Huhu, Ihr Lieben,
ja, in vier Wochen ist es schon wieder soweit - Weihnachten steht wie immer ganz plötzlich vor der Tür und will rein. Und da ich letzte Woche Urlaub hatte, hab ich schon mal dekoratiert (gut 20 Jahre alter O-Ton eines entzückenden kleinen Mädchens, das mittlerweile nicht mehr ganz so klein ist). Natürlich geh ich nicht einfach ins nächste Depot oder zu IKEA - das wäre erstens langweilig und zweitens unmöglich, denn beide gibt es hier nicht. Man kann wohl bei einem Groß-Importeur Schwedenkram bestellen, aber ich hab mal die Preise verglichen, lohnt sich nicht.
Was ich gekauft hab dieses Jahr war eine bunte Lichterkette für den Balkon, weil die alte letztes Jahr den Geist aufgegeben hatte, und einen künstlichen Tannenbaum, weil das Bäumchen der letzten beiden Jahre zur Wohnung gehörte. Beides hab ich auf Facebook Marketplace äußerst günstig geschossen und bin sehr zufrieden. Klar, der Tannenbaum könnte dichter sein und so ein schickes Spitzguss-Exemplar, aber die findet man hier so gut wie nicht, und ich hab ihn dicht genug behängt, dass es nicht so auffällt. Und was die Lichterkette angeht: Wenn demnächst Ryanair auf der Triq Il-Marfa landet, sind wir schuld :-D
Also hab ich die letzte Woche mit basteln und schmücken verbracht, gibt schlimmeres, oder? Gestartet hab ich mit einem etwas verunglückten Tannenbäumchen. Ursprünglich hatte ich gedacht, alte Mullbinden zu Rüschen zu verarbeiten und die dann um einen Karton-Kegel zu wickeln. Sah leider Scheiße aus, also wieder abgerupft. Dann habe ich Schleifenband in etwa 10 cm lange Streifen geschnitten und die so zusammengefaltet wie diese AIDS- oder Brustkrebs-Schlaufen und die in Runden auf besagten Kegel zu kleben. Viel besser! Noch einen Standfuß aus einer leeren Eisentabletten-Flasche drunter geklebt und einen Stern auf die Spitze - fertig!
Die Mullbinden, die ich für den Baum erst verwendet hatte, hatten solche Polsterungen eingeklebt, damit die zu verbindende Wunde auch gut geschützt ist. Diese Polster habe ich abgerupft und die oberste Lage abgelöst, weil das so ein glänzendes Material war, damit es sich nicht untrennbar mit der offenen Wunde verbindet. Daraus habe ich dann Herzen ausgeschnitten und sie mit Wolle teils bestickt und zusammengenäht = Anhänger Nummer eins.
Anhänger Nummer zwei, drei und vier waren jeweils aus Müsli-Kartonagen ausgeschnitten und entweder bestickt oder zusammengehäkelt.
Anhänger Nummer fünf habe ich ebenfalls aus Müsli-Kartons gebastelt, allerdings hab ich jeweils Kreise ausgeschnitten, in der Mitte gefaltet und dann zu einer Kugel zusammengeklebt. Unten dran hing jeweils noch ein Herz oder Glöckchen vom Lindt-Goldhasen dran.
Und zu guter letzt habe ich für Anhänger Nummer sechs Gardinen-Ringe mit Kordel umknotet und mit einer kleinen roten Schleife versehen, sodass die Dinger aussehen wie kleine Kränze. Und alle zusammen hab ich an die Gardinen-Stange direkt an der Spüle gehängt, damit man bei dem bisschen Haushalt auch einen schönen Ausblick hat. (Das Fenster führt nämlich nur in einen Lichtschacht, also quasi kein Ausblick auf nix.)
Und so sieht der Ausblick jetzt aus:
Danach musste ein Gedichtband von Hans Magnus Enzensberger dran glauben - er wurde kurzerhand in zwei Plissee-Objekte verwandelt. Die Anhänger ein Gedicht, sozusagen!
Heinrich soll selbstverständlich auch in Festtagsstimmung kommen, deshalb hat sein Futterplatz ein Deko-Upgrade erhalten:

















