Montag, 25. November 2024

Is denn scho wieder Weihnachten?

Huhu, Ihr Lieben,

ja, in vier Wochen ist es schon wieder soweit - Weihnachten steht wie immer ganz plötzlich vor der Tür und will rein. Und da ich letzte Woche Urlaub hatte, hab ich schon mal dekoratiert (gut 20 Jahre alter O-Ton eines entzückenden kleinen Mädchens, das mittlerweile nicht mehr ganz so klein ist). Natürlich geh ich nicht einfach ins nächste Depot oder zu IKEA - das wäre erstens langweilig und zweitens unmöglich, denn beide gibt es hier nicht. Man kann wohl bei einem Groß-Importeur Schwedenkram bestellen, aber ich hab mal die Preise verglichen, lohnt sich nicht.

Was ich gekauft hab dieses Jahr war eine bunte Lichterkette für den Balkon, weil die alte letztes Jahr den Geist aufgegeben hatte, und einen künstlichen Tannenbaum, weil das Bäumchen der letzten beiden Jahre zur Wohnung gehörte. Beides hab ich auf Facebook Marketplace äußerst günstig geschossen und bin sehr zufrieden. Klar, der Tannenbaum könnte dichter sein und so ein schickes Spitzguss-Exemplar, aber die findet man hier so gut wie nicht, und ich hab ihn dicht genug behängt, dass es nicht so auffällt. Und was die Lichterkette angeht: Wenn demnächst Ryanair auf der Triq Il-Marfa landet, sind wir schuld :-D

Also hab ich die letzte Woche mit basteln und schmücken verbracht, gibt schlimmeres, oder? Gestartet hab ich mit einem etwas verunglückten Tannenbäumchen. Ursprünglich hatte ich gedacht, alte Mullbinden zu Rüschen zu verarbeiten und die dann um einen Karton-Kegel zu wickeln. Sah leider Scheiße aus, also wieder abgerupft. Dann habe ich Schleifenband in etwa 10 cm lange Streifen geschnitten und die so zusammengefaltet wie diese AIDS- oder Brustkrebs-Schlaufen und die in Runden auf besagten Kegel zu kleben. Viel besser! Noch einen Standfuß aus einer leeren Eisentabletten-Flasche drunter geklebt und einen Stern auf die Spitze - fertig!


Die Mullbinden, die ich für den Baum erst verwendet hatte, hatten solche Polsterungen eingeklebt, damit die zu verbindende Wunde auch gut geschützt ist. Diese Polster habe ich abgerupft und die oberste Lage abgelöst, weil das so ein glänzendes Material war, damit es sich nicht untrennbar mit der offenen Wunde verbindet. Daraus habe ich dann Herzen ausgeschnitten und sie mit Wolle teils bestickt und zusammengenäht = Anhänger Nummer eins.

Anhänger Nummer zwei, drei und vier waren jeweils aus Müsli-Kartonagen ausgeschnitten und entweder bestickt oder zusammengehäkelt.

Anhänger Nummer fünf habe ich ebenfalls aus Müsli-Kartons gebastelt, allerdings hab ich jeweils Kreise ausgeschnitten, in der Mitte gefaltet und dann zu einer Kugel zusammengeklebt. Unten dran hing jeweils noch ein Herz oder Glöckchen vom Lindt-Goldhasen dran.

Und zu guter letzt habe ich für Anhänger Nummer sechs Gardinen-Ringe mit Kordel umknotet und mit einer kleinen roten Schleife versehen, sodass die Dinger aussehen wie kleine Kränze. Und alle zusammen hab ich an die Gardinen-Stange direkt an der Spüle gehängt, damit man bei dem bisschen Haushalt auch einen schönen Ausblick hat. (Das Fenster führt nämlich nur in einen Lichtschacht, also quasi kein Ausblick auf nix.)

