Freitag, 22. Oktober 2021

Es gibt ein Leben nach der Hose, Teil 2

Hallo Ihr Lieben, 

letzten Freitag habe ich - so hoffe ich jedenfalls - ein paar Hunde glücklich gemacht. Nicht weil sie mir ins Hosenbein beißen durften, sondern weil ich mal wieder die gesammelten Jeans-Wracks unserer Familie auseinandergenommen und hundetauglich wieder zusammengesetzt habe. 

Denn es gibt nämlich gar nicht weit von unserem Zuhause entfernt den sogenannten Tieranker. Das ist eine gemeinnützige Vereinigung für Bedürftige mit Haustieren. Dort können sie einmal im Monat Futterspenden abholen oder auch mal ein neues Bettchen, eine Leine oder was Hund und Katz sonst so braucht. Der Tieranker liefert auch Unterstützung, wenn es um Tierarztbesuche geht, und auch sonst kümmern sie sich um Mensch und Tier. Ich hatte beispielsweise gelesen, dass - wenn die Coronabeschränkungen es zulassen - auch eine Weihnachtsfeier samt Bescherung geplant ist. 

Das war natürlich mein Stichwort! Also hab ich die abgewetzten Blauen zerschnitten, bis die Schere stumpf war, und dann genäht, bis die Nadel glühte! Und bis auf die dicken Nähte und den sehr störrischen Hosenbund hab ich echt alles verarbeitet.

Angefangen hab ich mit den Hosentaschen, aus denen ich mal wieder eine Schildkrötenpopulation und einen ganzen Schwung Knochen fabriziert habe (gefüllt sind die übrigens mit mikroskopisch kleinen Jeansfitzelchen):


Dann hab ich die Hosenbeine in lange, schmale Streifen gerissen bzw. geschnitten, um solche Zerrspielzeuge daraus zu flechten. Die rote Kordel ist übrigens ein ausrangierter Schnürsenkel :-)


OK, wenn also Beine, Taschen und der obere Part verarbeitet ist, und Bund und Nähte tatsächlich aussortiert wurden, bleibt doch noch was übrig, oder? Richtig, der Reißverschluss!

Was macht man mit einem guten Dutzend Reißverschlüsse, die relativ kurz sind? Man kombiniere sie mit einem Haufen Milchtüten. Hä? Wie jetzt? 

Ganz einfach: Ich hab ja schon mehrfach berichtet, dass ich Tetrapaks wunderbar finde, um z. B. Pralinen zu verpacken, weil die Dinger von innen beschichtet sind. Warum also keine kleinen Täschchen daraus basteln, in die man dann Leckerli wie Schinkenwurst (oder sonstige Kleinigkeiten) füllen kann? Das Material lässt sich nämlich mit der Nähmaschine nähen, das soll man gar nicht meinen. Aber Obacht: Es wehrt sich beim Wenden, das ist echt Fummelarbeit. Und ich gestehe, eins ist mir dabei auch wieder kaputtgegangen. Für die Ewigkeit sind sie nicht gemacht, aber auch nicht gedacht. Und so sehen die aus:


Ich hab unterschiedliche Größen genäht, ein bisschen angepasst an die Länge der einzelnen Reißverschlüsse, und dann hab ich sie mit Filzstiften bemalt. Man könnte die sicherlich auch besticken, bekleben oder mit Acrylfarben bemalen, aber das war ein Versuchsballon und sieht ganz hübsch aus, finde ich. Von fern haben sie einen Touch von altem Leder, oder?

Hier gehe ich mal ein bisschen näher ran, dann sieht man es besser:







Dies alles hab ich letzten Freitag beim Tieranker abgegeben, und Heinrich hofft sehr, dass die Vierbeiner und ihre Leute sich drüber freuen!


In diesem Sinne: Lasst es Euch gutgehen!