Montag, 26. Oktober 2020

2 x 2

Huhu, Ihr Lieben!

Im Westen nichts Neues - will sagen, unser Umzug ist weiterhin Work in Progress, aber wir machen das Beste draus, hilft ja nix. Dafür beglücke ich Euch heute mit zwei mal zwei - stay tuned...

Als erstes hab ich  zwei neue Kürbisrezepte ausprobiert - diesmal nicht vegetarisch, aber kreative Köpfe bekommen das bestimmt auch ohne Hackfleisch oder Bacon hin. Als erstes kommt einen Butternut, den ich ein bisschen ausgehöhlt und mit Öl eingepinselt habe, und der ging dann mit frischem Knoblauch und ganz viel Rosmarin und Thymian in den Ofen zum Vorgaren.

Währenddessen hab ich ich Hackfleisch mit Zwiebeln und Kürbisstückchen angebraten, und diese Masse kam dann in die Butternut-Hälften. Anschließend kam noch Feta drüber, und dann sah diese Köstlichkeit so aus:


Übrigens habe ich gestern das erste mal The Wonder Hack probiert, eine vegane Hackfleisch-Alternative (gibt es auch in Patty-Form als The Wonder Burger). Ich hab es in der Pfanne angebraten, mit ein bisschen Tomatenpampe und Kidneybohnen gemischt und in Taco Shells gepackt. War großartig und sehr zu empfehlen. Anfangs war ich ein bisschen irritiert, weil das Hack beim Braten keinen Farbwechsel durchlief, sondern rötlich blieb, aber geschmacklich war es hervorragend. Das könnte man bestimmt auch gut für dieses Butternut-Gericht nehmen.


Als zweites musste mal wieder ein Hokkaido herhalten, denn die Tatsache, dass man ihn nicht schälen muss, ist einfach ein unschlagbares Argument. Ich habe ihn mit unserem japanischen Mörderbeil in Spalten gehackt, direkt auf dem Backblech mit Olivenöl gemixt und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Anschließend kamen noch zerzupfte Scheiben von Frühstücks-Bacon drauf und auch wieder zerkrümelter Feta. 

So kam es aus dem Ofen - ging superschnell, ist echt einfach, und hat mit ein bisschen Brot supergut für uns beide gereicht.

Das waren also die ersten zwei, demzufolge kommen jetzt die zweiten zwei, ich war nämlich wieder mal mit der Nähmaschine zugange. Seit einiger Zeit dümpelte ja mein angefangener Jeans-Quilt als UFO (unfinished Object) in meinem Nähzimmer herum und wartete auf seine Fertigstellung. Es hat leider eine Weile gedauert, aber letzte Woche habe ich endlich eine Fleece-Decke in der perfekten Farbe gefunden, die ich als Rückseite nehmen wollte. 

Arbeiten unter erschwerten Bedingungen:


Da die Oberdecke aus Jeans etwas größer war als die Fleecedecke, musste ich die Jeansdecke einkürzen und hatte somit Material für ein weiteres Projekt, aber dazu kommen wir später. Ich habe also die beiden Decken an den Rändern zusammengenäht, jedoch nicht aufwändig gequiltet, sondern sie nur in den Zentren der Häkeltupfen von Hand zusammengeheftet und den Quilt anschließend noch mit einem Pünktchenstoff eingefasst. Die erste Naht dieser Einfassung mache ich mit der Maschine, aber das Finish erfolgt immer von Hand. Etwas aufwändig, aber mit Heinrich und der Decke auf dem Sofa ist das sogar ganz gemütlich:


Und das ist das Ergebnis - nicht, dass ich zwingend noch eine Decke gebraucht hätte, aber sie ist einfach schön! Und manchmal braucht man einfach was Schönes...



Der Geburtstermin der Tochter eines Arbeitskollegen rückte näher, und ich hatte zwar schon eine Knistersonne genäht, aber mir fehlte noch die richtige Inspiration für ein etwas größeres Projekt. Jetzt war mir durch das Deckenprojekt Material quasi in den Schoß gefallen, und just in dem Moment bin ich bei Pinterest über ein Sitzkissen in Hasenform gestolpert. Sowas braucht immer einen strapazierfähigen Stoff, und Jeans ist da ideal. Vom Foto her und von der Schnittkonstruktion war der Hase ziemlich simpel, aber der Teufel steckte im Detail, wie ich während des Nähens feststellen durfte...

