, wir freuen uns immer riesig! Und ja, ich mag Orangeat und Zitronat...




Ihr Lieben, genießt den Advent trotz aller Widrigkeiten und lasst es Euch gutgehen!!!

Montag, 23. November 2020

Maskenball

Huhu, Ihr Lieben!

Eigentlich hatte ich einen Blog Post geplant mit den üblichen Verdächtigen um diese Zeit: Adventskranz, Weihnachtsdeko, Geschenkideen. Und obwohl ich ein bisschen im Zwiespalt war, ob ich nun das letzte Weihnachten in unserem Ruhrpott-Bungalow nun dekotechnisch noch mal alles geben soll, oder doch eher kleine Dekorationsbrötchen backe, hab ich es am Wochenende wenigstens ein bisschen weihnachtlich gemacht. Das kommt aber im nächsten Post - passend zum ersten Advent.

Aus aktuellem Anlass veranstalte ich einen Maskenball. Für diejenigen, die nicht zwingend eine medizinisch wirksame Maske benötigen, könnte das ganz interessant sein. Ihr kennt mich ja: Als bekennende Rheinländerin und Karnevalistin kenne ich mich mit Masken aus! Und da uns das Thema noch eine ganze Weile begleiten wird, dachte ich mir, machen wir das Beste draus und vernachlässigen auch nicht das Styling-Potenzial :-) 

Kleiner Disclaimer vorweg: Ich bin nicht geschminkt, meine Fotokünste sind begrenzt, und die Zornesfalten sind Erbstücke meiner Mutter - Ihr bekommt also Alex ungefiltert! Nach reiflicher Überlegung kam ich allerdings zu dem Schluss, dass Ihr damit umgehen könnt, und die Masken lassen sich getragen einfach besser beurteilen. 

Ich fange also mal an mit den ersten Modellen, die ich für den Hamster, die Nachbar- und Verwandtschaft genäht habe: Der Klassiker nach Vorbild der Essener Uniklinik mit Bindebändern und Nasendraht (hier hat sich übrigens eine Ader aus einem ausrangierten Elektrokabel als absoluter Favorit herauskristallisiert, wohingegen sich die schmalen Metallteile aus den Büro-Abheftstreifen als nicht so geeignet erwiesen haben, denn die ganz kleinen Häkchen bohren sich durch und pieksen):



Die ist eigentlich universell einsetzbar, passt sich durch den Draht gut an den Nasenrücken an, durch die Bindebänder drückt nichts auf die Ohren, aber ich hab mir natürlich den Wolf gebügelt bei dem ganzen Schrägband, das ich dafür produziert hab.

Kurz darauf hat mir das ältere Töchterlein zwei Masken zukommen lassen, die auch sehr gut passen; hier hab ich nur die Kanten versäubert und das Bindebändchen durch Gummilitze ersetzt:



Damit bin ich eine ganze Weile gut hingekommen, aber ich wollte schon gern noch ein paar mehr, und so hab ich dieses Modell mit den Kellerfalten in zwei Varianten fabriziert:



Die hab ich ziemlich oft getragen, wenngleich die eigentlich nix für Brillenträger sind. Die Gläser beschlagen, aber da ich meine Brille meist nur zum Autofahren oder fernsehen brauche, kann ich damit ganz gut leben.

Doch mit der Zeit wollte ich a) auch Modelle haben, die keinen Nebel auf der A4 und meinen Brillengläsern verursachen, und die b) auch gerne ein bisschen interessanter sind von der Machart. Und so hab ich dem Hamster beispielsweise diese hier genäht:


Die hat unter'm Kinn genau so ein Stück zum Ausklappen wie über der Nase; passt dem Hamster mit seinem Bart richtig gut - im Gegensatz zu mir. Der Stoff ist übrigens der Taschenstoff einer ausrangierten Jeans.

Als nächste Variante gab es eine 2in1-Maske, also eine, die man von beiden Seiten tragen kann. Einmal für mich in Hellblau und Rosenmuster:



Und ein weiteres Mal für den Hamster in Creme und Schwarz:


Hier  nochmal im Detail, sie könnte für ihn allerdings noch ein bisschen größer sein:



Meine derzeitige Lieblingsmaske ist aber diese hier: Ebenfalls eine Wendemaske, und auf der einen Seite habe ich zwei passende Stoffe miteinander kombiniert. Das ist auch die Seite, die ich meistens trage, obwohl der maritime Stoff mit den Strandhäuschen auch ganz entzückend ist. Bis auf die karierte Maske und die mit den roten Bändern haben die übrigens alle keinen Nasendraht, aber die hier sitzt richtig gut, und wenn man die Brille über die Maske auf der Nase hat, beschlagen auch die Gläser nicht.


Wir hoffen ja alle, dass wir uns irgendwann mal wieder ohne Maske in der Öffentlichkeit bewegen können. Aber falls ich mal in die Verlegenheit kommen sollte, eine Maske für einen festlichen Anlass zu benötigen, habe ich mir eine aus schwarzem Satin gegönnt mit einer raffinierten Drapierung - ohlala!




