Hallo, Ihr Lieben!
Ich starte mal mit einem berühmten Zitat aus "Forrest Gump": Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man kriegt... Wenn man mal davon absieht, dass ich im Dezember das 22. Jahr bei meinem Arbeitgeber vollende, ist das tatsächlich so, es wird bei uns nie langweilig, und es steht immer mal wieder etwas Neues an. Und davon will ich Euch jetzt erzählen!
Der Wetterhamster hat letztes Jahr im Oktober die Nase voll vom Angestelltendasein, und ich verstehe das gut, so ein Freigeist und Visionär ist in einem Großunternehmen nicht so richtig gut aufgehoben. Also hat er sich selbstständig gemacht, und da das nicht sein erstes Start-up ist, war ich optimistisch, dass das schon irgendwie hinhaut, obwohl ich zugeben muss, dass das für mich überhaupt nichts wäre. Ich brauche die Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses, aber auf der anderen Seite habe ich bei meinem Chef und meinem Team so viele Freiheiten, dass das wunderbar funktioniert. Dennoch muss ich gestehen, dass die Monate, die hinter uns liegen, nicht ganz einfach waren, und dieser fiese Virus mit C hat die Situation nicht zwingend erleichtert. Aber wir haben das durchgestanden und bewiesen: Krisenmanagement können wir! Das Start-up hat sich richtig gut entwickelt, und es fanden sich Investoren im schönen, fernen Magdeburg, also wurde die Firma dort offiziell gegründet. Und es ist ganz logisch, dass man als Geschäftsführer bei seiner Mannschaft sein muss, auch wenn viel remote gearbeitet wird, und momentan pendelt der sächsische Wetterhamster zwischen Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, auf Dauer ist das allerdings nicht durchzuhalten.
Also haben wir uns entschlossen, hier die Zelte abzubrechen, um in der Magdeburger Börde ein neues Abenteuer zu erleben! Zeltabbruch bedeutet natürlich im ersten Schritt, unseren Bungalow zum Verkauf anzubieten, und ich gestehe, dass mir das nicht ganz leicht gefallen ist. Wir haben ziemlich viel Zeit, Geld und Arbeit in die Gestaltung gesteckt, sodass er mir ans Herz gewachsen ist, obwohl er nur ein Ding ist. Aber unser künftiges Projekt wird uns hoffentlich dafür entschädigen! (Oh Mann, dieser Post hat ganz schön viele Ausrufezeichen...) Wir werden nämlich einen Resthof aus dem Jahre 1830 erwerben! (Und da war wieder eins...)
Kommen Sie, schauen Sie, sehen Sie hier den Blick vom Innenhof auf die Eingangstür zum Wohnhaus (rechts) und den Eingang zur Werkstatt (links):
Und hier ist der Blick auf die Scheune sowie das kleine Tor zum verwunschenen, verwilderten Garten:

Das gesamte Grundstück hat ca. 770 m², ist also überschaubar, aber dennoch gibt es unendlich viel zu entdecken. Die Scheune kann (und wird) ausgebaut werden, darunter ist ein Keller, in dem wer weiß was lagern könnte, dann gibt es da, wie schon erwähnt, eine Stellmacherei, die noch original eingerichtet ist mit allen Werkzeugen, die man so für die Wagenrad-Herstellung benötigt, dann braucht der Garten ein bisschen Zuwendung und Hochbeete, und es gibt noch ein sogenanntes Nebengelass, das ein neues Dach und neue Fenster hat, aber ansonsten komplett leer steht und zum Gästehaus ausgebaut werden soll. Theoretisch könnte man ins Wohnhaus direkt einziehen (wenn man außer Acht lässt, dass momentan keine Küche eingebaut ist). Aber zwei der Zimmer im Wohnhaus müssen noch an die Heizung angeschlossen werden, und eines davon ist noch vollgestellt mit Antiquitäten und allerhand Krimskrams - eine Schatztruhe, die mal in Ruhe ausgeräumt werden muss. Die einzelnen Räume sind historisch bedingt relativ klein, und die Fenster ebenso. Das finden wir im Obergeschoss ziemlich charmant, aber im Erdgeschoss würden wir gerne zwei Zimmer und die Küche miteinander verbinden, sodass ein schöner, gemütlicher Wohnbereich entsteht. Dazu muss u. a. eine Wand, die Küche und ein Wohnzimmer verbindet, rausgerissen werden, und wir wissen nicht hundertprozentig, was sich dahinter befindet, bzw. wie es angeordnet ist. Sozusagen ein Überraschungsei für Erwachsene! Erst wenn wir das wissen, können wir die Küche planen, und somit gehe ich davon aus, dass wir die ersten Wochen und Monate wohl auf einer Kochplatte und dem Grill kochen werden (aber immerhin ist es eine Induktionskochplatte - wenn schon, denn schon). Dann wollen wir aus zwei Fenstern im Erdgeschoss (eines sieht man rechts neben der Eingangstür) bodentiefe Glastüren machen und davor ein Holzdeck, sodass der Eingangsbereich ein bisschen einladender wird. Und mit dem Wein, der an der Fachwerkfassade hochrankt, kann ich mir das sehr romantisch vorstellen! (Dass ich mal das Wort romantisch im Zusammenhang mit unserem Wohnstil erwähnen würde, hätte ich mir auch nicht träumen lassen...)
