Sonntag, 1. Januar 2023

Frohes Neues!

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch ein frohes neues Jahr, erfüllt von Frieden, Glück, Gesundheit und natürlich auch Erfolg - in welcher Form auch immer. Verbringt Zeit mit Euren Lieben, schiebt nichts auf die lange Bank und genießt das Leben, denn keiner weiß, wie lange es dauert.

Wir haben den Silvesterabend zunächst ziemlich gemütlich verbracht, und dann haben wir gut gegessen: Nicht die üblichen Verdächtigen wie Raclette oder Fondue, nein, es gab vegetarische Kohlrouladen mit Semmelknödelfüllung und Glühwein-Sauce. Das war relativ aufwändig, und wird es daher wohl nicht jede Woche geben. War aber sehr lecker!


Wieso war das aufwändig? Naja, zuerst macht man diese Semmelknödelfüllung, will heißen, Zwiebeln mit Kräutern der Provence anbraten, Pflanzenmilch dazu geben, dass die erwärmt wird, und das zu gehackten, altbackenen Brötchen geben. Etwas geraspelte Möhre und Ei dazu und das Ganze eine gute halbe Stunde quellen lassen. Ordentlich würzen, denn die Masse schluckt die Gewürze enorm. 

Dann Pilze anbraten, ebenfalls abschmecken und beiseite stellen. Falls noch altbackenes Brot übrig ist, würfeln, n etwas Öl kross anbraten und anschließend mit Meersalz bestreuen. Auch zur Seite stellen, wird zum Servieren gebraucht.

Dann den Strunk vom Weißkohl entfernen und vorsichtig die Blätter lösen, denn die sollten ganz bleiben. Das wird schwieriger, je weiter man nach innen kommt, denn dann sind die Blätter oft ineinander gefaltet. Aber mit etwas Geduld geht das. Die Kohlblätter werden dann kurz in heißem Wasser blanchiert, und ich hab danach die dicke Mittelrippe der Blätter rausgeschnitten. Hätte man auch vor dem Blanchieren machen können, aber ich wollte nicht, dass sie zu sehr auseinander fallen. Anschließend legt man zwei Blätter übereinander und bestreicht sie innen mit Senf. Dann kommt etwas von der Semmelknödelmasse darauf und noch ein paar gebratene Pilze. Den ganzen Klumpatsch dann irgendwie kunstvoll zu einer Roulade drechseln und entweder mit Küchengarn fesseln oder mit Zahnstochern zusammenspießen. Ich hab dann alle Rouladen in einen großen Bräter gegeben, mit Brühe angegossen und mit geschlossenem Deckel ca. 45 Minuten gegart.

Parallel dazu hab ich gehackte Pilze, Zwiebeln und Möhren angebraten, mit Glühwein abgelöscht (normaler Rotwein oder Bier gehen auch) und mit Gemüsebrühe aufgefüllt. Das durfte dann ebenfalls mit geschlossenem Deckel 40 Minuten auf kleiner Hitze vor sich hin köcheln. Das Rezept sah dann vor, die Sauce durch ein Sieb zu geben und mit Mehl anzudicken. Mir widerstrebte es aber, das Gemüse einfach wegzuschütten, und deshalb hab ich es mit dem Passierstab in der Sauce püriert. Hat mir schon das Andicken erspart.

Beim Anrichten hab ich dann zuerst die Sauce auf die Teller gegeben, dann die Rouladen darauf und das Ganze mit den Croutons und ein paar angebratenen Sonnenblumenkernen garniert. Man hätte jetzt noch Kartoffelpüree oder sowas dazu servieren können, aber mit der Semmelknödelfüllung hat uns das auch so wunderbar gereicht.

An Weihnachten waren wir am ersten Feiertag bei Nachbarn/Freunden eingeladen, und an Heiligabend gab es traditionell Kartoffelsalat mit Würstchen. Deshalb hatte ich am zweiten Feiertag Zeit und Muße, einen vegetarischen Nussbraten zu zaubern - der war nämlich auch nicht in fünf Minuten zubereitet...


Bin mir nicht sicher, ob ich den schon mal erwähnt hab, aber im Wesentlichen werden Zwiebeln und Knoblauch angebraten, dann kommen gehackte Pilze dazu. Das wird dann mit geraspeltem Käse (je würziger, desto besser), gekochtem Wildreis, Hüttenkäse und gehackten Nüssen gemischt. Abschmecken mit Thymian und Salbei, Salz und Pfeffer, und zur Bindung braucht man dann noch vier Eier. Vielleicht ginge auch Kichererbsenmehl als Ei-Ersatz, habe ich aber noch nicht ausprobiert. Die Masse kommt in eine Kastenform und darf dann für eine gute Stunde in den Ofen. Zusammen mit einer Béchamel-Sauce superlecker, und kann auch prima kalt gegessen werden (dann vielleicht eher mit einer Remoulade oder Mayonnaise).

Kurz vor Weihnachten sind wir übrigens nach Msida gefahren, um unsere maltesischen Ausweise abzuholen - man hatte uns benachrichtigt und wir hatten vereinbart, am 23. Dezember vormittags dort aufzuschlagen. Was man leider vergessen hatte, uns mitzuteilen, war die Tatsache, dass die drei Behördenmitarbeiter zwar vor Ort waren, aber eine Weihnachtsfeier unter sich veranstalteten. Also keine Ausweise für uns, aber eine lustige Busfahrt im maltesischen Vorweihnachtsverkehrschaos. Nun gut, dann fahren wir halt am 2. Januar nochmal hin, ich hoffe, die Silvesterfeier der Behörde ist dann schon vorbei :-) Übrigens liegt Msida laut Busplan direkt hinter Paris - hier ist halt alles etwas kleiner, auch die Entfernung nach Frankreich :-)


Ach, was ich noch erwähnen wollte: Hier auf Malta gibt es immer nur organisiertes Feuerwerk - von Spezialisten mit Lizenz und Feuerwerkskörpern, die nicht in irgendeinem osteuropäischen Hinterhof mit fragwürdigen Zutaten zusammengemixt wurden. Eigentlich findet das immer in der Hauptstadt Valletta statt, aber in diesem Jahr hatte man das Silvesterfeuerwerk ausnahmsweise nach Mellieha verlegt. Fanden wir ziemlich praktisch, denn so konnten wir nach dem leckeren Essen in fünf Minuten zu Fuß rüberlaufen und uns das Spektakel anschauen. Und es war wirklich spektakulär! Dauerte zwar nicht besonders lange, gute 20 Minuten ungefähr, aber es gab Musik, es gab was zu Trinken, besonders kalt wars auch nicht, niemand hat sich beim Böllern verletzt, und die Menschenmenge war auch überschaubar. Die Stadtreinigung kümmerte sich ums Aufräumen, es gab weder Tage vorher noch nachher schon Geböllere, was Kinder mit leichtem Schlaf und ängstliche Haustiere sicher sehr zu schätzen wissen. I like!








In diesem Sinne alles Gute für 2023 
- wird garantiert aufregend und spannend!

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