Sonntag, 22. Dezember 2019

Dann vier

Gibt es den Weihnachtsmann?
(Dank Heinrich leider nicht mehr, sorry)


- Eine physikalische Betrachtung -
(Schon ein bisschen älter, aber immer noch gut)

1) Keine bekannte Spezies der Gattung Rentier kann fliegen. ABER es gibt 300.000 Spezies von lebenden Organismen, die noch klassifiziert werden müssen, und obwohl es sich dabei hauptsächlich um Insekten und Bakterien handelt, schließt dies nicht mit letzter Sicherheit fliegende Rentiere aus, die nur der Weihnachtsmann bisher gesehen hat. 

2) Es gibt 2 Milliarden Kinder (Menschen unter 18) auf der Welt. ABER da der Weihnachtsmann (scheinbar) keine Moslems, Hindu, Juden und Buddhisten beliefert, reduziert sich seine Arbeit auf etwa 15 % der Gesamtzahl - 378 Millionen Kinder (laut Volkszählungsbüro). Bei einer durchschnittlichen Kinderzahl von 3,5 pro Haushalt ergibt das 91,8 Millionen Häuser. Wir nehmen an, dass in jedem Haus mindestens ein braves Kind lebt.  

3) Der Weihnachtsmann hat einen 31-Stunden-Weihnachtstag, bedingt durch die verschiedenen Zeitzonen, wenn er von Osten nach Westen reist (was logisch erscheint). Damit ergeben sich 822,6 Besuche pro Sekunde. Somit hat der Weihnachtsmann für jeden christlichen Haushalt mit braven Kindern 1/1000 Sekunde Zeit für seine Arbeit: Parken, aus dem Schlitten springen, den Schornstein runterklettern, die Socken füllen, die übrigen Geschenke unter dem Weihnachtsbaum verteilen, alle übriggebliebenen Reste des Weihnachtsessens vertilgen, den Schornstein wieder raufklettern und zum nächsten Haus fliegen. Angenommen, dass jeder dieser 91,8 Millionen Stops gleichmäßig auf die ganze Erde verteilt sind (was natürlich, wie wir wissen, nicht stimmt, aber als Berechnungsgrundlage akzeptieren wir dies), erhalten wir nunmehr 1,3 km Entfernung von Haushalt zu Haushalt, eine Gesamtentfernung von 120,8 Millionen km, nicht mitgerechnet die Unterbrechungen für das, was jeder von uns mindestens einmal in 31 Stunden tun muss, plus Essen usw.
4) Das bedeutet, dass der Schlitten des Weihnachtsmannes mit 1040 km pro Sekunde fliegt, also der 3.000-fachen Schallgeschwindigkeit. Zum Vergleich: das schnellste von Menschen gebaute Fahrzeug auf der Erde, der Ulysses Space Probe, fährt mit lächerlichen 43,8 km pro Sekunde. Ein gewöhnliches Rentier schafft höchstens 24 km pro STUNDE.

5) Die Ladung des Schlittens führt zu einem weiteren interessanten Effekt. Angenommen, jedes Kind bekommt nicht mehr als ein mittelgroßes Lego-Set (etwa 1 kg), dann hat der Schlitten ein Gewicht von 378.000 Tonnen geladen, nicht gerechnet den Weihnachtsmann, der übereinstimmend als übergewichtig beschrieben wird. Ein gewöhnliches Rentier kann nicht mehr als 175 kg ziehen. Selbst bei der Annahme, dass ein "fliegendes Rentier" (siehe Punkt 1) das ZEHNFACHE normale Gewicht ziehen kann, braucht man für den Schlitten nicht acht oder vielleicht neun Rentiere. Man braucht 216.000 Rentiere. Das erhöht das Gewicht - den Schlitten selbst noch nicht einmal eingerechnet - auf 410.400 Tonnen. Nochmals zum Vergleich: das ist mehr als das vierfache Gewicht der Queen Elizabeth. 

