Montag, 28. September 2020

Hängen im Schacht

Hallo Ihr Lieben,

der Titel sagt eigentlich schon alles... Mit unseren Umzugsplänen geht es im Moment nicht so recht voran, denn es gibt administratorische Hürden, die wir allein nicht überspringen können, bzw. wir können nicht mit der Peitsche schwingen, dass jemand anderes über diese Hürden springt. Ich will hier nicht ins Detail gehen, aber wir fassen derzeit Plan B bis D oder so ins Auge... Und solange der Hamster es nicht absolut satt hat, zwischen Ruhrgebiet und dem wilden Osten zu pendeln, haben wir keinen zeitlichen Druck. Und so fühlt es sich gerade ein bisschen komisch an, weil alles wieder so komplett offen ist. Aber wer weiß, wofür es gut ist, und welche Praline die Schachtel namens Leben noch so für uns bereit hält...

Ich halte jetzt erst mal einen Pflaumenkuchen mit Streuseln bereit, schließlich soll das hier ja gefälligst gemütlich werden! 😊


Ihr ahnt es, das Ding ist wieder mal vegan. Und das Besondere am Teig ist die Tatsache, dass ich diesmal Bananen als Bindung verwendet habe, und Teig und Streusel aus ein und derselben Masse hergestellt wurden. Diesen Streuselkuchen hab ich schon ganz oft gemacht, allerdings mit Apfelmus, und dann ist er in 20 Minuten fertig gebacken. Unschlagbar, wenn man Bananen im Haus hat und Gäste ungeplant vor der Tür stehen. Da ich für die Pflaumenvariante kein Mus, sondern die kompletten Früchte genommen hab, blieb der Kuchen 10 Minuten länger im Ofen, weil die Pflaumen doch etwas mehr Flüssigkeit abgegeben haben. War jedenfalls sehr lecker!

Jo, und dann kommen wir zu meiner nächsten Blockade, oder sagen wir besser, ich bin überwältigt von der Vielfalt der Möglichkeiten und kann mich einfach nicht entscheiden. Vielleicht könnt Ihr helfen und habt eine Idee? 

Ich bin ja wild entschlossen, meine Stoffvorräte immer bis zum letzten Fitzelchen zu verarbeiten. Deshalb sortiere ich regelmäßig durch, was wofür noch verwendet werden kann. Zuletzt habe ich aus allen Stoffresten aus Webware die ungefähr A5 Größe hatten, Masken genäht. Stoffreste aus Jersey o.ä. hab ich vor kurzem zu Knistersonnen vernäht, weil im Kollegenkreis Nachwuchs angesagt ist.


Größere Stoffreste hab ich eigentlich gar keine mehr, wohl aber jede Menge kleiner Fitzelchen, die ich in mühevoller Kleinarbeit zu Quadraten mit einer Kantenlänge von 3 cm zugeschnitten habe. (Alles, was noch kleiner ist, kommt irgendwann mal als Füllung in ein noch zu nähendes Hundebett.) Tja, und diese Quadrate warten schön sortiert in Teelichtgläsern vom Möbelschweden auf ihre weitere Bestimmung:


Wie ich sie da so ordnete - der Rheinländer würde sagen: am ordnen war :-)  erinnerte mich das irgendwie an solche Stickmuster, wo man ein Raster bekommt und Garn in verschiedenen Farben, aus denen Oma dann ein Deckchen zaubert. Sowas geht auch mit Stoff:


Und aufgrund des Trends, Mosaikbilder aus Bügelperlen oder Strass-Steinchen zu basteln, gibt es jede Menge Vorlagen; die hier finde ich ganz irre, und das ist aus Lego!


Wenn man sich jetzt meine Gläser nochmal in Erinnerung ruft, sind das bei dem Mädchen mit dem Perlenohrring nicht so ganz die Farben, die in meinen Gläsern vorherrschen:


Müsste also was sein, in dem Rot dominiert, oder aber was, das keine besonderen farblichen Vorgaben braucht. Sowas zum Beispiel:



Und wo wir schon mal - im Vergleich zu dem Lego-Kunstwerk - in einer ganz anderen, simpleren Liga spielen, käme auch sowas in Betracht:


Oder noch einfacher:


Das ist irgendwie niedlich, und da könnte ich mehrere Varianten machen, z. B. eines in Rot, eines in Blautönen, eines in Lila - und daraus könnte ich dann wiederum drei Bilder machen, die gut nebeneinander passten. Oder ein Quilt mit sich wiederholenden Herzen in verschiedenen Farben...