Angefangen hab ich mit dem Körper, den ich mit Vlieseline verstärkt habe, und außerdem wurde das Ganze mit einer Paspel verziert. Dazu legt man einen Streifen Stoff in Kontrastfarbe um eine Kordel und das wiederum kommt dann zwischen die zwei Stoffstücke, die man eigentlich zusammennähen will. Beim Wenden erscheint dann die Paspel, wenn man alles richtig erfasst hat. Damit ich möglichst nah an die Paspel rankam, hab ich das Ganze mit dem Reißverschlussfüßchen genäht, und meine gute W6 hat sich tapfer durch die ganzen Stoffschichten durchgewühlt.



Damit die Hasenohren auch ordentlich stehen, musste ich mir was einfallen lassen - ich konnte Hasi ja schlecht mit Viagra füttern... Also hab ich zwei Tunnel genäht und überdimensionale Kabelbinder (sozusagen als Korsettstäbchen) da reingeschoben. Außerdem mussten die Kabelbinder über die Ohren hinausragen, damit sie mir nicht an der Naht abknicken. Hier hat dann die Nähmaschine gestreikt; nach einer verbogenen Nadel hab ich die Ohren von Hand an das Vorderteil genäht. 


Dann hab ich das Ganze irgendwie zusammengefummelt und als Boden einen Rest SnapPap (also veganes Leder aus Pappe) verwendet. Äußerst strapazierfähig und daher genau das Richtige. 


Die Kombination aus Jeans mit mehreren Nähten, Vlieseline, Paspel und SnapPap war allerdings nicht ohne zum Zusammennähen, das muss ich zugeben. Aber - oh Wunder - es hat funktioniert, und ich konnte mich ans Füllen von Hasi machen.

Und jetzt kommt der anstrengende Teil  - und zwar aus Bergen von Stoffresten winzigkleine Fitzelchen zu schnippeln, die in Hasis Bauch gestopft werden. Das hatte ich echt unterschätzt - so ein Hasenbauch fasst jede Menge Stoffreste... 

Sooooo viele:


Und noch mehr:


Und noch mehr:


Zu guter Letzt habe ich auch noch ein Kissen reingestopft, sonst wäre Hasi ein echt schwerer Brocken geworden! Aber niedlich isser, find ich... (Man verzeihe mir die miese Belichtung!)






Mit acht Tagen Verspätung ist das kleine Mädchen übrigens auf die Welt gekommen, und Hasi kann dann mal so langsam in ihr Kinderzimmer hoppeln :-)

Bleibt gesund und zu Hause!

Mittwoch, 14. Oktober 2020

Happy Birthday to Blog!

 

Tja, ein ganzes Jahr ist es jetzt schon her, dass ich mich gefragt habe, ob die Welt wirklich und wahrhaftig auf einen weiteren, nämlich meinen Blog gewartet hat. Um ehrlich zu sein, ich weiß es  auch jetzt noch nicht, aber ich hoffe, ich habe Euch mit meinen kleinen Posts ein bisschen unterhalten, ablenken, aufmuntern, zum Schmunzeln oder auf Ideen bringen können. Und wenn das in Ordnung ist, mache ich einfach weiter!

Allerdings nicht heute, denn jetzt sollten wir alle - im Rahmen der Corona-Beschränkungen - ein bisschen feiern :-) Schließlich ist dieses Jahr 2020 so chaotisch, dass wir jede Gelegenheit nutzen sollten.

Bleibt gesund und mir gewogen

Alex

Donnerstag, 8. Oktober 2020

Licht am Ende des Tunnels?

Hallo Ihr Lieben!

Um mit der Neu-Bundesverdienstkreuzträgerin Mai Thi Nguyen-Kim zu sprechen: Holt Euch 'nen Tee, oder in meinem Fall eine heiße Zitrone mit ganz viel Honig:


Ist usselig geworden, oder? Naja, der Jahreszeit angemessen, aber ich bin dennoch froh, dass wir eine funktionierende Heizung und eine Notration Brennholz haben. Unsere beiden Fellnasen sind jetzt nicht mehr die Jüngsten und freuen sich auch mehr über ein kuschelig-warmes Plätzchen als einen Spaziergang in Wind und Regen. 