6) 410.400 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 1040 km/s erzeugt einen ungeheuren Luftwiderstand - dadurch werden die Rentiere aufgeheizt, genauso wie ein Raumschiff, das wieder in die Erdatmosphäre eintritt. Das vorderste Paar Rentiere muss dadurch 16,6 TRILLIONEN Joule Energie absorbieren. Pro Sekunde. Jedes. Anders ausgedrückt: sie werden praktisch augenblicklich in Flammen aufgehen, das nächste Paar Rentiere wird dem Luftwiderstand preisgegeben, und es wird ein ohrenbetäubender Knall erzeugt. Das gesamte Team von Rentieren wird innerhalb von 5 Tausendstel Sekunden vaporisiert. Der Weihnachtsmann wird währenddessen einer Beschleunigung von der Größe der 17.500-fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt. Ein 120 kg schwerer Weihnachtsmann (was der Beschreibung nach lächerlich wenig sein muss) würde an das Ende seines Schlittens genagelt - mit einer Kraft von 20,6 Millionen Newton.



Damit kommen wir zu dem Schluss:

WENN der Weihnachtsmann irgendwann einmal die Geschenke gebracht hat,
ist er heute tot.




Ich wünsche Euch und allen Euren Lieben ein frohes Fest mit viel Zeit für einander!

Montag, 16. Dezember 2019

Dann drei

So, es ist offiziell - seit Mittwoch bin ich eine Jubiläumsausgabe :-) Ich hatte Geburtstag und hab das ordentlich zelebriert, und zwar mit Kaffee im Bett und The Crown auf Netflix bis zum Abwinken! Eigentlich wollte ich noch einen Stadtbummel machen und mich im Whirlpool durchblubbern lassen, aber es hat geregnet wie aus Eimern. Macht nichts, ich hab die Sonne im Herzen :-) Danke auch von hier an alle, die an mich gedacht haben!

P.S. Das mit der Jubiläumsausgabe hat übrigens eine Doppelbedeutung und geht zurück auf einen Film aus den 60ern mit dem Kölner Urgestein Trude Herr. Trude war schon Plus-Size, als es den Begriff noch gar nicht gab und sowas wie Body Shaming oder Body Positivity auch nicht. In einem Film angesprochen auf ihre Figur sagte sie: "Ich bin eine Jubiläumsausgabe, mehr drin, mehr dran!" Schöner kann man es eigentlich nicht ausdrücken.


Ach ja, das mit den Weihnachtsplätzchen im Keller hat übrigens nur bedingt geklappt - ich musste am Wochenende nachlegen. Also gab es noch 'ne Ladung Waffelkekse (falls das jemand nachmacht, sie oder er sei gewarnt, dass das Waffeleisen ziemlich fettig wird dank der Butter im Teig), Engelsaugen (oder Husarenkrapfen) und Nussmakronen -
ich hab Vorräte aufgebraucht, deshalb sind nicht nur gemahlene Haselnüsse, sondern auch gemahlene Mandeln (von den Vanillekipferl) drin und Puderzucker mit Vanillezucker versetzt, den ich ebenfalls für die Vanillekipferl verwendet hatte. Dann fehlten mir ganze Haselnüsse, und ich hab kurzerhand Walnüsse genommen. Sind auf jeden Fall saulecker.

Und ich hab es am heutigen Montag geschafft, die Weihnachtspost auf den Weg zu bringen, jippieh!!!


Zum dritten Advent dann noch eine Szene aus einem meiner Lieblingsfilme "Das Leben des Brian":


1.Szene: Kuhstall in Betlehem. Zwei Uhr morgens
Charakter: Brian, Mutter, Kaspar, Baltasar, Melchior, ein paar Viecher

