Montag, 2. September 2024

Cool bleiben

Hallo Ihr Lieben,


Heinrich hat bei seinem täglichen Blick aufs Meer festgestellt: Hier war lange nix mehr los - das müssen wir ändern!

Wir leben jetzt seit vier Monaten in unserer neuen Wohnung, und die Nähe zum Meer begeistert uns immer wieder aufs Neue. Mittlerweile haben wir einen Garagenschlüssel (wenn auch keine Garage), und daher können wir eine Abkürzung nutzen. Das heißt, unser Weg ans Wasser beträgt jetzt schlappe 100 Meter! Deshalb heißt es für uns jeden Tag nach der Arbeit "Pack die Badehose ein", und dann dümpeln wir ne halbe Stunde im badewannenwarmen Mittelmeer. Könnte schlimmer kommen, oder?

Wir hatten nämlich die letzten Wochen eine ordentliche Hitzewelle. Ja, ich hör euch schon sagen: Genau das wolltet ihr ja so, sonst wärt ihr nicht hierher gezogen. Stimmt auffallend. Aber die Kombination aus Hitzewelle und Hitzewallung (ja, ich bin jetzt in dem Alter) ist blöd. Klar haben wir Klimaanlagen im Apartment, aber die wollen wir natürlich nicht die ganze Zeit laufen lassen. Also war ich dankbar für die natürliche Abkühlung.

Und was gibt es sonst noch, was die Hitze angenehm erträglich macht? Richtig: Eis! Das allerdings in seinem bevorzugten Aggregatzustand vom Laden in den heimischen Gefrierschrank zu bugsieren stellt bei 38 Grad Celsius durchaus eine Herausforderung dar, deshalb musste ich entweder eine Kühlbox kaufen oder mir was einfallen lassen.

Just in dem Moment fiel mir ein Werbegeschenk meines freundlichen Arbeitgebers in die Hände - nämlich eine Sonnenblende fürs Auto. Und da hab ich mir gedacht: Challenge accepted, das Ding sollte sich doch in eine Kühltasche umfunktionieren lassen. 

In einem ersten Versuch habe ich eine bestehende Einkaufstasche (ein weiteres Werbegeschenk mit dem passenden Aufdruck "Stoffe statt Blumen") verwertet, weil deren Schnitt nicht allzu kompliziert war und das Außenmaterial einigermaßen stabil. Und so habe ich kurzerhand für diese Tasche ein Innenteil aus dem Sonnenblenden-Material genäht. Ich wollte nämlich wissen, ob und wie sich das verarbeiten lässt. Ich hab dann noch einen Klettverschluss befestigt, und insgesamt hat das ganz gut geklappt.


Da ich aber noch einiges an Sonnenblende übrig hatte und die Tasche nicht so furchtbar groß ist, wollte ich mich an einem Kühl-Rucksack versuchen. Außenstoff musste ich dafür kaufen, denn meine Restekiste ist fast leer. Aber zumindest hatte ich noch Gurtband und eine Schließe. Also habe ich letzten Samstag einen ganz netten Vorhangstoff erlegt. Hätte noch ein bisschen fester sein können, aber ich dachte mir, in Kombination mit dem silbernen Material würde das schon gehen. 

Angefangen habe ich mit dem Zuschnitt der Sonnenblenden - mit einer normalen Allzweckschere geht das supereinfach. 


Meine gute alte W6 hat sich tapfer durch das Zeug gearbeitet, und auch das ging relativ gut. Ich habe sicherheitshalber die Stichlänge auf die höchste Stufe gestellt, das Material brauchte ein bisschen Unterstützung beim Führen, und es war zugegeben ein bisschen störrisch, aber alles in allem war ich angenehm überrascht.


Das sollte jetzt kein aufwändiger Picknickrucksack mit allem Schnickschnack werden, deshalb habe ich das Design frei Schnauze und relativ einfach gemacht. Also erst mal den Innenkorpus erstellt:


Und dann den Außenstoff angepasst:

Ich hatte mir überlegt, so ein geklappter Verschluss wäre wohl das einfachste - den könnte man zur Not auch offen lassen, wenn ich mich beim Pistazieneiskauf mal wieder nicht beherrschen kann :-) Den Stoff habe ich dort, wo ich die Verschlüsse und die Rucksackträger befestigt habe, mit SnapPap-Resten verstärkt:



Ich hatte noch kurz darüber nachgedacht, ob ich eine Hybrid-Tragelösung anbringen soll, also fliegender Wechsel zwischen Rucksack und Einkaufstasche, aber das ließ die Länge meines Gurtbands nicht zu, und so hab ich einfach einen Tragehenkel drangenäht, das sollte reichen. 


Anschließend hab ich nur noch den Stoff um den oberen Rand der Silberfolie umgeschlagen und festgenäht, somit waren Innen- und Außenteil schonmal miteinander verbunden. Dann hab ich die Verschlussbänder und die Träger auch noch an der Silberfolie befestigt, damit sie doppelt gesichert sind.


Und so sieht das gute Stück aus - mal von hinten...

...mal von vorn... (und nein, wir steigen damit nicht aufs Matterhorn!)


Ich denke, ich werde die beiden Schichten an ein paar Stellen noch von Hand miteinander verbinden - vielleicht das Muster ein bisschen nachsticken oder so, und das sollte es dann gewesen sein. Für 27 Kilo Eisbein dürfte der Kühl-Rucksack nicht stabil genug sein, aber für zwei, drei Familienpackungen Eiscreme reicht er locker. Und Eiscreme würde ich Eisbein sowieso jederzeit vorziehen :-)

Passend dazu schenk ich euch noch einen Ohrwurm:
Like ice in the sunshine, like ice in the sunshine
I'm melting away on this summer day...

In diesem Sinne gehabt euch wohl und lasst es euch gutgehen!