Freitag, 26. März 2021

Upcycling

Huhu, Ihr Lieben!

Wir sind mittlerweile ganz offiziell Magdeburger, und bis auf ein paar Kleinigkeiten ist unsere Wohnung genau so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Ich muss demnächst noch ein paar Zitronenbäumchen separieren, die ich vor dem Umzug des einfacheren Transports wegen in einem Topf gelassen hatte. Dazu muss ich dann noch mal einige Übertöpfe anmalen, denn Gelb und Orange passt einfach nicht ins Gesamtkonzept. 

Dann kam vor zwei Tagen Stoffnachschub, den ich ganz brav erst mal gewaschen habe, um unschöne Überraschungen zu vermeiden... Ist mir tatsächlich mal passiert: Aus Bequemlichkeit hab ich zwei T-Shirts einfach zugeschnitten und genäht und war so stolz, dass mir die Verarbeitung von Jersey das erste mal so richtig gut gelungen war, und der Schnitt auch so gut passte. Und dann hatte ich nach der ersten Wäsche bauchfreie T-Shirts! Und das Problem an der Sache: bauchfrei heißt leider nicht unbedingt bauchfrei. Will heißen, ich habe einen, und den konnte man blöderweise auf einmal so richtig gut sehen... Ich hab die T-Shirts dann verlängert, aber nochmal passiert mir sowas nicht! Anyway, aus den beiden Stoffen - einem dunkelgrauen Waffelpiqué und einer hellgrauen Webware mit Pusteblumen will ich Kissenbezüge für das Gästebett in meinem Büro nähen. Von der Idee mit den Paletten hab ich mich zwischenzeitlich verabschiedet, aber das Farbkonzept muss muss trotzdem passen. Eventuell befestige ich auch noch zwei Kissen an der Wand, aber das muss ich mir noch genauer überlegen.

Während ich also auf die Stofflieferung wartete, hatte der Hamster drei weiße Tauben - äh, Quatsch, drei weiße T-Shirts aussortiert. Und ich hab daraufhin beschlossen, die in Garn umzufunktionieren und mal zu sehen, ob ich daraus nicht was Hübsches häkeln kann. Theoretisch hätte ich natürlich dem allgemeinen Trend folgend eine Makramee-Blumenampel damit knüpfen können, aber Ihr kennt meine Einstellung zu Makramee... Warum also was basteln, das ich anschließend nicht auch selbst verwenden wollen würde?

Hier also die Aktion in Wort und Bild:

Als erstes hab ich den Saum unten vom T-Shirt und den oberen Teil ab den Ärmeln abgeschnitten, es mehr oder weniger glatt hingelegt und Streifen von 2 cm Breite runtergesäbelt. Aber Achtung! Die im Bild untere Seitennaht wird jeweils durchtrennt, aber ein paar Zentimeter vor der oberen Seitennaht muss gestoppt werden, sonst produziert man viele, viele Stoffringe...


Hier sieht man das ein bisschen besser:


Und dann habe ich immer von einem Streifen zum anderen die Verbindung schräg durchgetrennt, sodass sich ein meterlanges Stoffband ergab.


Wenn man daran zieht, rollt sich der Stoff ein, d. h. bevor ich das Ganze zum Knäuel auffwickeln konnte, musste ich erst mal ziehen. Sieht übrigens so aus:


Und so:


Drei Herren-T-Shirt-Bauchpartien ergeben übrigens drei Knäuel von etwa 10 cm Durchmesser:



Und mit einer Häkelnadel Nr. 10 sieht das verarbeitet so aus:


Diese Sternform ergibt sich, wenn man bei einer festen Masche nicht in die übliche Öffnung einsticht, sondern etwas seitlich verschoben. Das sieht dann ein bisschen aus wie gestrickt und ist trotz des weichen T-Shirt-Materials erstaunlich robust und standfest.

Wenn man nach T-Shirt-Garn googelt, kommen ca. 27.000 Anleitungen für Körbchen und Utensilos, und auch ich musste das ausprobieren. Allerdings hab ich die beiden Behältnisse noch mit Kunstleder verziert - macht sich ganz hübsch, wie ich finde. 



