Mittwoch, 30. November 2022

Es vorweihnachtet sehr...

Hallo Ihr Lieben,

genau heute sind wir jetzt einen Monat hier auf Malta, und ich muss sagen, es fühlt sich gut an! Mir sind übrigens in der Zwischenzeit noch ein paar Dinge aufgefallen, die hier kleiner sind: Papierhandtücher auf der Rolle, aber auch Klopapier, unser Wischmopp, das Bügelbrett und sogar der Weihnachtsbaum!

Ich hatte ja berichtet, dass unsere Wohnung komplett möbliert ist, und es gehört sogar ein Tannenbäumchen mit zur Grundausstattung. Als unsere Vermieter das erzählten, war ich ziemlich erfreut, denn im Zuge unserer Relocation habe ich unseren Weihnachtsbaum wieder zurück an die ursprünglichen Besitzer (mein Schwesterherz und ihr Mann) zurückgegeben. Ich dachte also, ich müsste hier einen kaufen, aber das war unnötig. Letzte Woche kamen also unsere Vermieter, die passenderweise Mary und Joseph heißen, und haben uns das gute Stück sogar vorbeigebracht! 


Am Weinregal kann man die Dimension ganz gut erkennen, der Kleine gehört mit etwa 120 cm eher zur Gattung Krüppelkiefer, aber einem geschenkten Gaul... Insofern hab ich alle Christbaumkugeln, die es in den Umzugswagen geschafft haben, hervorgekramt und eine gute Stunde lang geschmückt, was das Zeug hält. Und so sieht der Knirps aus, wenn er sich feingemacht hat:


Kann man lassen, oder? Aber ich war gerade so schön im Schwung, und die letzten Jahre hat es mir immer unheimlich Spaß gemacht, noch ein bisschen Dekoration zu basteln. Und da ich nur zwei Kartons voller Weihnachtsdeko mitgenommen hab, war da Luft nach oben. Und so habe ich uralte Schullektüre, die schon etwas zerfleddert war, auseinandergenommen und neu wieder zusammengesetzt. Könnte man theoretisch auch an den Christbaum hängen, aber das wäre bei unserem Kleinen dann doch ein bisschen zu viel des Guten gewesen.

Als erstes hab ich ganz simpel angefangen und schlichte Sterne ausgeschnitten, die ich dann noch mit Schneeflocken verziert hab:


Danach blieben auf den Seiten jeweils Streifen übrig, die ich zu Herzanhängern zusammengetickert hab. Könnte man auch prima zum Valentinstag verwenden.


Dann hab ich mich am einem Tannenbäumchen versucht, das auch ganz hübsch geworden ist:


Aber Sterne bzw. Schneeflocken gehen immer, und so hab ich natürlich jede Menge davon gebastelt - in unterschiedlichen Größen und Techniken:







Und weil die - wie gesagt - nicht an das Bäumchen passten, habe ich sie als Girlanden aufgehängt, und zwar so:





In diesem Sinne wünsche ich Euch noch einen schönen ersten Advent, gehabt Euch wohl!





















Donnerstag, 17. November 2022

Die kleinen Dinge im Leben

Hallo Ihr Lieben,

man kann auf Malta bei Amazon bestellen, muss man aber nicht. Also, es geht wohl, aber die Lieferkosten sind relativ hoch, und es dauert auch etwas länger als was wir so von Deutschland gewohnt sind. Dennoch gibt es auch hier einige Möglichkeiten, online zu bestellen und das dann auch direkt geliefert zu bekommen - nur eben nicht alles aus einer Hand, sondern man muss sich durch die Virtual Mall Malta durchklicken, bis man das findet, was man möchte. 

Genau das hab ich kürzlich auch gemacht, als es um Hundefutter für Heinrich ging. Trockenfutter schluckt er mangels adäquater Beißerchen im Ganzen, also muss es Nassfutter sein. Er hatte in Deutschland Pastete in 300 g Schalen mit Wild, die er sehr gut vertragen hat. Also hatte ich auch hier so was ähnliches gesucht und auch gefunden. Genau die Sorte gab es im Supermarkt meiner Wahl leider nicht vorrätig. Online wurde ich dann fündig, hab eine größere Menge bestellt und wartete auf die Lieferung, die für mittwochs bis 16 Uhr bestätigt war. Als um kurz vor fünf immer noch kein Futter kam, hab ich da mal angerufen, und  es stellte sich heraus, dass die wilde Pastete leider derzeit ausverkauft sei und man nicht sagen konnte, wann sie wieder erhältlich wäre.