In diesem Sinne - bleibt gesund!!!



Freitag, 13. November 2020

Instagram vs. Realität

Hallo Ihr Lieben,

wenn ich so aus dem Fenster schaue, ist es trüb, grau und usselig (also rheinisch für kalt, nass und ungemütlich - sozusagen anti-hygge). Naja, ist ja auch November, und von daher eigentlich passend. Ich frage mich nur immer, wo die ganzen Instagrammer und Youtuber wohnen, die so tolle Dekosachen aus Laub basteln. Immer wenn ich denke, so ein Laubkranz wäre doch hübsch, ist es entweder dunkel draußen, es nieselt gerade oder das Laub auf dem Boden ist noch nass vom letzten Regenguss. Sollte es dann tatsächlich mal schön sein und es bestünde theoretisch die Möglichkeit, trockenes buntgefärbtes Laub vom Boden aufzuheben, finde ich nur Blätter, die viel zu winzig sind, von irgendwelchen Viechern angefressen sind, oder die Hunde haben nun überhaupt keinen Bock darauf, dass Frauchen ständig stehen bleibt, um irgendwas aufzusammeln, das nicht in kleine schwarze Beutel gehört.

Überhaupt - das ist ja auch so eine Sache: Hunde in den sozialen Medien sind immer niedlich und sauber. Meine wälzen sich in schlammigen Pfützen, zaubern, dass die Luft stinkt, sabbern literweise, wenn es Leckerli gibt und spucken in hohem Bogen, weil sie mal wieder Gras gefressen haben wie ein Schaf! Aber so ist das nun mal im richtigen Leben, da ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen.

Nun denn, so gibt es eben keine Laubdekoration, sondern nur ein paar Kürbisse aus Gips in einem Bett aus Kastanien. Und ich schätze, die Weihnachtsdeko werde ich dieses Jahr auch eher vernachlässigen und sie in den Kartons lassen. Unser Umzug ist nämlich doch wieder in den Bereich des Möglichen gerückt, da will ich jetzt nichts aus Kartons zerren, was eigentlich schon umzugsfertig verstaut ist. 

Und mein Foodblog ist auch noch lange nicht instagramfähig - meine Fotos sind semigut, und an der Optik kann auch immer noch was verbessert werden. Nichtsdestotrotz zeig ich Euch jetzt mal, was ich letztes Wochenende fabriziert habe - Ravioli mit Kürbisfüllung!

Wir sind hier im Ruhrpott ja nicht mehr im Einzugsgebiet der Butterbrezeln und Käsespätzle, deshalb gibt es hier auch kein Spätzlesmehl, was sich ganz hervorragend für selbstgemachte Pasta eignet. Aber die Rezeptdatenbank meiner Wahl gab an, dass man auch ganz normales Weizenmehl Type 405 mit Hartweizengrieß mischen kann. Ich hab sogar ein Rezept ohne Ei gefunden, und weil Barilla und Co. auch ganz gut ohne auskommen, dachte ich, ich probier das einfach mal. 

Teig klappte prima, das Ausrollen mit meiner fancy Küchenmaschine auch, und die Füllung war auch easy-peasy:


Was ich mir irgendwie eleganter vorgestellt hatte, war diese Ravioli-Klappform vom bekannten amerikanischen Plastikhersteller. Eigentlich war da rund um die Ravioli so eine Verzahnung, sodass beim Zusammenklappen der Form gleichzeitig die Ravioli verschlossen werden und der überschüssige Teig abgetrennt wird. Das klappte nur so lala; die Teigpäckchen waren zwar gut verbunden, aber den restlichen Teig musste ich mit einem Messer abschneiden, und auch die einzelnen Ravioli voneinander separieren. Genauso einfach wäre es wahrscheinlich gewesen, eine Lage Teig hinzulegen, Füllung drauf, zweite Lage Teig drüber und dann mit einem Pizzaroller Quadrate abteilen. Aber jetzt hatte ich dieses Dings, also sollte es auch verwendet werden!

Das war die Ausbeute:


Ihr seht, ein echter Foodblogger hätte das sicherlich schöner hinbekommen, aber wir reden hier vom Real Life, da muss man schon Kompromisse machen :-) Und eigentlich sah das Rezept eine Salbeibutter dazu vor. Ich hatte aber dank meines braunen Daumens leider keinen Salbei, und auch meine bevorzugten Lebensmitteldealer konnten damit nicht dienen. Also habe ich eine Tomatensauce gekocht. 

So sehen die Ravioli übrigens aus, wenn sie frisch aus dem Wasser kommen:


Man beachte das formschöne Mitbringsel aus dem Tunesien-Urlaub von vor ewigen Zeiten - das Auge isst schließlich mit...

Im Nachhinein muss ich sagen, dass einfach nur ein bisschen Butter mit Parmesan etwas besser zur Kürbisfüllung gepasst hätte als die Tomatensauce, aber es war auch so richtig lecker, und das Foto hier ist doch eigentlich fast Foodblog-tauglich:


In diesem Sinne habt ein hyggeliges un-usseliges Wochenende 
und lasst es Euch gutgehen!