Und so sieht der Ausblick jetzt aus:


Danach musste ein Gedichtband von Hans Magnus Enzensberger dran glauben - er wurde kurzerhand in zwei Plissee-Objekte verwandelt. Die Anhänger ein Gedicht, sozusagen!


Heinrich soll selbstverständlich auch in Festtagsstimmung kommen, deshalb hat sein Futterplatz ein Deko-Upgrade erhalten:


Weil ich ja in der jetzigen Wohnung so eine rustikale Eiche-Wohnwand mit zwei Vitrinen zu bestücken habe, wollte ich noch was Helles, das sich gut abhebt. Und so habe ich nochmal ne Runde Kegel aus Pappe gebastelt und sie mit diesen runden Abschmink-Wattepads beklebt. Und schließlich hab ich noch schnell einen Adventskranz improvisiert aus Kerzen, Korken und ein paar roten Minikugeln - dieses Jahr war mir irgendwie nicht nach dem schwarzen Drahtkorb, den ich sonst immer verwende.

Und so sieht das ganze Ensemble zusammen aus - ich finde, aus der 70er Jahre Kellerbar ist jetzt eher eine Almhütte geworden; darauf einen Jagertee! ...und ja, das Weinregal muss dringend befüllt werden...


Übrigens hat dieser Blog vor ein paar Tagen seinen fünften Geburtstag (oder präziser die Vollendung des fünften Lebensjahrs) gefeiert - Happy Birthday to Blog! Und jetzt werf ich einfach noch ein paar Deko-Fotos in die Runde zur allgemeinen Erbauung und Unterhaltung... Und noch ne Anmerkung: Das Sofa hat mittlerweile noch einen gutsitzenden roten Bezug (ich musste den fertig gekauften leider auseinandernehmen und anpassen, da saß einfach nix), und in das Bonbon-Glas kommt noch was anderes als die grünen Eukalyptus-Klümpchen :-)











In diesem Sinne - macht's Euch gemütlich und genießt die Vorweihnachtszeit!

Montag, 4. November 2024

Smashing Pumpkins

Hallo Ihr Lieben,

es ist Herbst, demzufolge Kürbiszeit! Letzte Woche hatte mein Arbeitgeber uns Angestellte auf eine Runde Pumpkin Spice Latte eingeladen. Also haben die Jungs vom Coffee Shop gegenüber kurzerhand ihr Equipment einmal über die Straße und zu uns ins Büro gekarrt. Damit das Ambiente stimmt, kam vorher sogar noch ein Bauer vorbei und hat etwa 20 Kürbisse in unserer Küche abgeladen, mit denen dann der zweite Stock, wo es den Kaffee gab, herbstlich dekoriert wurde. 

Die Kürbisse waren essbar, und so durfte ich am Freitag nach der Kaffeesause einen von den runden Wundern mit nach Hause schleppen - von drauß' vom Walde komm ich her und kann euch sagen, so ein Kürbis wiegt schwer! 

Also hab ich den Samstag nach dem Wocheneinkauf damit verbracht, das Kürbismonster zu verarbeiten. Ihn einmal durchzuschneiden ging einfacher, als ich gedacht hatte - der gemeine Hokkaido erweist sich normalerweise als wesentlich störrischer als dieser maltesische Kürbis. Die Kerne hab ich von den Fruchtfleisch-Fasern befreit, gut gewaschen und auf einem Backblech mit Zewa zum Trocknen auf den Balkon gestellt. Am Sonntag waren die Kerne gut durchgetrocknet und ich hab sie kurz in Salzwasser gebadet und wieder zurück auf's Backblech. Eigentlich hieß es, man könne die 20 Minuten lang rösten, sollte sie aber zwischendurch mal wenden. Nach etwa 10 Minuten hatten die Kürbiskerne in meinem Gasofen eine Identitätskrise und dachten, sie seien Popcorn. Nachdem die Viecher also durch den Ofen hüpften, habe ich das Experiment abgebrochen. Doch oh Wunder, sie waren erstaunlich gut, und wir haben sie - nachdem sie ein bisschen abgekühlt waren - komplett weggefuttert.