Doch ich hab dann die Mini-Version vom Fressnapf hier vor Ort in Mellieha gefunden, die sich Claws'n'Paws nennt. Fand ich ja schon mal nett. Bin dann mit meinem Einkaufstrolley da hingewackelt und wurde - wie schön - von einer englischen Bulldoggendame begrüßt! Somit hatte der Laden bei mir schon einen Stein im Brett (wenn auch das Bullimädchen ein bisschen übergewichtig ist und etwas mehr Bewegung vertragen könnte). Aber Kira ließ sich von mir ausgiebig streicheln, legte sich dann auf meinem Fuß ab und fing an zu schnarchen, sodass ich kurz davor war, sie in meinen Trolley zu packen, doch ich befürchte, Heinrich wäre not amused...

Der nette Shop-Inhaber hat mir dann das Nassfutter-Sortiment gezeigt und mir was empfohlen. Und ich muss sagen, Heinrich fand es nicht nur superlecker, sondern hat es auch noch gut vertragen. Ich glaube, ich muss hier nicht zu sehr ins Detail gehen, Ihr wisst schon, was ich meine... 

Heute bin ich dann wieder hin, Nachschub holen, und man hat sich direkt an mich erinnert. Der Pet Shop Boy fragte gleich, ob Heinrich das Futter mochte und ob alles in Ordnung sei. Das hat mir schon mal gut gefallen. Und als ich meine Einkäufe gezahlt hatte, hat er mir die ganzen Dosen in den Trolley gepackt und mir selbigen auch noch die Stufen bis zur Straße hochgeschleift. 

Das fand ich wirklich nett, höflich und zuvorkommend, und es wäre mir bei Amazon so garantiert nicht passiert! Diese kleinen Gesten machen das Leben schön, oder?


Heinrich hat übrigens alles genau überwacht und für gut befunden :-) 

Gehabt Euch wohl und freut Euch über die kleinen Dinge!

Donnerstag, 10. November 2022

Everything's bigger in Texas - but what about Malta?

Hi, Ihr Lieben!

Jetzt sind wir schon 11 Tage auf der Insel, und ich muss sagen, hier lässt es sich aushalten... Irgendwann wird sich alles völlig normal anfühlen, aber momentan vergleiche ich noch alles mit Deutschland. Auch das ist sehr wahrscheinlich normal, schätze ich.

Jedenfalls gibt es ja dieses nette Sprichwort: Everything's bigger in Texas, und das kann man im umgekehrten Fall auch auf Malta anwenden. Ist ja bekanntlich ein Zwergstaat, und das merkt man relativ häufig. Angefangen von den Straßen, die recht eng sind, weshalb die Leute selten große Autos fahren. Mit einem kleinen Flitzer kommt man hier einfach besser zurecht, und ganz ehrlich: Soooo groß sind die Entfernungen jetzt nicht, dass man eine große Kutsche zum Cruisen braucht. 

Und wenn die Straßen schon schmal sind, sind es die Bürgersteige ebenfalls (immerhin gibt es welche!) - ungefähr 50 cm oder so. Wenn dann noch Müll auf dem Gehweg liegt, der auf die Abholung wartet (ist hier so - gibt keine Mülltonnen, sondern nur Müllbeutel, dafür wird aber täglich was abgeholt; Biomüll z. B. drei Mal pro Woche), dann kann es schon mal eng werden, und man läuft halt auf der Straße.

Butterstücke sind hier auch kleiner, ich hab bisher im Supermarkt häufig 200 g Päckchen gefunden. Wenn der örtliche Welbee's Supermarket auch durchaus mit deutschen Supermärkten mithalten kann, was die Ladenfläche angeht, sind die meisten anderen Läden aber schnuckelig-klein. Der Starbucks um die Ecke besteht im Wesentlichen aus einer Theke und hat eine Fläche von ca. 20 Quadratmetern (aber man kann draußen sitzen). Der Metzger, der Mini Market und Tony's Bakery sind ähnlich klein, aber das ist irgendwie sehr charmant, wie ich finde. Quasi Einkaufen im Wohnzimmerformat. Und Tonys Brot ist echt lecker - die Maltesen mögen ihr Brot außen knusprig und innen weich und fluffig. Damit kann ich gut leben - wenn ich ein Vollkornbrot will, backe ich das halt selbst. 