Falls sich jemand fragt: In dem unteren Körbchen sind getrocknete Ananas-Stücke :-)

Aber weil ich noch was anderes testen wollte, hier eine Manschette für eine Blumenvase:


Das gefällt mir richtig, richtig gut, und ich könnte mir das auch gut vorstellen für einen Kaffeebecher, damit man sich die Finger nicht verbrennt, oder als Umhüllung für Konservendosen oder Glasflaschen - da fällt Euch bestimmt noch mehr ein...

Ja, und weil ich mir hab sagen lassen, dass Hunde-Content immer viel Traffic generiert, hier noch der Fotobeweis, dass Billie Eilish bei uns zu Besuch war zwecks Bonding Experience mit Heinrich... 😄😄😄



Damit läute ich das Wochenende ein - bleibt gesund!!!


Montag, 15. März 2021

Achtung, jetzt kommt ein Karton!

Huhu, Ihr Lieben!

Erinnert Ihr Euch noch an diesen Filmschnipsel aus der Rappelkiste? "Achtung, jetzt kommt ein Karton!" Stimme aus dem Off: "Das heißt Cartoon" Dann wieder das Mädchen, völlig unbeeindruckt und höchst amüsiert "Achtung, jetzt kommt ein Karton!" Und dann fiel tatsächlich ein Karton vom Himmel mit der Aufschrift Cartoon... Aber ich schweife ab! 

In einem meiner letzten Posts habe ich Euch von den DIY-Projekten erzählt, die noch so zu erledigen sind. Einiges hab ich schon fertig, aber ein etwas langwierigeres Projekt hatte ich nur angerissen. Und zwar wollte ich ja ein bisschen von dem Verpackungsmaterial, das wir für den Umzug benötigt hatten, weiterverwerten. Ich gehe davon aus, dass die Umzugsfirma irgendwann die Heerscharen von Umzugskartons, die derzeit in unserem Keller rumdümpeln, wieder abholen, oder ich verkaufe sie über die Kleinanzeigen weiter. Aber das ganze Papier, was zum Einpacken der zerbrechlichen Sachen in den Kartons verwendet wurde, will die Spedition bestimmt nicht zurück. Außerdem wollte ich Boxen haben, die genau in mein Regal passen.

Hier sehen Sie Heinrich auf besagtem Papier - ohne weiteren Sinn und Zweck, außer um den Niedlichkeitsfaktor zu erhöhen:

Also habe ich zwei rechteckige Plastikboxen, die über die Jahre ein wenig instabil geworden sind, erst mal mit Packband beklebt, und dann habe ich mir aus Karton noch zwei würfelförmige Boxen gebaut, die in mein Regal passen. Alle vier Behältnisse habe ich dann mit dem Packpapier und einer ordentlichen Ladung Tapetenkleister versehen. Ein bisschen so, wie wir früher unsere St. Martins-Laternen gebastelt haben.

Danach habe ich das Papier in Streifen geschnitten, und die wiederum hab ich dann zusammengeknautscht und verzwirbelt, damit man sie besser verflechten kann. Jo, und dann hab ich geflochten und geflochten und geflochten... Rapunzel hätte ihre wahre Freude an mir gehabt! Ursprünglich hatte ich ein etwas festeres Packpapier und breitere Streifen verwendet. Damit war ich zwar schneller fertig, aber das war mir dann doch zu grob von der Optik her:


Also nochmal von vorn im Dreikampf Schneiden - Knautschen - Flechten, diesmal mit dem feineren Papier. Sieht doch schon viel besser aus:


Damit ich nicht stundenlang auf das Trocknen vom Alleskleber in der gelben Tube warten muss, habe ich das Flechtwerk dann mit Heißkleber auf den Boxen befestigt. Sicherheitshalber kam dann noch eine Schicht Tapetenkleister drüber. Durch die Trocknungszeiten ist das also nix, was man auf die Schnelle basteln kann, aber ich hatte ja Zeit...


Um den Boxen den letzten Schliff zu geben, habe ich sie noch mit Kunstleder-Griffen ausgestattet, die ich mit Buchschrauben befestigt habe. Sieht einfach ein bisschen wertiger aus, finde ich. Die Boxen würde ich jetzt nicht superschwer beladen und an den Griffen durch die Gegend tragen; zum Feuerholz transportieren sind sie sicherlich nicht geeignet (erst recht nicht, weil sie aus Pappmaché sind). Aber für meine Zwecke eignen sie sich hervorragend, und ich finde sie wirklich hübsch. 






Kann man nicht meckern, oder?

In diesem Sinne - gehabt Euch wohl!!!