Freitag, 27. Januar 2023

In meinen Topf geguckt

Hallo Ihr Lieben!

Deutschland zeigt sich momentan in 50 Shades of Grey, aber tröstet Euch: Auch auf Malta herrscht Winter. Die Temperaturen liegen irgendwo zwischen 10 und 16 Grad, es ist oft sehr windig und fühlt sich daher recht frisch an. Aber sobald die Sonne rauskommt, ist alles wunderbar.

Mittlerweile hat sich hier ein bisschen Routine eingespielt. In Deutschland bin ich meist freitags einkaufen gegangen und hab das Futter für die ganze Woche geholt. Hier läuft das ein bisschen anders. Obst und Gemüse kaufe ich bei Charlie, dem Gemüsemann. Der kommt dienstags und freitags mit seinem Truck und parkt dann den ganzen Tag quasi unterhalb von unserem Balkon. Die Qualität ist sagenhaft und die Preise unschlagbar. Ich hab heute beispielsweise zwei Kilo Kartoffeln, einen Blumenkohl, ein Kilo Zucchini (bzw. Marrow, das ist die hellere und kleinere Variante davon), vier Bananen und noch 15 Eier von freilaufenden Hühnern für sage und schreibe 12 Euro erlegt! Da kann man wirklich nicht meckern. Und weil die Sachen hier wirklich reif geerntet werden und sich nicht ganz so lange halten, ist es sinnvoller sich zwei Mal pro Woche mit Obst und Gemüse ganz frisch einzudecken. 

Brot kaufe ich bei Tony, dem Bäcker, und zwar so ein typisch maltesisches Weizenbrot, das sowohl frisch als auch getoastet eine echte Delikatesse ist - ein Brot von etwa 500 bis 750 g gibt es für 1,10 Euro und so handtellergroße weiche Brötchen für 15 Cent. Einige der größeren Supermärkte hier bieten Online-Bestellungen an und liefern kostenlos ab einem Bestellwert von 75 Euro. Wenn ich das zusammenbekomme, lasse ich mir schon mal die Sachen liefern, vor allem wenn es schwere Sachen sind wie Saftkartons oder Mehl. Je nach Uhrzeit kommt die Lieferung dann noch am gleichen Tag. Wenn ich nur Kleinigkeiten brauche, die es weder beim Bäcker noch beim Gemüsehändler gibt, kann ich auch in die zahlreichen kleinen Tante-Emma-Läden gehen. 

Es gibt aber auch einige Lidl-Filialen auf der Insel, und die nächsten beiden sind mit dem Bus ziemlich gut zu erreichen. Der Lidl hat gute Preise für Gouda, Parmesan und Frischkäse, außerdem hat er ein echt leckeres Schokomüsli und Früchtetee und Hundeleckerli, die Heinrich besonders gut kauen kann :-) 

Ach ja, und alle zwei Wochen kommt ein Truck mit Reinigungs- und Hygieneprodukten in unsere Straße, quasi ein Rossmann auf Rädern. Da hab ich bisher noch nichts gekauft, aber meine Nachbarinnen sind ganz begeistert und kaufen dort immer ihr Waschmittel. Und neuerdings kommt donnerstags immer ein Fischhändler mit seinem Laster an den Kirchplatz gleich um die Ecke. Also alles total nah, und so macht es mir überhaupt nichts aus, dass die einzelnen Einkäufe auf die Woche verteilt sind. 

Genauso ist es auch mit dem Waschen - in Deutschland hab ich nur einmal in der Woche die gesamte Wäsche erledigt, und mit einem Trockner war das auch kein Problem. Hier auf Malta haben wir keinen Trockner, aber bei 300 Sonnentagen und Seewind geht es auch gut ohne. Okay, im Winter, wenn die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist, wäre ein Trockner schon nett, aber so verbrauchen wir schon ein bisschen weniger Energie - auch gut. Jedenfalls haben wir hier zwei Wäscheständer, also eigentlich eher anderthalb :-), und da passen maximal zwei Waschladungen drauf. Also passe ich immer gutes Wetter mit viel Wind ab und dann wird eben gewaschen, wenn es passt. Funktioniert auch prima!

Hier jetzt ein paar Beispiele, was ich die letzte Zeit so in der Küche fabriziert hab:


Das ist überbackener Fenchel. Früher mochte ich den überhaupt nicht, aber hier auf Malta hab ich mich schon ein paar Mal drangewagt, und er war immer lecker. Einmal geschmort mit viel Knoblauch und Zitrone über Spaghetti, ein anderes Mal mit Möhren und Arborioreis als Risotto und hier eben mit Mandelsahne und Parmesan überbacken. 