Und dann fiel mir noch auf, dass ich auch ein Glas mit ganz vielen hellblauen Quadraten habe, dazu noch ein bisschen Grün und Braun, und ich hab das hier gefunden:


Nachdem wir gestern die Heizperiode eröffnet haben und Holz bestellt, könnte man ja schon mal anfangen, ganz leise und vorsichtig "Last Christmas" vor sich hinzusummen... Und jetzt hab ich so viele Möglichkeiten, und kann mich nicht entscheiden! Ich glaub, ich mach mal 'nen Glühwein heiß :-)

Ob mit oder ohne Glühwein, lasst es Euch auf jeden Fall gutgehen und Euch nicht unterkriegen, wenn es mal nicht so smooth läuft. Das ändert sich auch wieder. Ich bin davon fest überzeugt und halte Euch auf dem Laufenden...

Prost :-)

Donnerstag, 17. September 2020

Spätsommer

Hallo Ihr Lieben,

meteorologisch haben wir bereits seit dem 1. September Herbst; kalendarisch wechselt die Jahreszeit erst drei Wochen später. Mir ist aber noch so gar nicht nach fallenden Blättern, Nebel und Heizperiode, und deshalb bestehe ich auf der Bezeichnung Spätsommer und freue mich, dass ich meine Mittagspausen immer noch in der Sonne im Garten verbringen kann.

Nichtsdestotrotz hatte ich letztes Wochenende Möhren und Süßkartoffeln im Kühlschrank, die verarbeitet werden sollten - beides schreit nicht unbedingt Sommer. Möhrensalat ist nicht gerade Hamsters Lieblingsessen, und mit zwei Süßkartoffeln allein ist im Ofen jetzt auch kein großer Staat zu machen. Einen Kuchen backen musste ich aber, schließlich war ja Wochenende, Außerdem gibt es samstags und sonntags bei uns kein Mittagessen, sodass ein bisschen was Süßes am Nachmittag ganz gut rein passt. Also hab ich mich am Samstagmorgen an einem Möhrenkuchen versucht. OK, die Schweizer nennen ihn Rüblitorte und in den USA heißt er Carrot Cake - das klingt beides viel aufregender, ist aber letztendlich doch ähnlich. Wobei in die Rüblitorte - glaube ich - gemahlene Haselnüsse gehören. Die waren in meiner Version optional, und weil bei uns immer mal wieder "Missgeschicke" passieren, etwas Kuchen vom Teller fällt und auf magische Weise von einer Hundeschnauze aufgefangen wird, bevor er auf dem Boden landet, habe ich darauf verzichtet. Denn Nüsse sind für Hunde gesundheitsschädlich, und da will ich kein Risiko eingehen. Aus diesem Grund ist auch Xylit bzw. Birkenzucker aus unserem Haushalt verbannt. Natürlich könnte man trefflich darüber streiten, ob Hunde überhaupt was vom Tisch bekommen sollen. Aber mal ganz ehrlich: Else ist 12 Jahre alt (zum Vergleich: durchschnittliche Lebenserwartung einer englischen Bulldogge 8 bis 10 Jahre), und wenn sie einen so niedlich anbettelt, dann gibt's halt ein Häppchen. Da muss man dann die Kirche auch mal im Dorf lassen, finde ich. Und bevor einer PETRA oder die Bullizei ruft: Unsere Hunde bekommen gutes Hundefutter und sind weder über- noch untergewichtig :-)

Aber ich schweife ab, deshalb hier mal ein Blick in die Rührschüssel: Sieht ein bisschen aus wie Babybrei, ist aber eine Mischung aus Mehl, Zucker, Rapsöl, Backpuler und fein geraspelten Möhren mit einem Hauch Zimt.



Nach dem obligatorischen Aufenthalt in einem heißen Ofen sieht das dann so aus:

Aber ich finde, auf einen Möhrenkuchen gehört ein Guss, deshalb habe ich noch fix etwas Puderzucker mit Limettensaft angerührt und nach dem Abkühlen auf den Kuchen gestrichen.

Und ja, die Version ist vegan, und ich habe ihn extra mal angeschnitten und im Detail fotografiert, damit man sieht, wie fluffig so ein Teig auch ohne Ei werden kann:

Ich musste ihn übrigens einteilen, sonst wäre für Sonntag nichts übrig geblieben... 

Geneigte Leser*innen werden sich jetzt fragen, was denn mit den Süßkartoffeln passiert ist. Tja, die wurden zu Corn Chowder! Der eine oder die andere hat vielleicht schon mal vom Amerikanischen Pendant zur französischen Fischsuppe Bouillabaisse gehört, nämlich der Clam Chowder. Bei Corn Chowder handelt es sich ebenfalls um eine Suppe, aber eben nicht mit Muscheln oder Fisch, sondern Mais. 


