Dienstag, 28. Juli 2020

Nix von der Stange

Hallo Ihr Lieben!

Früher dachte ich ja immer, wenn einem die Klamotten nicht gut passen, läge das entweder daran, dass nicht die richtige Größe gewählt worden ist, einfach "billig" produziert wurde oder der Schnitt schlichtweg nichts für einen tut. Manchmal hab ich mich dann auch geschämt, weil ich die einfachste Lösung für das Problem nicht hinbekommen hab: Nimm doch einfach ab, dann passt du in alle Klamotten. Mittlerweile bin ich älter, schlauer und gelassener. 

Sicherlich ist die richtige Konfektionsgröße wichtig, und über Fast Fashion wie Primark, kik, NKD und Konsorten brauche ich wohl kein Wort zu verlieren. Und mit der Zeit bekommt man auch ein Gefühl für den eigenen Stil, weiß, was einem steht und was nicht - und das hat nichts mit der Kleidergröße zu tun. Mein Oberkörper ist, wenn ich den Standardmaßangaben von Schnittmustern glauben darf, gut 4 cm kürzer als der Durchschnitt, dafür sind meine Beine halt ein bisschen länger, sodass ich trotz meines insgesamt eher zwergenhaften Wuchses dennoch "normal" lange Hosen kaufen kann, die nicht über den Boden schleifen. 

Ich kann damit leben, dass meine Taille und mein Bauch nicht schlank sind - dafür aber meine Beine. Daher trage ich gerne Kleider, die zwar weit, dafür aber relativ kurz sind, oder enge Hosen und eher legere Oberteile. Ich besitze keine Jumpsuits, weil mir sowas selbst mit 25 kg weniger nicht gut stehen würde, und ich käme nie im Leben auf die Idee, meine Oberkörper mit einem Gürtel optisch noch mehr zu verkürzen, auch wenn der gesamte Luxuskörper in Kleidergröße 40 passte. Und mal davon abgesehen, sind diese Kleidergrößen ehrlich gesagt nur grob richtungsweisend. Einige Große-Größen-Hersteller schreiben z. B. kleine Größen in ihre Klamotten, damit die Kunden sich gut fühlen, wieder andere Hersteller, die eher in die Fast Fashion-Kategorie gehören, teilen ihre Größen so ein, dass selbst Twiggy (oder Kate Moss für die Jüngeren) eine 42 braucht, um atmen zu können. Und ich hab es auch schon erlebt, dass der gleiche Hosenschnitt in der exakt gleichen Größe letztendlich doch unterschiedlich groß, lang oder weit ist. 

Meine Nähkünste haben sich zwar in den letzten Jahren verbessert, und ich habe auch schon die eine Jacke und den anderen Mantel komplett genäht (und trage die Sachen sogar gern und oft), aber dennoch habe ich nach wie vor großen Respekt davor, Kleidung für andere selbst zu nähen. Insofern war ich ganz froh, dass der Wetterhamster kürzlich nicht gefragt hat, ob ich ihm eine Jeans nähen könnte, sondern kurzerhand eine bestellt hat. Obwohl er sich an der Größe einer gut sitzenden Jeans orientiert hatte, war die erste Hose insgesamt viel zu klein. Die gleiche Hose eine Nummer größer war dann viel zu lang und zu weit im Bein, und außerdem hat es ihm so gar nicht gepasst, dass da eben Größe x und nicht Größe y drin stand - mimimi. Weil das Ding aber an den vier Buchstaben gut und recht bequem gepasst hat, habe ich ihm dringendst angeraten, die Zahl auf dem kleinen weißen Waschanleitungszettelchen entweder zu vergessen oder rauszuschneiden. Es hilft ja nix: Menschen gibt es nun mal nicht von der Stange, und wenn die Hose am Poppes passt, ist die Größe unerheblich, so lange ich den Rest, also Beinlänge und -weite relativ einfach abändern kann. 

Das ist bei Stoffhosen abhängig von der Machart mal mehr, mal weniger kompliziert, bei farbigen Baumwollhosen ohne Bügelfalte total simpel; aber Jeans sind ein Thema für sich. Ihr habt jetzt sicher alle ein Bild von so einem typischen Jeansbein-Abschluss vor Augen, und ich finde es total schade, dass der beim normalen Hosenkürzen verloren geht. Das ist uns sogar schon passiert, als wir für den Wetterhamster in einem Jeansladen eine Hose gekauft haben und sie gleich dort kürzen ließen. Die überschüssige Länge wurde einfach abgeschnitten und das restliche Hosenbein umgenäht. Der charakteristische Saum war weg, und man sah sofort, dass die Hose gekürzt worden ist. Deshalb habe ich jetzt eine andere Technik ausprobiert, die den ursprünglichen Saum erhält. Ist nicht auf meinem Mist gewachsen, aber nun getestet und für gut befunden, sodass ich Euch die frohe Kunde nicht vorenthalten will. 

