Montag, 18. November 2019

Einfach schön!

Ein fantastisches Wochenende liegt hinter mir! Freitag war wie immer Einkaufen angesagt (der Wetterhamster musste mit Futter für sich und die Hunde versorgt werden, da ich einen Ausflug machen wollte). Somit wanderte also Bier (nur für den Hamster) und Pizza (für ihn und die Vierbeiner) in den Einkaufskorb, und mit einem knisternden Kaminfeuer wurde danach das Wochenende eingeläutet.

Samstagmorgen hab ich mich dann frohgemut auf den Weg in meine Heimatstadt gemacht, ein kleines Städtchen zwischen Köln und Aachen, wo ich meine Kindheit und Jugend verbracht habe, und zur Schule gegangen bin. Und wenn ich heute auch nicht mehr dort wohnen wollte, habe ich dennoch viele gute Erinnerungen daran. Der erste Grund für diese anderthalbstündige Fahrt in die Vergangenheit war das Mädchenfrühstück. Ähm, nächsten Monat werde ich 50, darf man da noch von Mädchen sprechen? Aber sicher, das ist nur eine Frage der inneren Einstellung :-) 

Was hat es damit auf sich? Seit ein paar Jahren - immer am zweiten oder dritten Samstag im November - treffen sich einige Mädels, mit denen ich damals (als wir noch auf Dinosauriern zur Schule ritten, ja ja) Abitur gemacht habe, in einem Café zum Frühstück. Obwohl unsere Lebenswege uns in unterschiedliche Richtungen geführt haben, haben wir immer wieder viel zu erzählen - Gemeinsamkeiten, Unterschiedliches, wir lachen und weinen zusammen, wir diskutieren, und es wird nicht nur in der Vergangenheit gekramt, sondern auch darüber gesprochen, was uns gerade so bewegt, was wir mögen, und was nicht, was uns ärgert und was uns freut. Eine Klassenkameradin schrieb gestern: Hier kann ich ich sein, und das trifft den Nagel auf den Kopf. Wir müssen keinem Bild entsprechen, keine Rolle einnehmen, keine Fassade aufrecht erhalten. Zwei, drei Stunden zusammensitzen, ein bisschen nach hinten, aber auch nach vorn schauen, sich austauschen und sich freuen, dass der Kontakt nicht abgerissen ist, auch nicht nach 30 Jahren. Einfach schön.

Danach bin ich bei meinen Eltern vorbeigefahren (dieser Ausdruck ist irgendwie sinnverfälscht, ich hab sie nämlich besucht). Dazu fällt mir gerade ein: Im Deutschen ist umfahren das Gegenteil von umfahren; aber ich schweife ab :-) Meine Eltern und ich halten zwar telefonisch ganz gut Kontakt, aber das letzte persönliche Treffen ist schon eine Weile her. Insofern war auch dies sehr schön und hat mich (und ich hoffe, auch meine Eltern) sehr gefreut.

Und danach ging es zu meiner, ich will nicht sagen, Sandkastenfreundin, denn als wir uns angefreundet haben, spielte keine von uns mehr mit Eimerchen, Schaufel und Förmchen. Ich hatte damals umzugsbedingt gerade die Schule gewechselt und kam frisch in die zweite Klasse in der Grundschule in unserem Stadtteil. Als der Chorleiter und Organist der gegenüberliegenden Kirche neue Kinder für den Chor gesucht hatte, hab ich spontan mitgemacht und so Bine kennengelernt, die just von der Grundschule aufs Lyzeum gewechselt hatte, aber ebenfalls im gleichen Stadtteil wohnte und bereits in dem besagten Chor sang. Was soll ich sagen? Das ist jetzt über 40 Jahre her, das muss erst mal einer nachmachen! Sicher ist der Kontakt nicht immer gleich eng, das ist wohl der Lauf des Lebens. Aber immer, wenn wir uns sehen, ist es, als wäre kaum Zeit vergangen. Und auch hier ist es so ähnlich wie mit den Mädchen vom Frühstück - keine muss sich verstellen, wir kennen uns, uns der Gesprächsstoff geht nicht aus, und es tat richtig gut, sich mal wieder persönlich auszutauschen, statt per Mail oder über die Sozialen Medien. Wir hatten einen tollen (karnevalistischen) Abend, ich hatte viel Gelegenheit, die Sprache meiner Heimat und Jugend zu hören und zu sprechen, und die ich auch nach 20 Jahren im Schwabenland nicht verleugnen kann, und als ich dann gestern Mittag wieder nach Hause gefahren bin, war nicht nur das Auto aufgetankt, sondern auch ich. Ich konnte die Seele baumeln lassen und starte voller Energie in die neue Woche!

Ach ja, und weil ich natürlich bei Bine nicht ohne Mitbringsel einfallen wollte, habe ich Spekulatiustrüffel gemacht. Wieder so ein Rezept mit wenigen Zutaten, das find ich ja immer gut. Sahne und Schokolade miteinander schmelzen, zerbröselte Spekulatiuskekse untermischen und festwerden lassen. Aus der erkalteten Masse Kugeln formen und die dann in einer Mischung aus braunem Zucker, Zimt und Kakao wälzen, das war's auch schon. 



Wie immer durfte eine hübsche Verpackung nicht fehlen, und das hier war tatsächlich mal ein Tetrapack! Ich habe ihn zerknautscht und geknetet, sodass sich die bedruckte äußere Schicht ablösen ließ. Innen ist immer noch die silberne Beschichtung, die ich für die Trüffel ganz passend halte - einerseits stabil, dass die Kugeln nicht zerdrückt werden und andererseits kann die Sahne dem Papier nichts anhaben. Mit Schleife und Zweig ganz entzückend, finde ich.



Lasst es Euch gutgehen und denkt immer mal wieder ans Auftanken...




2 Kommentare:

  1. Es war wunderschön und die bösen, bösen Kugeln traumhaft lecker:-)) (wie gesagt, sie WAREN;-))))

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  2. Hihi, das freut mich sehr! Und spätestens beim nächsten Auftritt sind die Kugeln abtrainiert :-)

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