Montag, 2. November 2020

Body + Soul

 Man muss dem Leib Gutes tun,
damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.


Hallo Ihr Lieben,

ich kann nicht genau sagen, ob das Zitat jetzt von Teresa von Avila oder Winston Churchill stammt (im Zweifelsfall hat er sie zitiert), aber es ist auf jeden Fall was dran. Und in der letzten Woche habe ich definitiv dafür gesorgt, dass es sowohl meinem Leib, als auch meiner Seele gutging! Zum einen hatte ich ein tolle Videoschalte (so heißt das doch bei Frau Merkel, oder?) mit zwei Mädels, die ich schon seit unserer gemeinsamen Ausbildungszeit kenne. Wenn es auch nicht ganz so war, als würden wir uns physisch treffen, war es dennoch klasse, sich mal wieder ausgiebig auszuquatschen :-) Machen wir mal wieder!

Sich mit Ruhe an die Nähmaschine setzen zu können, tut meiner Seele auch immer wieder gut. Ich hatte Euch ja bereits die Gläser mit den diversen Stoffquadraten gezeigt und war mir noch nicht sicher, was ich damit wohl anstellen könnte. Zwischenzeitlich hab ich meinen Vorrat an Vlieseline aufgestockt, sodass ich mal ein bisschen rumprobieren konnte. Und zwar habe ich das gewünschte Muster aus den Stoffquadraten auf die Vlieseline aufgelegt (mit der Klebe-Seite nach oben), und das wurde dann mit dem Bügeleisen fixiert. Anschließend habe ich an jeder Linie, an der die Quadrate aufeinandertrafen, den Stoff gefaltet, sodass die Quadrate rechts auf rechts aufeinander lagen und habe das dann abgenäht. Sozusagen ein Gittermuster mit Nähten erst horizontal, dann vertikal. Falls das verwirrend ist, hier ein Foto, was dabei rausgekommen ist:


Die ersten beiden Versuche waren leider für die Tonne - die Farben waren mir nicht harmonisch genug, und ich hatte nicht exakt genug genäht, sodass die Herzen irgendwie deformiert aussahen. Aber mittlerweile hab ich den Dreh raus, und ich hab zwar noch keine Ahnung, was ich mit den Herzen letztendlich mache, aber da werde ich sicherlich was finden.

Aber um jetzt endlich mal korrekt den Bezug zum Eingangszitat herzustellen, muss ich Euch meine neuesten Grüße aus der Küche vorstellen. Abwechslung im Speiseplan und reduzierter Fleischkonsum sind ja immer schon mein Anspruch, und so gab es am Samstag Lauchschnecken mit Tomatensalat. Eigentlich ganz einfach: Hefeteig (ich habe einen Pizzateig angesetzt) zum Rechteck ausrollen, mit Kräuterfrischkäse bestreichen und mit Porree und Kirschtomaten belegen. Geriebenen Käse darauf verteilen und das Ganze aufrollen. Von der Rolle mit einem scharfen Messer vorsichtig so 3 cm dicke Scheiben abschneiden, auf ein Backblech geben und im Ofen 20 - 30 Minuten backen. Die restlichen Tomaten habe ich dann mit meiner selbstgemachten Crema die Balsamico (= Traubensaft aus dem eigenen Garten eingekocht mit Balsamico-Essig, bis es dicklich-cremig wurde) serviert. 


Sonntag gab es dann etwas eher ungewöhnliches: Kaffee-Gulasch. Im Grunde genommen war es ein Pilzgulasch, aber eben mit einer Tasse Kaffee in der Sauce. Spätestens seit dem Film "Chocolat" zucken wir ja nicht mehr mit der Wimper, wenn das Rezept nach Schokolade im Ragout verlangt. Aber Kaffee? Naja, weil außer der halben Tasse Kaffee auch zwei Tassen Rotwein in die Sauce mussten, konnte eigentlich nichts schiefgehen, hab ich gedacht. Und es war tatsächlich echt lecker!


Und weil der Geburtstag von Schwiegermama nahte und der Mensch nicht vom Brot (oder Gulasch) allein lebt, hab ich mich mal wieder an einem Geschenk aus der Hexenküche versucht: Apfel-Limes oder auch Winterzauber genannt. Wesentliche Zutaten: Wodka :-D Apfelsaft, Apfelmus und ein Hauch Zimt. Durch das Mus bekommt das Getränk eine Konsistenz wie man sie von Erdbeer-Limes kennt, und die Kombination von Apfel und Zimt ist unschlagbar. Also, wenn man Zimt mag; für meine Ma wäre das eher nix... Aber es ist flott gemacht, und mit einer passenden Karte ein hübsches Geschenk. 




Leider ist es noch unterwegs, aber wenn es denn angekommen ist, machen wir auch hier eine Videoschalte und können uns quasi gemeinsam einen anzwitschern! Und ich bin sicher, sowas stärkt die Abwehrkräfte in der einen oder anderen Form :-)

In diesem Sinne, tut Euch was Gutes und bleibt gesund!!!