Als erstes habe ich diesen besagten Saum mit einer Nahtzugabe von 1 cm vom Bein abgeschnitten und dann das restliche Bein gekürzt - dabei die Nahtzugabe eingerechnet und im Hinterkopf behalten, dass ja der Saum wieder hinzukommt. Dann habe ich den Saum rechts auf rechts auf das Bein gelegt, sodass beide Schnittkanten aufeinander liegen und der Saum in Richtung Hosenbund zeigt - guckstu hier (bisschen unscharf, aber hoffentlich erkennbar):


Und dann habe ich direkt rechts neben der goldenen Originalnaht (also fast im Nahtschatten) den Saum mit blauem Garn festgenäht.


Hier sieht man, dass die Nadel direkt neben der Ursprungsnaht einsticht:


Ich hab danach das Ganze mit einem Zickzack-Stich versäubert, weil Jeansstoff ja gerne ausfranst:


So kam ich zu folgendem Ergebnis:


Der Saum ist da, aber jetzt ist Bügeln angesagt. Und damit die Rückseite schön flach liegt, habe ich den neuen Saum mit doppelseitig klebendem Aufbügelvliesband-Gedöns am Hosenbein festgepappt.

Und wenn dann alles glattgebügelt und gewendet ist, sieht das so aus:


Kann man nicht meckern, oder? Klar, wenn man die Hose umkrempelt, sieht man natürlich die Naht. Aber wenn die Beinlänge stimmt, braucht man ja auch nix mehr umkrempeln, oder?

In diesem Sinne erhebe ich mein Glas auf Einzigartigkeit und Individualität - Prost!!!







Mittwoch, 22. Juli 2020

Tatataaa!

Hallo Ihr Lieben,

falls Ihr mich vermisst habt: Meine Muse wollte nicht küssen, sondern lief mit einem Cocktail schreiend über die Wiese... Aber jetzt bin ich ja da, alles wird gut :-) Übrigens: Ich hatte ja mal erzählt, dass ich unseren Speiseplan so optimiert habe, dass ich nur noch alle drei Wochen einkaufen muss. So sieht das dann aus, und meine Smart Watch rechnet mir dafür Excercise-Minuten an...


Da ist alles dabei von Klopapier über Hundefutter und von Duschgel bis Hähnchenbrust. Voraussetzung ist natürlich eine Tiefkühltruhe, ein Null-Grad-Fach im Kühlschrank und ein bisschen gesunder Menschenverstand. Sprich: Die Sachen, die schneller verderben, werden zuerst verbraucht, und die länger haltbaren Lebensmittel verputzen wir eben später. Pizzaböden, Kuchen und Burgerbrötchen backe ich selbst, aber Flammkuchen- oder Blätterteig kaufe ich und friere sie ein. An Kuchen gibt es meist Trockenkuchen, weil man den gut einfrieren kann, oder aber ich backe einen Biskuitboden, der dann nach dem Auftauen frisch belegt wird. Wir hatten letztens Mandarinenquark drauf, war seeeehr lecker. Dann hab ich immer TK-Gemüse da, z. B. für meine Spinat-Lasagne oder ein Veggie-Curry. Eis am Stiel darf auch nicht fehlen, zumindest im Sommer. Ich kaufe meistens die Mini-Variante von Magnum oder Solero, denn häufig reicht so ein Häppchen schon aus, um den Süßhunger zu befriedigen. Und wenn nicht, gibt's halt zwei. Nudeln und Reis sind natürlich die Klassiker, die ich immer daheim habe, außerdem noch rote Linsen, Dosentomaten, geräucherte Schinkenwürfel, Parmesan und Zwiebeln. So lassen sich immer mal ein Risotto, Spaghetti Carbonara oder vegetarische Bolognese zaubern. Thunfisch plus Schmand oder Broccoli plus Schmelzkäse ergeben auch immer gute Pastasaucen, und auch Ajvar eignet sich hervorragend als Saucen-Basis. Kartoffeln mit etwas Rosmarin und Thymian im Ofen gegart, dazu ein Salat und Kräuterquark, das geht auch immer. Das ist jetzt alles keine High End-Küche, sondern Sachen für jeden Tag, die schnell gehen, einigermaßen fettarm und einigermaßen gesund sind. Meist vegetarisch, aber am Wochenende schon mit Fleisch und vom Grill - weil Sommer ist. Apropos Sommer - das gab's am Montagabend:


Tja, und dann hab ich Euch ja mal erzählt, dass ich einen ganzen Schwung Kosmetikpads gehäkelt habe, die sich aber als unpraktisch erwiesen haben. Die hab ich kurzerhand aufgeribbelt und neu verarbeitet, mit Quasten und Perlen verziert, und hier unten drunter zeig ich Euch mal die Ergebnisse. Ich kann mir die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten vorstellen: Als Taschenbaumler oder an einem Reißverschluss, als Schlüsselanhänger, vielleicht sogar Kettenanhänger, Geschenkverpackung/-Verzierung... 