Hier gibt es übrigens ganz frischen Knoblauch zu kaufen, der sieht fast genauso aus wie Frühlingszwiebeln. Ich hatte den erst gar nicht als solchen identifiziert, aber meine Vermieterin meinte, das sei junger Knoblauch, und den brauche man für die Füllung von Artischocken. Auf maltesische Art werden Artischocken nämlich nicht nur einfach so gekocht und mit Butter oder einer Sauce zum Dippen serviert, sondern gefüllt, und zwar mit besagtem Knoblauch, Petersilie und Thunfisch. Das musste ich natürlich ausprobieren. Da ich mich mit der Füllung verschätzt und noch reichlich übrig hatte, habe ich den Rest mit Kräuterfrischkäse vermischt, und das ergab einen superleckeren Brotaufstrich. 


Diese Marrows, die ich zuvor schon erwähnt hatte, gibt es hier übrigens sowohl in länglich als auch in der runden Version. Das schreit quasi nach Füllung, beispielsweise wie hier mit Sojastückchen, Tomatenmark, Knoblauch, Mandelmehl und Reibekäse:


Dazu gabs Polenta mit viel Rosmarin und Meersalz - sehr zu empfehlen!

Letzten Sonntag waren wir mal wieder bei den Vermietern eingeladen. Zur Erklärung: Sonntags kommt die Familie immer zusammen, also Mary und Joe, die beiden Kinder mit den jeweiligen Ehepartnern und insgesamt drei Kindern. Man sitzt in der Küche zusammen auf der Bank vor dem Kamin und futtert Sandwiches, und kleine Häppchen, ähnlich wie Tapas, z. B. Bigilla (ein würziger Bohnendipp) mit Crackern, Schafskäse von Gozo, Oliven, Seafood, Pistazien, Chips - also kein steifes Essen, wo man die Kids nur sehen, aber nicht hören darf, sondern alles ganz formlos und entspannt. Und da ich nicht mit leeren Händen kommen wollte, hab ich ein Monkey Bread gebacken, denn das kann man gut auseinander zupfen und so, wie es ist, verspeisen. Im Wesentlichen ist das übrigens ein Hefeteig, der in kleine Bällchen geformt wird. Die Bällchen kommen dann in zwei Lagen in eine Springform, dazwischen kommt eine gute Portion Pesto und Reibekäse, und man kann die einzelnen Bällchen auch noch mit geschmolzener Butter bestreichen - das fand ich aber etwas viel des Guten. Ist übrigens gut angekommen!


Als letztes gibt es natürlich auch noch was Süßes. Seit kurzem haben wir ein neues Küchen-Gadget. Eigentlich hätte ich das nicht wirklich gebraucht, aber jetzt, wo das Ding da ist, finde ich es eigentlich gar nicht so schlecht. Das Vehikel sieht ein bisschen aus wie eine moderne Kaffeemaschine, also hinten ein Wassertank, oben ein Zutatenbehälter und vorne ein Auslass - und es macht in kürzester Zeit Pflanzenmilch. Man packt einfach eine Handvoll Mandeln oder Cashewnüsse oder Haferflocken oderoderoder rein, füllt den Wasserbehälter und drückt auf ein Knöpfchen. Dann mahlt und filtert und häckselt das Gerät und füllt in weniger als drei Minuten eine schicke Glasflasche mit frischer Pflanzenmilch. Wir machen damit unsere morgendlichen Smoothies, geben sie übers Müsli und wir arbeiten sogar an einer Barista-Variante mit Haferflocken und Cashews.

Dabei entsteht natürlich eine Art Trester, der zum Kompostieren zwar geeignet, aber viel zu schade ist. Also hab ich den genommen und in Kombination mit etwas Weizenmehl, Zucker und Backpulver eine Art Rührteig fabriziert. Obwohl er quasi nicht aufgegangen ist, war er trotzdem relativ leicht - schmeckte wie ein Nuss-Mandel-Kuchen - absolut lecker! Ich könnte mir aber auch vorstellen, damit solche Bliss Balls oder Energy Balls zu machen, z. B. mit Kokosraspeln, getrockneten Früchten oder Kakao. Gibt also noch viel zu testen. Aber der Kuchen war schon mal ein guter Anfang...


In diesem Sinne: Gehabt Euch wohl und probiert immer mal wieder was Neues aus!

