Freitag, 13. August 2021

Ich sehe Rot!

Hallo Ihr Lieben,

eine Freundin von mir sagte mal: "Wenn ich an Dich denke, sehe ich Rot." Und zu meiner Verteidigung sei gesagt, es ging um Kleidung und Schuhe! Früher mochte ich Grün sehr gerne, und mir stehen viele Farben, aber Rot hat es mir irgendwie angetan - gerade bei Schuhen und Handtaschen. Oder denkt mal an das atemberaubende Abendkleid von Julia Roberts in "Pretty Woman"!

Und deshalb zeig ich Euch einfach mal, was ich so gebastelt habe in der letzten Zeit. (Ok, vergesst Julia Roberts solange, sonst wird das nix!) Ich hatte ja erzählt, dass ich kürzlich auf dem holländischen Stoffmarkt ein bisschen was eingekauft hatte - unter anderem Kunstleder. Normalerweise hab ich gerne ganz klassische Handtaschen, aber diesmal hab ich mich an ein rundes Täschchen gewagt:


Im ersten Wurf war ich nicht zufrieden, weil das Material sehr weich ist und daher die Rundungen nicht gut rauskamen und sehr wellig blieben. Zuerst hatte ich versucht, die runden Teile mit Pappe zu verstärken und somit aufzuspannen, aber das war nicht wirklich alltagstauglich. Ich war schwer versucht, das Ding komplett auseinanderzunehmen, hab mich dann aber dagegen entschieden. Ich hab die Nahtzugabe jeweils nach innen festgenäht (sog. Topstitching) und dann noch eine Futtertasche gemacht, die ich von Hand mit einem Blindstich an den Reißverschluss angenäht habe. Und siehe da, jetzt behält sie ihre Form!


Sie hat ein bisschen was über 20 cm Durchmesser, sodass die wichtigsten Utensilien wie Portemonnaie, Schlüssel, Handy und Maske gut reinpassen, und weil ich sie auf mich zugeschnitten habe, brauche ich keine Verstellmöglichkeit für den Gurt. Also alles ganz schlicht und minimalistisch.

Aus dem Reststoff habe ich kurzerhand noch ein Mini-Täschchen genäht, wo wirklich nur Schlüssel, Handy und Kackebeutel reinpassen. Und genau dafür war es auch gedacht: Wenn ich mit den Hunden rauswill, aber keine Taschen in den Klamotten habe.


Hier nochmal im Detail. Weil ich beim Hundespaziergang meist schnell an die kleinen schwarzen Beutelchen muss, habe ich auf einen Verschluss verzichtet. 


Eine Arbeitskollegin von mir berichtete letztens, dass sie bei Team Calls oder Webcasts, wo sie nur zuhören muss, immer Socken strickt. Meine Beste macht regelmäßig bei einem Wettbewerb namens Sock Madness mit, und eine andere Freundin strickte schon Socken, als es noch völlig uncool war, und so dachte ich mir, ich könnte das ja auch mal wieder ausprobieren. Gesagt, getan, hier ist die erste Variante im Werden:


Und hier das fertige Paar, übrigens ganz klassisch vom Bündchen bis zu den Zehenspitzen gestrickt, und die Zopf-Raute ist jeweils nur an der Außenseite. Der  einzelne Zopf hingegen läuft an beiden Seiten bis in die Fußspitze.


Danach hab ich welche von den Zehen aus angefangen mit einer Spitze samt offenem Maschenanschlag. Das heißt, ich hab erst eine Luftmaschenkette gehäkelt und damit zuerst vom Zehenansatz bis zu den Zehenspitzen in verkürzten Reihen gestrickt und anschließend wieder vergrößert, sodass ich irgendwann wieder an der Luftmaschenkette angekommen bin und dort Maschen aufnehmen konnte. Somit hatte ich dann die Gesamtanzahl an Maschen auf meinem Nadelspiel. Und ja, ich stricke noch mit einem Nadelspiel; allerdings hab ich mittlerweile welche aus Bambus (die kann man auch im Flieger verwenden).


Interessant ist hier der linksgestrickte Zwickel und die Herzchenferse statt einer normalen.


Tja, und dann wollte ich mir aus allen möglichen Varianten ein Sockenmuster zusammenmixen, quasi eine Frankensteinsocke. Das Bündchen im Pusteblumenmuster, der kurze Schaft im Kaffeebohnenmuster und die Herzchenferse waren schon fertig...


...und dann kam Else...



Weil sie so große Freude an dem Wollknäuel hatte und ich mir sowieso nicht sicher war, ob die Wolle reichte, hab ich ihr den Spaß gelassen und sie in aller Ruhe das Knäuel auseinandernehmen lassen. Die Socke ist den Weg alles Irdischen gegangen, aber das ist völlig in Ordnung. 

In diesem Sinne ein schönes Wochenende!

Donnerstag, 5. August 2021

Wann wird's mal wieder richtig Sommer?

Huhu, Ihr Lieben!

Es wird zwar noch eine ganze Weile dauern, aber zumindest bei meinen Eltern kehrt allmählich so etwas wie Normalität wieder. Nicht in Bezug auf COVID (wofür sicherlich das Gleiche gilt), sondern in Bezug auf die Überflutung. Die beschädigten und verdreckten Möbel sind entsorgt, der Stromkasten erneuert, die neue Küche bestellt, und beide sehen wieder etwas optimistischer nach vorne als noch vor drei Wochen. Und ich würde mir wünschen, dass die Solidarität, die Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt, der sich in dieser schwierigen Zeit unter den Menschen gezeigt hat, möglichst lange anhält.