Aber hier mal ohne Worte einfach die Bildchen:










Und weil man nie zu alt ist zum Lernen, es höchstens ein bisschen länger dauert, bis man was kapiert :-) , habe ich mich an einer neuen Technik ausprobiert: Needle Tatting. Leider gibt es keinen hübschen deutschsprachigen Begriff, ich hab nur noch Occhi gefunden, was sehr italienisch klingt und die Bedeutung auch nicht erklärt. Im Wesentlichen ist Needle Tatting eine Art der Spitzenherstellung, deshalb könnte man eventuell von einer Art Klöppeln sprechen. Das geht mit speziellen Spindeln oder Schiffchen (dann heißt es Shuttle Tatting) oder sogenannten Tatting Nadeln - im Grunde reicht aber eine etwas dickere Nähnadel mit einer Öse, durch die ein Stickgarn oder Topflappengarn durchpasst. Sowas hatte ich zu Hause und hab damit mal ein wenig rumgespielt. Das Prinzip sind das Makramee-ähnliche Knoten, die man auf die Nadel knüpft und dann zu Bögen oder Kreisen zusammenfügt. Dazwischen kann man noch kleine Schlaufen - sogenannte Picots - einfügen, die entweder als Verzierung oder als Verbindungsöse fungieren. Mein Fazit nach ein paar Arbeitsproben: Eine längere (und vor allem stumpfe) Nadel ist handlicher als meine alte spitze Stopfnadel mit 7 cm, und ein dünneres, eventuell glänzendes Garn ist sicher nicht verkehrt, wenn man zierliche Sachen wie Ohrringe oder Serviettenringe herstellen will. 


Nichtsdestotrotz hier meine ersten Versuche:







Update: In der Zwischenzeit sind noch ein paar Anhänger dazugekommen:





Und noch eine Erkenntnis: Es hat gar nicht so lange gedauert, bis ich die Technik draufhatte - Hans kann eben doch noch lernen, was Hänschen nicht beigebracht wurde :-)

Gehabt Euch wohl!







Freitag, 10. Juli 2020

Warenpräsentation ist wichtig

Hallo Ihr Lieben,

die Schauwerbegestalter (die früher mal Dekorateure hießen) können es bestätigen: Wenn eine Ware schön präsentiert wird, verkauft sie sich besser. Ich will jetzt gar nix verkaufen (dafür ist meine Warenpräsentation einfach nicht schön genug), und präsentieren will ich eigentlich nur in zweiter Linie, aber ich will was aufstellen - und zwar mein iPad.

Mein Tablet ist ein Geschenk vom Hamster und hat sogar eine persönliche Widmung, deshalb ist es mir lieb und teuer und wird entsprechend gehegt und gepflegt. Damit nichts drankommt, hab ich aus einem kirschroten Wollfilz eine relativ schlichte Hülle genäht, die dann aber mit Blätterapplikationen verziert.

Mit der Hülle war es aber nicht getan, ich brauchte auch einen Ständer, auf den ich das iPad draufpacken kann, um bequem was anzuschauen. Ich hätte jetzt natürlich eine Mufuhü - also eine Multifunktionshülle, die gleichzeitig als Aufsteller für das iPad fungiert, kaufen können. Aber ich hab nun mal Spaß an DIY, und das Material hatte ich zu Hause, insofern war die Entscheidung schnell gefallen. 

Meine heißgeliebte schwarze Cordhose war den Weg alles Irdischen gegangen, und so hab ich einem Bein von ihr ein zweites Leben geschenkt: Abgeschnitten,  auf einer Seite zugenäht, mit allen möglichen schweren Trockenvorräten (Reis, Linsen, etc.) gefüllt und auf der anderen Seite ebenfalls geschlossen. Hinten hab ich etwas von dem Stoff umgeschlagen, einen Knopf drangenäht, und in diesen Tunnel klemme ich jetzt immer meine Kopfhörer. Oben drauf kann ich noch meine Brille parken - das zählt dann auch zu Multifunktionsaufsteller, oder?

Und so sieht das Ding aus - auf dem ersten Bild erkennt man hoffentlich die rote Hülle und die geparkte Brille ganz gut:


Auf dem zweiten Bild erkennt man den Knopf und das Kabel dahinter. Man erkennt auch, dass das Bild etwas verwackelt ist, aber ich sage jetzt einfach mal, dass das Absicht ist. Ich wollte nämlich den Fokus auf das Kabel, jedoch nicht auf die rote Hülle lenken...


Und auf dem dritten Bild ist der Aufsteller in seiner ganzen Pracht (naja, mehr oder weniger - ich bin kein Fotoprofi, und schwarzer Cordstoff ist nicht wirklich ideal, um Details zu zeigen...)


Aber hier sieht man ganz gut die Kante, in die das Pad quasi eingeklemmt wird, und wie es sich an das "Pyramidendings" anlehnen kann. Wenn ich unterwegs bin, reist nur die Hülle mit, der Ständer bleibt aufgrund seines Gewichts zu Hause. Aber ich bin dennoch sehr zufrieden.

Habt ein schönes, zufriedenes Wochenende und bleibt gesund!