Selbst die Wäscheständer sind hier kleiner! Zum Vergleich: Meiner und der, der hier schon vorhanden war:


Sogar die Menschen :-) Hier gibt es zwar viele Zugezogene, aber die Einheimischen sind tatsächlich nicht besonders groß, im Vergleich dazu gehören Alex (1,73m) und ich (1,65m) zu den langen Kerls! 

Was hingegen ziemlich groß geschrieben wird, ist Religion. Wenn ich bedenke, dass im katholischen Rheinland die Pfarreien zusammengelegt werden und ein Pfarrer für drei Gemeinden zuständig ist, sodass es vielleicht einmal pro Woche eine hl. Messe pro Kirche gibt, wird hier in der Kirche um die Ecke täglich Gottesdienst gefeiert. Unsere Vermieter beispielsweise gehen jeden Morgen von halb sieben bis sieben Uhr in die Kirche! Um die Zeit versuche ich noch, wach zu werden und unfallfrei den Hund pieseln zu lassen...

Und darüber hinaus gibt es noch ein paar Dinge, die in keinster Weise klein und unscheinbar sind, nämlich die Essensportionen im Restaurant 😋, die Landschaft und die Schönheit der Umgebung! Hier noch ein paar Eindrücke, wie malerisch es hier ist:









In diesem Sinne: Gehabt Euch wohl!


Donnerstag, 3. November 2022

Leben auf Malta

Hi Ihr Lieben,

wir sind angekommen! Also will sagen, wir beide sind mit dem Flugzeug hierher gereist, und der kleine schwarze Hund hatte zwei persönliche Chauffeure, und alle haben wir es gesund und munter nach Mellieha, Malta geschafft.


Ob es unser gesamtes Umzugsgut auch hierher schafft, wissen wir noch nicht genau :-) Vor genau einer Woche kam Laszlo, der ungarische Umzugsspediteur, und hat einen Vormittag lang mit uns Tetris gespielt. Wir haben es irgendwie hinbekommen, unseren gesamten Haushalt (und meine Deko- und Bastelsachen) auf genau eine Tonne zu kondensieren, die zu allem Überfluss auch noch auf den Zentimeter genau in einen Sprinter passt.

Naja, wir hätten schon noch mehr unterbringen können, aber dann wäre das Auto zu schwer geworden. Und auf die Bestechung von italienischen Beamten, die solche Sprinter gerne mal wiegen, hatte Laszlo verständlicherweise keine Lust. Also haben wir noch schnell ein paar Kisten per DHL verschickt. Es ist allerdings gar nicht so einfach, das Maximalgewicht von 31,5 kg einzuhalten, vor allem, wenn man die Kisten auf der Personenwaage festhalten muss. Und es kam, wie es kommen musste: Eine Kiste war tatsächlich 4 kg schwerer, und da hat DHL dann gestreikt. Ich hatte zwar gehofft, das durch ein erhöhtes Beförderungsentgelt ausgleichen zu können, aber diese Option bietet DHL leider nicht. Nur: Zurückschicken - da wohnt aber keiner mehr, der das entgegennehmen könnte, oder Versteigern/Vernichten. Nun gut, dann wird sich demnächst irgendjemand über ersteigerte Bettwäsche und Handtücher freuen.

Laszlo wird jedenfalls am Samstag hier eintreffen, und die DHL Pakete hoffentlich irgendwann auch. Dann werden wir wie die Maikäfer daran arbeiten, aus der Wohnung, die sich momentan noch wie eine Ferienwohnung anfühlt, ein Zuhause zu machen. Der Anfang ist jedenfalls schon gemacht:


Wenn dann am Samstag - wie angekündigt - das Weinregal gebracht wird, haben wir auf jeden Fall was zum einräumen... Und den Frizzante, den wir gestern probiert haben, war definitiv empfehlenswert!

Da hier auf Malta Linksverkehr gilt, haben wir uns entschlossen, erst mal auf ein Auto zu verzichten. Denn es gibt hier ein ganz gutes Bussystem, und das ist seit 1. Oktober sogar komplett kostenlos. Also hab ich heute mal getestet, wie zuverlässig das ist. Und was soll ich sagen: Falscher Tag! Ich kam an der Haltestelle an, und da hing dann ein Schild, dass ausgerechnet heute von 7 bis 19 Uhr ein Teil der Hauptverkehrsstraße aufgrund von Bauarbeiten für den Verkehr gesperrt sei, und man möge doch bitte eine provisorische Haltestelle etwa fünf Minuten von dort ansteuern. 