     

Donnerstag, 12. Januar 2023

Finger Food

Hallo Ihr Lieben!

Nachdem wir uns hier auf Malta schon ein bisschen eingelebt und ein paar Leute kennen gelernt haben, wollten wir ein kleines Get Together organisieren. Quasi einen Neujahrsempfang, denn an Weihnachten waren alle so beschäftigt, dass wir nicht noch zusätzlichen Stress mit unserer Einladung verursachen wollten. Also haben wir für letzten Samstag auf ein paar Drinks und Finger Food eingeladen, und ich wollte Euch hier mal zeigen, was es gab. 

Wir waren übrigens zehn Erwachsene und drei Kinder, und weil einige davon - wie wir - gerne vegetarisch essen und offen sind für vegane Alternativen, habe ich ausschließlich vegetarische Kleinigkeiten gezaubert. Da wir eine Person mit Laktose-Intoleranz dabei hatten, hätte ich im Nachhinein mehr Veganes machen sollen, aber fürs nächste Mal weiß ich Bescheid.

Übrigens ist mir bewusst, dass Finger Food mehr Arbeit machen kann als ein Drei-Gänge-Menü, aber ich wollte am Abend nicht am Herd stehen, und der Vorteil von kalten Häppchen ist, dass man sie gut vorbereiten und teilweise sogar einfrieren kann. Außerdem ist die Atmosphäre dann zwangloser, und man braucht weniger Platz für Teller :-)

Deshalb hier also die Darsteller in der Reihenfolge ihres Erscheinens:

Gestartet habe ich Dienstags mit der Vorbereitung einer Karotten-Orangen-Suppe, von der ich leider kein Foto habe. Im Wesentlichen habe ich Möhren, Kartoffeln und eine Zwiebel gewürfelt und in Olivenöl angebraten. Dann Orangensaft und Gemüsebrühe angegossen und das Ganze ca. 30 Minuten köcheln lassen. Außerdem hatte ich ein daumengroßes Stück Ingwer mitgekocht, das ich dann allerdings vor dem Pürieren rausgenommen habe. Die pürierte Suppe hab ich dann noch mit der orientalischen Gewürzmischung "Ras el Hanout" abgeschmeckt, was wirklich wunderbar gepasst hat. Nach dem Abkühlen hab ich sie in Beutel abgefüllt und eingefroren.

Mittwochs hab ich dann zweierlei vegane Muffins gebacken. Einmal mit Kakao und Coca Cola, damit sie schön fluffig werden und einmal mit Apfelstückchen und Zimt. Die kamen nach dem Abkühlen auch erst mal ins ewige Eis - und hier gibt es tatsächlich ein Foto :-)

Außerdem habe ich Cashewnüsse eingeweicht, damit ich die am Donnerstag zu veganem Frischkäse und veganen Fetawürfeln verarbeiten konnte. Den Frischkäse habe ich dann zusammen mit Oliven, Crackern und Edamer (nicht vegan) auf einem Brett serviert, und die Fetawürfel kamen mit Cherrytomaten auf Spießchen.


Jede Party braucht Frikadellchen, oder? Als vegetarische Variante hab ich Haferflocken mit Ei, Zwiebeln und geraspeltem Käse gemixt und gebraten. Die schmecken sowohl warm als auch kalt, und die Größe ist auch variabel. Für die Party hatten sie in etwa Tischtennisballgröße.

Parallel dazu hab ich im Ofen ein Blech Zucchini-Kuchen gebacken, der ebenfalls prima warm und kalt gegessen werden kann. Ist total einfach: Ca. 500 g Zucchini raspeln, dazu 1 gehackte Zwiebel, 5 Eier, 200 g Mehl und 150 g Reibekäse. Alles mixen und würzen,  auf ein Blech streichen und bei 180 Grad etwa 30 Minuten backen. 

Anschließend hab ich einen Joghurt-Dip gemixt, der am Samstag mit Gemüsesticks serviert wurde. Die Kinder waren da ganz scharf drauf, obwohl ich eigentlich damit gerechnet hatte, dass sie sich über die Süßigkeiten hermachen würden. Da war ich echt baff!

Danach hab ich ebenfalls noch am Freitag die Tortilla-Röllchen vorbereitet. Im Grunde genommen hab ich nur Torrtilla-Fladen, die man auch für Wraps verwendet, mit Kräuter-Frischkäse bestrichen und Oliven und getrocknete Tomaten darauf gegeben. Aufgerollt und die Rollen im Kühlschrank aufbewahrt. Am nächsten Tag musste ich sie nur in Scheiben schneiden und auf Holzspießchen stecken. Wenn ich ehrlich bin, schmeckt mir die Variante mit Räucherlachs und Frischkäse allerdings besser.