Aber wenn auch noch viel zu tun ist, hat der ganze Hof eine gute Basis, sprich relativ neue Dächer, gute Dämmung, neue Fenster, neue Bäder (auch wenn uns das Duschbad im Erdgeschoss nicht so richtig gut gefällt), neue Elektrik und neue Heizung, sodass wir kein allzu großes Risiko eingehen. Wobei man ja nie vorhersagen kann, was bei einem Umbau so alles passieren kann.
Hier ist übrigens ein Foto vom Bad im Obergeschoss - mit einer gusseisernen Badewanne!
Ihr seht also, es gibt eine ziemlich gute Mischung aus alt und neu, designmäßig hochinteressant und mit endlosem Potenzial. Bisher konnte ich ja nur geradlinig, bauhausmäßig und eher minimalistisch, aber ich schätze, jetzt kann ich mich mal an Crossover Design austoben (und vielleicht ein bisschen Skandi-Landhaus, mal sehen). Es ist jedenfalls eine sehr schöne, spannende Herausforderung, auf die ich mich riesig freue!
Wir haben schon jede Menge Pläne, und ich sehe uns schon mit ein paar guten Freunden zum Whisky Tasting in der alten Stellmacherei, mein Team hat sich schon für die Weihnachtsfeier 2021 angekündigt, und ich hoffe, wir werden möglichst viele dieser zahlreichen Ideen auch umsetzen können. Tja, und jetzt hoffe ich, dass wir schnell alle administratorischen Hürden überwinden und sowohl den Kauf als auch den Verkauf in trockene Tücher bekommen, sodass ich endlich packen kann. Wir haben uns ja schon im Frühjahr zu diesem Schritt entschlossen, und seitdem befinden wir uns (zumindest gefühlt) zwischen den Stühlen: noch nicht ganz aus dem alten Haus, aber auch noch nicht im neuen Haus, und das ist für mich persönlich ein bisschen anstrengend. Und überhaupt, so ein Verkauf zerrt immer ein wenig an meinen Nerven - Besichtigungen, die dann kurzfristig abgesagt werden, Interessenten, die kritisieren und versuchen, so den Preis zu drücken, alles auf Hochglanz bringen, mit den Hunden irgendwohin ausweichen, damit die Interessenten in Ruhe besichtigen können, und dann das Warten - warten, dass der Makler sich meldet, warten, dass die Interessenten sich äußern, warten, dass jemand final zusagt, warten, dass ein Notartermin vereinbart wird... Was ich in der Zeit für Socken hätte stricken können! Aber wie gesagt, ich hoffe, dass das bald ein Ende hat, und wir in unserem Resthof ein Zuhause finden, in dem wir mal ein bisschen länger verweilen. Doch Ihr kennt das schon: Sag niemals nie...
In diesem Sinne - auf zu neuen Ufern!!! (Ein Trinkspiel mit Ausrufezeichnen könnte sich lohnen...)