Während ich das noch las, kam von der Seite ein roter Minibus und der Fahrer rief: No bus today, I drive - it's free, it's free! Da er aber nicht sagte, wohin er denn fuhr, und ich auch nicht mit jedem mitfahre, nur weil es kostenlos ist, hab ich mich erst mal auf Schusters Rappen zu der Behelfs-Bushaltestelle gemacht. Bewegung ist ja immer gut. Da warteten dann auch schon ein paar Leute, und nach kurzer Zeit kamen die ersten weiß-grünen Linienbusse. Ich wusste, ich muss die Linie 221 oder 222 nehmen, und deshalb ließ ich die anderen Linien ungenutzt weiterfahren. Dann kam die 222, und sicherheitshalber hab ich dann mal gefragt, ob der Bus am Supermarkt vorbeifährt. Nein, tat er nicht, er fuhr in die entgegengesetzte Richtung, ich solle den nächsten nehmen. Kann schon mal vorkommen, wenn man nur eine Haltestelle einrichtet, an der dann die Buslinien aus beiden Richtungen halten. 

Nun gut, irgendwann kam dann tatsächlich die nächste 222, aber die fuhr durch, ohne anzuhalten. Das kann in Malta schon mal vorkommen; wenn die Busse zu voll sind, lassen die keinen mehr rein. Irgendwie nachvollziehbar, aber dennoch ärgerlich. Nun denn, es kam der nächste Bus - eigentlich nicht meine Linie, aber fragen kostet ja nix. Und oh Wunder: Ich erwischte einen echt netten Busfahrer, der meinte, er führe grob in die Richtung und könnte mich in der Nähe des Supermarktes einfach rauslassen. Hat er auch getan, und ich musste dann so ca. 500 m an einer Hauptverkehrsstraße bergauf laufen, aber ich war am Supermarkt. Hat ja nur eine knappe Stunde gedauert :-)

Für den Rückweg hatte ich mich schon auf Einiges gefasst gemacht, aber vor dem Supermarkt standen zwei Mitarbeiter von Transport Malta, und die meinten zu mir, man hätte extra einen Shuttle Service eingerichtet, der käme gleich vorbei - und wer fuhr eine Viertelstunde später vor? Richtig, der junge Mann im roten Minibus! :-) Und so war ich in gut zehn Minuten Zuhause.

Merke: Ein bisschen mehr Zeit einplanen, als von der Nahverkehrs-App vorgegeben, entspannt bleiben, und sich überraschen lassen. 

Die Maltesen - das habe ich inzwischen gelernt - verstehen Regeln übrigens eher als Handlungsempfehlungen, die man einhalten kann, oder eben auch ein bisschen beugen. In Deutschland hätte mich der Busfahrer sicher nicht in der Nähe des Supermarktes rausgelassen, wenn da keine offizielle Haltestelle gewesen wäre. Aber er fuhr dort vorbei, also konnte er mich auch schnell rauslassen - sehr pragmatisch. 

Genauso pragmatisch sind sie auch in anderen Dingen. Mir ist z. B. aufgefallen, dass an vielen Häusern Wasserflaschen rausgestellt sind. Und nein, die sind nicht für die Müllabfuhr (die hier übrigens auch kostenlos ist, obwohl hier täglich irgendwas abgeholt wird). Vielmehr hat es den praktischen Hintergrund, dass, wenn ein Hund die Hauswand markiert, man direkt etwas Wasser drüber gießen kann, damit sich das Ganze nicht zum Nachrichten-Hotspot für sämtliche Hunde aus der Nachbarschaft entwickelt. In der Wärme kann das nämlich ganz schön intensiv sein... Aber anstatt sich fürchterlich aufzuregen und böse Schilder aufzustellen, dass Bello hier keinen Kommentar zu Anderhunds' Nachrichten hinterlassen darf, stellen sie einfach Wasser vor die Tür (Wasser ist hier nämlich ziemlich günstig.) Geht auch!


Das waren so die ersten Eindrücke, ich halte Euch auf dem Laufenden, wie sich das Leben hier als Expat weiter gestaltet.

Gehabt Euch wohl!