Dann hab ich Freitagabend nur noch Eier hartgekocht und einen Hefeteig angesetzt, damit der über Nacht im Kühlschrank gehen konnte.

Am Samstag waren dann außer Anrichten und Tisch decken nur noch Sachen auf dem Programm, die frisch aus dem Ofen am besten schmecken. Also hab ich den Hefeteig mit viel Olivenöl, grobem Meersalz und Rosmarin zu Focaccia verbacken - das passte ganz gut zur Suppe.

Aus den hartgekochten Eiern hab ich die Dotter rausgelöst und mit Mayo, Senf und Gewürzen zu einer Paste vermixt. Die kam dann in eine Spritzbeutel und von da kunstvoll wieder zurück in die Eiweißhüllen - ein klassischer Partysnack aus den 70ern...

Danach hab ich Blätterteig einmal mit rotem und einmal mit grünem Pesto bestrichen. Den Teig mit rotem Pesto habe ich in Streifen geschnitten und gedreht, den mit grünem Pesto aufgerollt und in Scheiben geschnitten, sodass Schnecken daraus wurden. Über beides eine ordentliche Portion Reibekäse und ab damit in den Ofen. Schnell und einfach!


Bitte entschuldigt die Frischhaltefolie auf einigen Fotos. Eigentlich mag ich die nicht, aber unsere Vormieter hatten sie da gelassen, und so hab ich sie genutzt. Und ich bin am Abend selbst nicht mehr dazu gekommen, alles einzeln ohne Abdeckung zu fotografieren. Aber so sah es insgesamt aus:





War ein gelungener Abend!

Lasst es Euch gutgehen und feiert die Feste, wie sie fallen!!!

Sonntag, 1. Januar 2023

Frohes Neues!

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch ein frohes neues Jahr, erfüllt von Frieden, Glück, Gesundheit und natürlich auch Erfolg - in welcher Form auch immer. Verbringt Zeit mit Euren Lieben, schiebt nichts auf die lange Bank und genießt das Leben, denn keiner weiß, wie lange es dauert.

Wir haben den Silvesterabend zunächst ziemlich gemütlich verbracht, und dann haben wir gut gegessen: Nicht die üblichen Verdächtigen wie Raclette oder Fondue, nein, es gab vegetarische Kohlrouladen mit Semmelknödelfüllung und Glühwein-Sauce. Das war relativ aufwändig, und wird es daher wohl nicht jede Woche geben. War aber sehr lecker!


Wieso war das aufwändig? Naja, zuerst macht man diese Semmelknödelfüllung, will heißen, Zwiebeln mit Kräutern der Provence anbraten, Pflanzenmilch dazu geben, dass die erwärmt wird, und das zu gehackten, altbackenen Brötchen geben. Etwas geraspelte Möhre und Ei dazu und das Ganze eine gute halbe Stunde quellen lassen. Ordentlich würzen, denn die Masse schluckt die Gewürze enorm. 

Dann Pilze anbraten, ebenfalls abschmecken und beiseite stellen. Falls noch altbackenes Brot übrig ist, würfeln, n etwas Öl kross anbraten und anschließend mit Meersalz bestreuen. Auch zur Seite stellen, wird zum Servieren gebraucht.

Dann den Strunk vom Weißkohl entfernen und vorsichtig die Blätter lösen, denn die sollten ganz bleiben. Das wird schwieriger, je weiter man nach innen kommt, denn dann sind die Blätter oft ineinander gefaltet. Aber mit etwas Geduld geht das. Die Kohlblätter werden dann kurz in heißem Wasser blanchiert, und ich hab danach die dicke Mittelrippe der Blätter rausgeschnitten. Hätte man auch vor dem Blanchieren machen können, aber ich wollte nicht, dass sie zu sehr auseinander fallen. Anschließend legt man zwei Blätter übereinander und bestreicht sie innen mit Senf. Dann kommt etwas von der Semmelknödelmasse darauf und noch ein paar gebratene Pilze. Den ganzen Klumpatsch dann irgendwie kunstvoll zu einer Roulade drechseln und entweder mit Küchengarn fesseln oder mit Zahnstochern zusammenspießen. Ich hab dann alle Rouladen in einen großen Bräter gegeben, mit Brühe angegossen und mit geschlossenem Deckel ca. 45 Minuten gegart.

