seit gestern ist Karneval vorbei (zumindest für die nächsten neun Monate), und bis Ostern ist Fastenzeit angesagt. Es gibt ja seit Jahren den Trend, sich dieser Fastenzeit anzuschließen, auch wenn man keinem christlichen Glauben anhängt. Und die Leute verzichten dann auf die verschiedensten Sachen: auf Alkohol, auf Schokolade, aber auch auf Fernsehen oder Facebook oder YouTube, oder, oder. Persönlich hatte ich jetzt dieses Jahr nicht das Bedürfnis, in irgendeiner Form zu fasten, aber ich finde das Konzept grundsätzlich nicht schlecht. Zumindest, um sich bestimmte Gewohnheiten mal bewusst zu machen.
Anyway, wir haben jedenfalls ordentlich gefeiert, damit sich das Fasten auch lohnt!
Man mag ja über Karneval denken, was man will, aber ich halte es für eine wichtige Möglichkeit, kurz aus dem Alltag auszusteigen, eventuelle Sorgen für eine Zeit lang zu vergessen, alte Bekannte wiederzusehen, und zu sprechen, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Ich bin nämlich der Meinung, dass Heimat nicht zwingend was mit einer Postleitzahl zu tun hat, sondern mit Sprache und heimischem Dialekt. Das ist für mich Rheinisch/Kölsch, und sobald ich das höre, fühle ich mich zu Hause. Das hatte ich an diesem Wochenende wieder mal sehr ausgiebig, und es war gut!
Was man auch nicht vergessen darf: Der rheinische Karneval hat - im Gegensatz zu der alemannischen Fasnacht - nichts mit Winteraustreiben zu tun, sondern beinhaltet auch eine politische Komponente. Gegen die Obrigkeit rebellieren, die herrschenden Zustände kritisieren und offen aussprechen, was nicht rund läuft - auch das sind Ursprünge des rheinischen Karneval. Ein schönes Beispiel ist aus einem Songtext der kölschen Band Brings: (auf Hochdeutsch) Mal sind wir hier rot, mal sind wir hier schwarz, doch wenn es hier braun wird, gibt es Rabatz. Und im Stammbaum-Lied der Bläck Fööss wird beispielsweise angesprochen, dass das Rheinland ein Schmelztiegel ist, aber alle haben davon profitiert, jeder spricht mittlerweile die gleiche Sprache und Karneval feiern alle zusammen. Gefällt mir!
Sicherlich hat Karneval auch seine Schattenseiten - es kommt halt immer darauf an, was man draus macht. Und für mich haben die tollen Tage ganz viel mit Zusammenhalt, Freundschaft, gemeinsam Feiern und Genießen zu tun. Ganz wichtig für die Seele, wenn es auch noch so banal klingt.
Ach ja, außer mir gab es dieses Jahr noch jede Menge Minnie (und Maxie) Mäuse, das Kostüm schien sehr beliebt zu sein. Also hab ich die Ohren schon vom Haarreifen wieder abgerupft, und das rote Kleid wird zum Nachthemd umfunktioniert. Nächstes Jahr werde ich dann doch das Kaktus-Kostüm ins Auge fassen...
Gehabt Euch wohl!