Im Wesentlichen werden Süßkartoffeln in Olivenöl leicht angebraten und dann mit Gemüse- oder Hühnerbrühe weichgekocht. Dazu kommen Maiskörner und eigentlich grüne Bohnen. Hatte ich leider keine, dafür aber Broccoli - passte auch prima. Außerdem verlangte das Rezept nach geräuchertem Paprikapulver, was ich aber blöderweise immer noch nicht besorgt habe. Das gehörte ja damals in den gnadenlos gescheiterten Versuch, eine Leberwurst-Alternative herzustellen, und seitdem habe ich diese Zutat aus meinem Gedächtnis und von meinem Einkaufszettel gestrichen. Anyway, ich hab dann einfach lustig drauflos gewürzt, und ich muss sagen, ein bisschen Curry ist klasse. Theoretisch wird die gesamte Masse püriert und mit (Pflanzen-)Milch abgeschmeckt, aber wenn man einen Hamster hat, der eigentlich Suppen hasst, muss man ein bisschen kreativ werden. Also nur einen Teil püriert und den Rest stückig gelassen, möglichst wenig Flüssigkeit verwendet, damit das Ganze eher nach Eintopf aussieht, und zum Schluss noch ein paar Hähnchenbrustwürfel drüber. Das war dann akzeptabel :-) 

Genießt den Spätsommer, Ihr Lieben!!!




Freitag, 4. September 2020

Nichts ist so konstant wie die Veränderung

Hallo, Ihr Lieben!

Ich starte mal mit einem berühmten Zitat aus "Forrest Gump": Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man kriegt... Wenn man mal davon absieht, dass ich im Dezember das 22. Jahr bei meinem Arbeitgeber vollende, ist das tatsächlich so, es wird bei uns nie langweilig, und es steht immer mal wieder etwas Neues an. Und davon will ich Euch jetzt erzählen!

Der Wetterhamster hat letztes Jahr im Oktober die Nase voll vom Angestelltendasein, und ich verstehe das gut, so ein Freigeist und Visionär ist in einem Großunternehmen nicht so richtig gut aufgehoben. Also hat er sich selbstständig gemacht, und da das nicht sein erstes Start-up ist, war ich optimistisch, dass das schon irgendwie hinhaut, obwohl ich zugeben muss, dass das für mich überhaupt nichts wäre. Ich brauche die Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses, aber auf der anderen Seite habe ich bei meinem Chef und meinem Team so viele Freiheiten, dass das wunderbar funktioniert. Dennoch muss ich gestehen, dass die Monate, die hinter uns liegen, nicht ganz einfach waren, und dieser fiese Virus mit C hat die Situation nicht zwingend erleichtert. Aber wir haben das durchgestanden und bewiesen: Krisenmanagement können wir! Das Start-up hat sich richtig gut entwickelt, und es fanden sich Investoren im schönen, fernen Magdeburg, also wurde die Firma dort offiziell gegründet. Und es ist ganz logisch, dass man als Geschäftsführer bei seiner Mannschaft sein muss, auch wenn viel remote gearbeitet wird, und momentan pendelt der sächsische Wetterhamster zwischen Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, auf Dauer ist das allerdings nicht durchzuhalten.

Also haben wir uns entschlossen, hier die Zelte abzubrechen, um in der Magdeburger Börde ein neues Abenteuer zu erleben! Zeltabbruch bedeutet natürlich im ersten Schritt, unseren Bungalow zum Verkauf anzubieten, und ich gestehe, dass mir das nicht ganz leicht gefallen ist. Wir haben ziemlich viel Zeit, Geld und Arbeit in die Gestaltung gesteckt, sodass er mir ans Herz gewachsen ist, obwohl er nur ein Ding ist. Aber unser künftiges Projekt wird uns hoffentlich dafür entschädigen! (Oh Mann, dieser Post hat ganz schön viele Ausrufezeichen...) Wir werden nämlich einen Resthof aus dem Jahre 1830 erwerben! (Und da war wieder eins...)

Kommen Sie, schauen Sie, sehen Sie hier den Blick vom Innenhof auf die Eingangstür zum Wohnhaus (rechts) und den Eingang zur Werkstatt (links):


Und hier ist der Blick auf die Scheune sowie das kleine Tor zum verwunschenen, verwilderten Garten:


Das gesamte Grundstück hat ca. 770 m², ist also überschaubar, aber dennoch gibt es unendlich viel zu entdecken. Die Scheune kann (und wird) ausgebaut werden, darunter ist ein Keller, in dem wer weiß was lagern könnte, dann gibt es da, wie schon erwähnt, eine Stellmacherei, die noch original eingerichtet ist mit allen Werkzeugen, die man so für die Wagenrad-Herstellung benötigt, dann braucht der Garten ein bisschen Zuwendung und Hochbeete, und es gibt noch ein sogenanntes Nebengelass, das ein neues Dach und neue Fenster hat, aber ansonsten komplett leer steht und zum Gästehaus ausgebaut werden soll. Theoretisch könnte man ins Wohnhaus direkt einziehen (wenn man außer Acht lässt, dass momentan keine Küche eingebaut ist). Aber zwei der Zimmer im Wohnhaus müssen noch an die Heizung angeschlossen werden, und eines davon ist noch vollgestellt mit Antiquitäten und allerhand Krimskrams - eine Schatztruhe, die mal in Ruhe ausgeräumt werden muss. Die einzelnen Räume sind historisch bedingt relativ klein, und die Fenster ebenso. Das finden wir im Obergeschoss ziemlich charmant, aber im Erdgeschoss würden wir gerne zwei Zimmer und die Küche miteinander verbinden, sodass ein schöner, gemütlicher Wohnbereich entsteht. Dazu muss u. a. eine Wand, die Küche und ein Wohnzimmer verbindet, rausgerissen werden, und wir wissen nicht hundertprozentig, was sich dahinter befindet, bzw. wie es angeordnet ist. Sozusagen ein Überraschungsei für Erwachsene! Erst wenn wir das wissen, können wir die Küche planen, und somit gehe ich davon aus, dass wir die ersten Wochen und Monate wohl auf einer Kochplatte und dem Grill kochen werden (aber immerhin ist es eine Induktionskochplatte - wenn schon, denn schon). Dann wollen wir aus zwei Fenstern im Erdgeschoss (eines sieht man rechts neben der Eingangstür) bodentiefe Glastüren machen und davor ein Holzdeck, sodass der Eingangsbereich ein bisschen einladender wird. Und mit dem Wein, der an der Fachwerkfassade hochrankt, kann ich mir das sehr romantisch vorstellen! (Dass ich mal das Wort romantisch im Zusammenhang mit unserem Wohnstil erwähnen würde, hätte ich mir auch nicht träumen lassen...)

Aber wenn auch noch viel zu tun ist, hat der ganze Hof eine gute Basis, sprich relativ neue Dächer, gute Dämmung, neue Fenster, neue Bäder (auch wenn uns das Duschbad im Erdgeschoss nicht so richtig gut gefällt), neue Elektrik und neue Heizung, sodass wir kein allzu großes Risiko eingehen. Wobei man ja nie vorhersagen kann, was bei einem Umbau so alles passieren kann. 

Hier ist übrigens ein Foto vom Bad im Obergeschoss - mit einer gusseisernen Badewanne!


Ihr seht also, es gibt eine ziemlich gute Mischung aus alt und neu, designmäßig hochinteressant und mit endlosem Potenzial. Bisher konnte ich ja nur geradlinig, bauhausmäßig und eher minimalistisch, aber ich schätze, jetzt kann ich mich mal an Crossover Design austoben (und vielleicht ein bisschen Skandi-Landhaus, mal sehen). Es ist jedenfalls eine sehr schöne, spannende Herausforderung, auf die ich mich riesig freue!

Wir haben schon jede Menge Pläne, und ich sehe uns schon mit ein paar guten Freunden zum Whisky Tasting in der alten Stellmacherei, mein Team hat sich schon für die Weihnachtsfeier 2021 angekündigt, und ich hoffe, wir werden möglichst viele dieser zahlreichen Ideen auch umsetzen können. Tja, und jetzt hoffe ich, dass wir schnell alle administratorischen Hürden überwinden und sowohl den Kauf als auch den Verkauf in trockene Tücher bekommen, sodass ich endlich packen kann. Wir haben uns ja schon im Frühjahr zu diesem Schritt entschlossen, und seitdem befinden wir uns (zumindest gefühlt) zwischen den Stühlen: noch nicht ganz aus dem alten Haus, aber auch noch nicht im neuen Haus, und das ist für mich persönlich ein bisschen anstrengend. Und überhaupt, so ein Verkauf zerrt immer ein wenig an meinen Nerven - Besichtigungen, die dann kurzfristig abgesagt werden, Interessenten, die kritisieren und versuchen, so den Preis zu drücken, alles auf Hochglanz bringen, mit den Hunden irgendwohin ausweichen, damit die Interessenten in Ruhe besichtigen können, und dann das Warten - warten, dass der Makler sich meldet, warten, dass die Interessenten sich äußern, warten, dass jemand final zusagt, warten, dass ein Notartermin vereinbart wird... Was ich in der Zeit für Socken hätte stricken können! Aber wie gesagt, ich hoffe, dass das bald ein Ende hat, und wir in unserem Resthof ein Zuhause finden, in dem wir mal ein bisschen länger verweilen. Doch Ihr kennt das schon: Sag niemals nie...

In diesem Sinne - auf zu neuen Ufern!!! (Ein Trinkspiel mit Ausrufezeichnen könnte sich lohnen...)