Und wenn es draußen so fies und ungemütlich ist, machen mich Salate und Co. nicht besonders an, muss ich zugeben. Mir ist dann mehr nach Soulfood, also Futter, das Bauch und Seele wärmt. Und weil ich ja nicht jedes Wochenende die ewig gleichen Variationen eines Rührkuchens backen will, hab ich mal was (zumindest für mich) Neues ausprobiert: Buchteln oder auch Wuchteln - beides lustige Namen, die aus dem Böhmischen kommen (also die Namen und das Gericht). Im Wesentlichen handelt es sich um ein Gebäck aus gefülltem Hefeteig. 

In das Rezept gehört ein Ei, und weil ich das von der Menge her ganz akzeptabel finde, habe ich das nicht ersetzt. Auch die Butter und die Milch, die vorgesehen sind, habe ich genau so reingepackt, obwohl man da sicherlich vegane Alternativen verwenden kann. Anyway, für die Buchteln braucht man also einen süßen Hefeteig ähnlich wie für Brioche oder Weckmänner, der dann in einzelne Portionen abgeteilt wird, die man erst zu Kugeln formt, dann plattdrückt, lecker füllt und dann wieder zu einer Art Kloß zusammenfügt. In meinem Rezept sollten die Buchteln mit Nutella gefüllt werden, aber ich hatte Pflaumenmus da, also wurde das verwendet. Außerdem musste noch eine Handvoll frische Pflaumen unbedingt gegessen werden, und so habe ich die kurzerhand zu einer Fruchtsauce eingekocht. Alternativ hätte auch eine Vanillesauce gut gepasst, aber die Pflaumen mussten weg und waren mit einem bisschen Zimt sehr lecker dazu.






Samstagabend war uns nach Fisch, und ich hatte Pangasiusfilet in der Tiefkühltruhe. Nach dem Auftauen kamen die Klassiker, also Säubern, Säuern, Salzen, und dann hab ich die Filets in eine Auflaufform gepackt und eine Paste aus gehackten Haselnüssen, geriebenem Käse und Schmand darauf gestrichen. Während das im Ofen vor sich hinschmurgelte, hab ich noch ein Lauch-Linsengemüse dazu gekocht, abgeschmeckt mit Senf, Frischkäse und ein bisschen Zitrone. Optisch jetzt nicht so der Renner, wenn ich mir das Foto anschaue, aber auch echt lecker:


Sonntagabend hab ich die im letzten Jahr schon mal vorgestellte Herbstpizza gemacht, allerdings nicht mit Geflügelsalami sondern einer vegetarischen Variante von der Marke mit der Windmühle drauf. Diese Firma wurde eigentlich als Hersteller von Fleisch- und Wurstwaren bekannt, macht aber mittlerweile mit den fleischlosen Alternativen mehr Umsatz als mit Teewurst und Co. Interessehalber habe ich neben dieser Salamialternative (in den Varianten mit und ohne Pfeffer) auch den vegetarischen Schinkenspicker und die Leberwurst mit Schnittlauch ausprobiert. Alles sehr, sehr gut, und dieser Schinkenspicker ist mein absoluter Favorit. Geschmacklich kein Unterschied zu herkömmlicher Schinkenwurst/Fleischwurst/Lyoner, aber dafür viel kalorien- und fettärmer. Ein klarer Pluspunkt, wie ich finde.


Tja, das war's dann auch wieder. Im Moment warte ich  noch auf meine Großpackung Vlieseline, damit ich meine diversen Stoff-Mosaik-Ideen in die Tat umsetzen kann. Ansonsten tu ich mich im Moment schwer damit, Dekozeug zu basteln, denn vor dem Umzug will ich eigentlich kein zusätzliches Umzugsgut generieren. Denn es gibt ein schwaches Licht am Ende des Tunnels, und vielleicht klappt das mit dem Bauernhof nämlich doch noch, wer weiß...

Lasst es Euch gutgehen!