Etwa ein Drittel des Kürbis habe ich ganz gelassen - ein Stück gibt es morgen abend und das andere Stück habe ich Samstagabend in schmale Streifen geschnitten und mit Bacon und Feta im Backofen gegart. Dazu gab es gegrilltes maltesisches Brot mit selbstgemachter Knoblauchbutter - sehr lecker!

Die anderen zwei Drittel habe ich von der Schale befreit, denn anders als beim Hokkaido kann man bei dem heimischen Kürbis die Schale nicht mitessen. Das Kürbisfleisch habe ich dann grob gewürfelt und in ein bisschen Wasser in meinen zwei größten Töpfen weich gekocht. Das ging relativ schnell, ich schätze mal so 20 Minuten. Das Wasser hab ich abgegossen und den Kürbis mit dem Stabmixer püriert. Dieses Kürbispüree (gute dreieinhalb Kilo!) habe ich portionsweise eingefroren und kann das dann mit und mit verarbeiten.

Ein Teil des Pürees musste gleich gestern dran glauben - erst waren ganz einfache Muffins an der Reihe und Brownies. Letztere hatten außer dem dunklen Teig noch ein Topping aus Frischkäse mit Kürbispüree, haben uns zwar nicht so richtig überzeugt, aber die Muffins waren super.



Da wir gestern eingeladen waren, hab ich noch kleine Kürbiskäsekuchen (in der Muffinform) ausprobiert. Die bekamen erst einen Boden aus geschredderten Löffelbiskuit mit geschmolzener Butter und einem Hauch Zimt. Darauf kam dann die Cheesecake-Masse aus Frischkäse, Kürbispüree, braunem Zucker und den üblichen Verdächtigen Zimt, Nelken, Muskat und Lebkuchengewürz, sowie einem Ei, und weil ich ganz sicher gehen wollte, etwas mit Wasser angerührter Speisestärke. Nach gut 15 Minuten waren die Schätzchen fertig - ich hab sie, wie jeden Käsekuchen, im Ofen auskühlen lassen und danach im Kühlschrank geparkt. Was soll ich sagen? Sie waren sensationell! Übrigens habe ich das erste Mal lactosefreien Frischkäse verwendet (aus Gründen), überhaupt kein Unterschied zu "normalem" Frischkäse - gut zu wissen...

Und es gab gestern auch noch was Herzhaftes - da wir durch die Einladung nicht so ewig viel Zeit hatten, habe ich mich gegen Kürbisgnocchi entschieden, denn das war zu langwierig mit Kartoffeln vorkochen und so. Stattdessen wurde ich zum Instagram-Opfer und habe mich an schnellen Nudeln versucht. Im Wesentlichen mixt man einen Teig aus Mehl, Salz und Kürbispüree und schneidet mit der Schere davon kleine Häppchen ab, die man direkt ins kochende Wasser fallen lässt. Wenn der Teig flüssiger gewesen wäre, hätte ich ihn wie Spätzle in den Topf schaben können. 

Weil die kleinen Biester ratzfatz gar sind (wenn sie im Topf oben schwimmen, das war in wenigen Minuten der Fall), habe ich keine aufwändige Sauce gemacht, sondern einfach nur Salbei und Knoblauch in Butter angeschwitzt und die Pasta darin geschwenkt. 


War richtig gut und wird definitiv nochmal gemacht! An der Schnitttechnik arbeite ich übrigens noch :-)

Was hab ich noch auf der Kürbis-to-do-Liste? Eine klassische, amerikanische Pumpkin Pie, definitiv Kürbis-Suppe, eine Hähnchen-Kürbis-Pfanne und ein Curry, denn das geht immer.

In diesem Sinne - genießt den Herbst und ganz viel Kürbis!