Mutter: Huch! Wer seid ihr?
1.König: Wir sind die heiligen drei Könige.
Mutter: Waas?
2.König: Wir sind drei Weise aus dem Morgenland.
Mutter: Und dann schleicht ihr morgens um zwei in einem Kuhstall herum, als hättet ihr nichts besseres zu tun? Was soll denn daran weise sein?
3.König: Wir sind Astrologen.
1.König:
Wir kommen aus dem Osten
Mutter:
Jungs, wollt ihr mich vielleicht verarschen?
2.König:
Wir kommen, um das Kindlein zu preisen.
3.König:
Wir wollen ihm in dieser heiligen Nacht huldigen.
Mutter:
Was, huldigen? Ihr seid wohl besoffen. Das ist ja ekelhaft. Raus mit euch! Raus, raus!
1.König:
Nein.
Mutter:
Hier reinzuplatzen mit eurem Gequatsche über orientalische Wahrsager. Verschwindet!
2.König:
Edle Jungfrau...
Mutter:
Verschwindet und preist irgendein anderes Gör.
3.König:
Wir folgten einem Stern.
Mutter:
Sternhagelvoll seid ihr. Verpisst Euch.
3.König:
Nein wir müssen ihn sehen. Wir haben Geschenke mitgebracht.
Mutter:
Waas?
2.König:
Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Mutter:
Soo? Das hätten Sie aber auch gleich sagen können. Er liegt da drüben. Entschuldigen Sie,
aber ich bin noch nicht zum Aufräumen gekommen. Sagen Sie, mal, was ist denn Myrrhe für ein Zeug?
1.König:
Das ist ein wertvolles Balsam.
Mutter:
Ein Balsam? Ich will nicht hoffen, dass das was Ansteckendes ist, Euer Balsam.
1.König:
Was?
Mutter:
Keuchhusten und Masern kenn ich, aber Balsam klingt gefährlich.
2.König:
Das ist es nicht.
Mutter:
Ich hörte von Bazillen, die Fühler haben und beißen.
1.König:
Nein nein nein. Es ist eine Salbe.
Mutter:
Ich glaube ich habe von so'ner Krankheit gehört. Oder habe ich das nur geträumt? So. Ihr
seid also Astrologen, wie? Also was ist er?
2.König:
Hmm?
Mutter:
Was für'n Tierkreiszeichen er ist.
2.König:
mn, Steinbock
Mutter:
Aha. Steinbock. Ahmmm. Wie sind die so?
2.König:
Oh, er ist der Sohn Gottes. Unser Messias
3.König:
König der Juden.
Mutter:
Sind alle Steinböcke Könige?
2.König:
Nein nein nein nein. Das ist nur er.
Mutter:
Achso. Ich meinte ja nur, weil es jede Menge Steinböcke gibt.
3.König:
Welchen Namen soll er einmal tragen?
Mutter:
hh. Brian.
1.König:
Wir beten Dich an, oh Brian, der Du der Herr über uns alle bist. Gelobet seiest Du, Brian,
und der gütige Herr, unser Vater. Amen.
Mutter:
Macht ihr sowas öfter?
2.König:
Was?
Mutter:
Na dieses Preisen.
2.König:
Nein nein.
Mutter:
Na gut. Wenn Sie mal wieder hier in der Gegend sind, können Sie ja auf'n Sprung
vorbeikommen. Und vielen Dank für das Gold und den Weihrauch, ja? Aber dieses Myrrhe-
Zeug, das könnt Ihr Euch das nächste mal in die Haare schmieren. Also Shalom dann.
Tschüss. Servus. Ciao.
Wer sagts denn? Die waren doch ganz nett, die Jungs. Total bescheuert, aber naja...
Trotzdem. Sieh dir das nur an... ahh. [Könige holen Geschenke zurück] Hey! Hey! Geschenkt ist geschenkt. Wiederholen ist gestohlen. Au.
[Brian schreit] Halt die Backen!

Montag, 9. Dezember 2019

Dann zwei


Ich hoffe, Ihr hattet einen ebenso schönen zweiten Advent - gemütlich und besinnlich. Und weil ich letzte Woche am Donnerstag eine Chorprobe hatte, fiel mein Hausputz auf den Samstag. Insofern hab ich nicht so fürchterlich viel gebastelt, nur ein paar Weihnachtsgeschenke, von denen ich natürlich nichts verrate... Um Euch den Start in die Woche zu versüßen ein geniales Gedicht:

Advent - von Loriot 

Es blaut die Nacht
Die Sternlein blinken.
Schneeflöcklein leise niedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.

Und dort, vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann' ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.

In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei der Heimespflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.

So kam sie mit sich überein:
Am Nicklausabend muss es sein.
Und als das Rehlein ging zur Ruh',
das Häslein tat die Augen zu,

Erlegte sie - direkt von vorn
- den Gatten über Kimm' und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase.

Und ruhet weiter süß im Dunkeln,
Derweil die Sternlein traulich funkeln.
Und in der guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.

Nun muss die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie bis auf die Knochen
nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.

Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
- was der Gemahl bisher vermied -
Behält ein Teil Filet zurück,
als festtägliches Bratenstück.