Hier an der Elbe wurden wir zwar von Starkregen verschont, aber in den letzten Wochen fühlte es sich dennoch nicht so richtig nach Hochsommer an. Kleidchen und Schuhe ohne Nylons gehen zwar, aber es könnte schon noch ein bisschen wärmer sein, wenn es nach mir ginge. Fragt man allerdings die beiden Fellnasen, die gerade links und rechts von mir schnarchen, sind die mit den Temperaturen gerade hochzufrieden.

Und weil es eben nicht so heiß ist, war ich durchaus in the mood, den Backofen anzuschmeißen, deshalb hier mal wieder ein kleiner Einblick in unsere Küche...

Ich habe - glaub ich - schon mal erwähnt, dass ich meine Woche ein bisschen strukturiert habe. Also montags oder dienstags ist Bügeln angesagt, Mittwoch ist Water Wednesday, will sagen, das ist der Tag fürs Blumen gießen, freitags nach dem Hausputz, den freundlicherweise ein Helpling übernimmt, mache ich die Wäsche, denn kann können die Putzlappen gleich mit in die Maschine, und am Nachmittag kaufe ich ein. Abends hab ich dann meist wenig Bock, noch großartig was zu zaubern, also muss es möglichst einfach und schnell gehen. Manchmal wird dann der Lieferheld bemüht, oder aber ich ziehe einen Fertigteig für Flammkuchen aus dem Hut. Bisschen Schmand, ein paar Schinkenwürfel und eine Zwiebel, und fertig ist der klassische Flammkuchen. Ich habe ihn aber auch schon mit Camembert oder Ziegenkäse belegt und nach dem Backen noch ein paar Kleckse Preiselbeeren draufgelöffelt, das ist auch sehr lecker. Und hier eine Variante, wenn es ein bisschen edler sein darf: Mit Räucherlachs und Rucola - voilà!


Bisschen Tex-Mex geht natürlich auch immer, auch wenn ich gestehe, dass das garantiert authentischer geht... Anyway, ich hatte aus meinem Kaufnekuh-Paket noch Rinderhackfleisch, das ich angebraten habe. Dazu kamen dann die Klassiker Zwiebeln, Knoblauch, Tomatenmark und Kreuzkümmel und was mir sonst noch an Gewürzen in die Finger geriet. Natürlich waren Kidneybohnen und Mais auch mit von der Partie, die ich unter die Hackfleischmasse gerührt hab. Statt Tortillas hab ich solche fertigen Vollkorn-Wraps genommen (manchmal muss man es sich einfach einfach machen), die Masse da reingegeben und anschließend zu  Päckchen gefaltet. Die Päckchen kamen in eine Auflaufform, da drauf dann Sour Cream bzw. Schmand und geriebener Käse. Ab in den Ofen und genießen!




Da der Ofen jetzt schon einmal vorgeheizt ist, machen wir weiter mit Nachtisch. Johannisbeeren sind nicht mein Lieblingsobst, weil sie von Natur aus eher säuerlich sind. Wenn man sie aber geschickt kombiniert, macht gerade diese  Säure den Reiz aus. Also habe ich einen Rührteig mit Joghurt gemacht und die Johannisbeeren unter Streuseln versteckt. Damit ich den Kuchen besser portionieren und einfrieren konnte, hab ich stattdessen Muffins gebacken:




Ein paar davon halten in meiner Tiefkühltruhe Dornröschenschlaf, und wenn mir danach ist, sind sie ratz-fatz aufgetaut!

Zu guter Letzt habe ich mich noch an einen Mandarinen-Schmand-Kuchen gewagt. Der hatte eine Art Mürbteig als Basis, und darauf kam ein selbstgekochter Vanillepudding. Ich muss gestehen, den hab ich bisher immer mit dem Pulver aus dem blauen Papiertütchen angerührt. Aber im Grunde genommen besteht so ein Pudding aus Milch, Zucker, ausgekratzer Vanilleschote und Speisestärke, mehr ist es nicht. Ok, ich hatte keine Vanilleschote, also hab ich stattdessen Tonkabohne reingerieben, das gab dem Ganzen einen eher mandeligen Geschmack. Passte aber. Dieser frischgekochte Pudding wird dann mit Schmand verrührt und kommt auf den Kuchenboden. Getoppt wird das alles mit abgetropften Mandarinchen aus der Dose, und dann wird gebacken.


Tschuldigung, ich hätte den Kuchen gegen Ende wohl abdecken müssen... Als der dann ein wenig abgekühlt war, habe ich aus dem abgegossenen Mandarinensaft einen Tortenguss gekocht und mit einem Löffel vorsichtig darüber gegeben. 


Angeblich hätte er dann über Nacht in den Kühlschrank gemusst, aber ein Vormittag hat ausgereicht, um den Tortenguss fest werden zu lassen. Einwandfrei, würde ich sagen:


Ihr Lieben, das war's auch schon wieder. Nächstes Mal gibt's wahrscheinlich wieder was aus dem Nähzimmer...

Gehabt Euch wohl!