Parallel dazu hab ich gehackte Pilze, Zwiebeln und Möhren angebraten, mit Glühwein abgelöscht (normaler Rotwein oder Bier gehen auch) und mit Gemüsebrühe aufgefüllt. Das durfte dann ebenfalls mit geschlossenem Deckel 40 Minuten auf kleiner Hitze vor sich hin köcheln. Das Rezept sah dann vor, die Sauce durch ein Sieb zu geben und mit Mehl anzudicken. Mir widerstrebte es aber, das Gemüse einfach wegzuschütten, und deshalb hab ich es mit dem Passierstab in der Sauce püriert. Hat mir schon das Andicken erspart.

Beim Anrichten hab ich dann zuerst die Sauce auf die Teller gegeben, dann die Rouladen darauf und das Ganze mit den Croutons und ein paar angebratenen Sonnenblumenkernen garniert. Man hätte jetzt noch Kartoffelpüree oder sowas dazu servieren können, aber mit der Semmelknödelfüllung hat uns das auch so wunderbar gereicht.

An Weihnachten waren wir am ersten Feiertag bei Nachbarn/Freunden eingeladen, und an Heiligabend gab es traditionell Kartoffelsalat mit Würstchen. Deshalb hatte ich am zweiten Feiertag Zeit und Muße, einen vegetarischen Nussbraten zu zaubern - der war nämlich auch nicht in fünf Minuten zubereitet...


Bin mir nicht sicher, ob ich den schon mal erwähnt hab, aber im Wesentlichen werden Zwiebeln und Knoblauch angebraten, dann kommen gehackte Pilze dazu. Das wird dann mit geraspeltem Käse (je würziger, desto besser), gekochtem Wildreis, Hüttenkäse und gehackten Nüssen gemischt. Abschmecken mit Thymian und Salbei, Salz und Pfeffer, und zur Bindung braucht man dann noch vier Eier. Vielleicht ginge auch Kichererbsenmehl als Ei-Ersatz, habe ich aber noch nicht ausprobiert. Die Masse kommt in eine Kastenform und darf dann für eine gute Stunde in den Ofen. Zusammen mit einer Béchamel-Sauce superlecker, und kann auch prima kalt gegessen werden (dann vielleicht eher mit einer Remoulade oder Mayonnaise).

Kurz vor Weihnachten sind wir übrigens nach Msida gefahren, um unsere maltesischen Ausweise abzuholen - man hatte uns benachrichtigt und wir hatten vereinbart, am 23. Dezember vormittags dort aufzuschlagen. Was man leider vergessen hatte, uns mitzuteilen, war die Tatsache, dass die drei Behördenmitarbeiter zwar vor Ort waren, aber eine Weihnachtsfeier unter sich veranstalteten. Also keine Ausweise für uns, aber eine lustige Busfahrt im maltesischen Vorweihnachtsverkehrschaos. Nun gut, dann fahren wir halt am 2. Januar nochmal hin, ich hoffe, die Silvesterfeier der Behörde ist dann schon vorbei :-) Übrigens liegt Msida laut Busplan direkt hinter Paris - hier ist halt alles etwas kleiner, auch die Entfernung nach Frankreich :-)


Ach, was ich noch erwähnen wollte: Hier auf Malta gibt es immer nur organisiertes Feuerwerk - von Spezialisten mit Lizenz und Feuerwerkskörpern, die nicht in irgendeinem osteuropäischen Hinterhof mit fragwürdigen Zutaten zusammengemixt wurden. Eigentlich findet das immer in der Hauptstadt Valletta statt, aber in diesem Jahr hatte man das Silvesterfeuerwerk ausnahmsweise nach Mellieha verlegt. Fanden wir ziemlich praktisch, denn so konnten wir nach dem leckeren Essen in fünf Minuten zu Fuß rüberlaufen und uns das Spektakel anschauen. Und es war wirklich spektakulär! Dauerte zwar nicht besonders lange, gute 20 Minuten ungefähr, aber es gab Musik, es gab was zu Trinken, besonders kalt wars auch nicht, niemand hat sich beim Böllern verletzt, und die Menschenmenge war auch überschaubar. Die Stadtreinigung kümmerte sich ums Aufräumen, es gab weder Tage vorher noch nachher schon Geböllere, was Kinder mit leichtem Schlaf und ängstliche Haustiere sicher sehr zu schätzen wissen. I like!








In diesem Sinne alles Gute für 2023 
- wird garantiert aufregend und spannend!