Hallo Ihr Lieben,
sehr sonnige Grüße aus dem Ruhrgebiet und jetzt schon ein wunderschönes Wochenende! Bei uns gibt's heute zu Gegrilltem wohl Ofenkartoffeln, und ich zeig' Euch auch, warum.
Es gibt einen neuen Trend zur Selbstversorgung. Während die Generationen vor uns froh waren, dass sie Lebensmittel ganz bequem im nächsten Supermarkt einkaufen konnten (und es sicherlich auch ein Zeichen von Wohlstand war, sein Gemüse eben nicht selbst anbauen zu müssen), kann ich hier durchaus einen Wandel erkennen, und zwar aus den verschiedensten Gründen. Sei es, weil man unabhängig sein will, oder weil man konventioneller Landwirtschaft nicht mehr vertraut, weil man dem Nachwuchs live und in Farbe zeigen will, dass Kirschen nicht im Glas wachsen, oder einfach, weil es Spaß macht, mit den Händen in der Erde zu wühlen.
Ich bin zwar auf dem Dorf bzw. der Kleinstadt groß geworden und erinnere mich durchaus an den gut bestückten Obst- und Gemüsegarten meiner Großeltern, aber bei uns zu Hause wurde auf dem Wochenmarkt oder im Lebensmittelladen eingekauft. Einen Garten hatten wir nicht, und auf die Idee, Tomaten in einem Blumentopf anzupflanzen, ist schlichtweg keiner gekommen. Insofern habe ich nicht den allergrünsten Daumen - er changiert eher so ins Bräunliche:-)
Nichtsdestotrotz: Als die ersten Hamsterkäufe begannen und es kein Klopapier mehr gab, hab ich mir gedacht, setz ich mir doch einen Zewa-Baum in den Garten! Nee, mal im Ernst, wir sind weit davon entfernt, uns zu den Preppern zu zählen, aber wenn ich genug Platz habe, gibt mir ein bisschen Lebensmittelbevorratung schon ein gutes Gefühl. Und wenn dann noch was dabei ist, was ich selber produziert hab, umso besser. Also hab ich die Samen aus den Paprika rausgebastelt und eingepflanzt - epic Fail! Da hat sich überhaupt nichts getan, und ich habe inzwischen gelernt, dass das durchaus öfter vorkommt. Liegt wohl an der Züchtung... Dann wollte ich es mit etwas für Anfänger probieren und bin auf Kartoffeln gekommen. Wenn man sie nicht isst, könnte man auch Wodka draus machen - Win-Win, würde ich sagen.
Also hab ich mir ein paar Kartoffeln geschnappt, die schon ein bisschen ausgekeimt hatten - insgesamt glaube ich, zehn Stück. Dann hatte ich noch zwei Bottiche, die wir normalerweise sowieso im Garten verwendet haben, z. B. für Grünschnitt. Da hab ich dann ein paar Drainage-Löcher reingebohrt, unten rein eine Lage Kiesel, damit das überschüssige Wasser auch gut abfließen kann, und dann Erde drauf und die Kartoffeln rein. Ach ja, beide Bottiche kamen auf Pflanzenroller, damit ich sie - falls nötig - noch bewegen kann. Und es dauerte auch gar nicht lange, da sah man erstes Grün:
Wobei ich sagen muss, das Foto ist nicht ganz vom Anfang - hier habe ich zwischenzeitlich schon mal Erde nachgefüllt. So soll man das nämlich machen: Die Kartoffeln mit einer Schicht Erde bedecken, und wenn dann das Grün gut sichtbar ist, kommt da wieder Erde drauf, bis nur noch ein bisschen von den Blättchen zu sehen ist. Nennt man Anhäufeln. Aufgrund der Höhe der Gefäße hab ich das etwa zwei Mal gemacht.
Hier kann man ziemlich gut den Unterschied sehen - das war ungefähr das Maximum an Wachstum. Danach ging nix mehr in die Höhe, nur noch die Kartoffeln sind gewachsen. Geblüht haben sie übrigens auch:
Schön, oder? Insgesamt heißt es, dass es vom Pflanzen bis zur Ernte ungefähr 100 Tage dauert, aber man kann es auch ganz gut am Kartoffelgrün sehen. Wenn die Blätter welk und braun werden, kann man ernten. Das haben wir kürzlich auch gemacht:
Waren gut zwei Kilo Kartoffeln, nicht schlecht für den Anfang, finde ich! Wir haben schon davon probiert - sehr lecker. Und da ganz viele Winzlinge dabei sind, hätten wir vielleicht noch ein bisschen warten können, aber der Hamster war ungeduldig.
In Anbetracht der Ernte kann ich sagen - wir sind wohl auf der richtigen Seite des Spruchs...
Lasst es Euch gutgehen :-)
P.S.: Im Gegensatz zu den Paprikasamen hat das mit den Zitronenkernen bisher funktioniert:
P.P.S.: Durch die Umstellung auf die neue Version von Blogger zickt das System ein bisschen rum, was Formatierungen angeht. Einfach drüber wegsehen (und ggf. mit Wodka nachhelfen...)





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