Und packt zum Schluss - es geht auf vier -
die Reste in Geschenkpapier.
Da dröhnt's von fern wie Silberschellen.
Im Dorfe hört man Hunde bellen.

Wer ist's, der in so tiefer Nacht
im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldenem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten!

»Heh, gute Frau, habt ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?«
Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau steht schon bereit:

»Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
's ist alles, was ich geben kann!«
Die Silberschellen klingen leise.
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.

Im Försterhaus die Kerze brennt.
Ein Sternlein blinkt: Es ist Advent.

Montag, 2. Dezember 2019

Ein Lichtlein brennt

Kennt Ihr diesen Sketch über die Weihnachtsbeleuchtung in der Reihenhaussiedlung? 

Alles fängt damit an, dass Oma Erna am ersten Advent drei Elektrokerzen auf der Fensterbank installiert und sich an der vorweihnachtlichen Stimmung erfreut. Der Nachbar kontert, indem er ein zehnarmiges dänisches Kerzenset zu je 15 Watt im Küchenfenster aufstellt, und kurze Zeit später registriert man im nächsten Kohlekraftwerk irrtümlich einen Defekt der Strommessgeräte. Ein Ehepaar schließt 96 Halogenleuchten im Garten an, worauf die heimische Vogelwelt irritiert mit dem Nestbau beginnt. Eine halbe Stunde später wirft der hiesige Diskothekenbesitzer ein Laserensemble auf seinem Flachdach an, und die 40 Meter hohe Fassade eines nahen Getreidesilos zerbröselt nach einigen Minuten Dauerfeuer einer Nikolausprojektion. Das Alarmsignal aus Generatorhalle 5 des o.g. Kohlekraftwerks verhallt ungehört wegen einer Weihnachtsfeier. Ein Kriegsveteran zaubert danach mit 190 Flakscheinwerfern, die er heimlich gebunkert hatte, den Stern von Betlehem in die Nacht. Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute irrt verängstigt durch die Siedlung, denn zuvor war eine Boeing 747 mit Ziel Sydney versehentlich in der mit 3.000 bunten Neonröhren gepflasterten Garagenzufahrt der örtlichen Bäckerei gelandet. Eine NASA Raumsonde funkt vom Rande der Milchstraße Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel, und in Houston kann sich das keiner erklären. Das o.g. Kohlekraftwerk läuft mittlerweile jenseits der Belastungsgrenze. In der taghell erleuchteten Siedlung erwacht eine Studentin und freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen und betätigt genau um 23:12 Uhr den Schalter ihrer Kaffeemaschine. 23:12:14 Uhr: Die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises wird von der Explosion des Kohlekraftwerks unterbrochen. Durch die stockfinsteren Dörfer irren verstörte Menschen - Menschen, denen eine Kerze auf dem Adventskranz nicht gereicht hat.

Das treibt mir jedes Mal die Lachtränen in die Augen, aber die Tendenzen sind auch in unserer Siedlung zu erkennen... Deshalb hab ich gestern den Weihnachtsbaum aufgestellt und den Wetterhamster genötigt, zwei Lichterketten an den Fensterrahmen zu befestigen. Wenn er (was ich hoffentlich verhindern kann) auch noch den merkwürdigen Weihnachtsmann, der eine beleuchtete Leiter hochklettert, im Garten installiert, wird Else mit dem "Ich belle alles an, was gestern noch nicht da war" überhaupt nicht mehr fertig! :-)

Dieses Wochenende wurden wir mit einem Paket aus Sachsen bedacht mit echtem Dresdner Christstollen, sodass ich bis Weihnachten wohl nicht mehr backen werde. Soooo lecker! Die Glühweinsaison haben wir auch eröffnet, und am Samstagabend gab es gefüllte Zucchini mit selbstgebackenem Fladenbrot. Von beidem war noch so viel übrig, dass ich die Zucchini und die Füllung kleingeschnippelt hab und als Eintopf am Sonntag nochmal servieren konnte - sehr praktisch!


Und weil ich noch Stöckchen hatte und die Tannenbaum-Ornamente so einsam waren, habe ich noch zwei Herzen genäht und zwei skandinavische Faltsterne gebastelt, und das ist dabei rausgekommen:


In diesem Sinne habt eine schöne erste Adventswoche!