auf den Tag genau 10 Jahre ist es her, dass der sächsische Wetterhamster und ich uns zum ersten Mal live und in Farbe getroffen haben, und exakt 2 Jahre später, also am 12. Mai 2012 haben wir geheiratet. Hab ich mal mit 30 gedacht, mein Leben verliefe von da ab recht vorhersehbar, musste ich mich doch eines Besseren belehren lassen - es ist sehr lustig und wird definitiv nie langweilig!
Aber ich schweife ab, denn ich wollte hier nicht über unsere Beziehung posten, sondern stattdessen ein bisschen was von den Vorbereitungen erzählen und den DIYs, die ich im Vorfeld gebastelt habe.
Am Anfang war natürlich die Frage aller Fragen, die ich anlässlich der Hochzeit einer Freundin in Essen gestellt bekam und die ich selbstverständlich mit "Ja" beantwortet habe! Danach haben wir recht schnell das Datum festgelegt und uns auf die Suche nach einem geeigneten Standesamt mit einem schönen Ort zum Feiern gemacht. Da wir beide nicht kirchlich heiraten wollten, sollte es also ein Standesamt sein, das samstags traut und stilistisch von einem siebziger Jahre Verwaltungsbau so weit weg war wie möglich. Das fand sich dann auch, die ganzen administrativen Vorbereitungen waren auch rasch getroffen, und dann kam es für mich zu den ganzen schönen Sachen, die (zumindest für mich) zur Hochzeitsplanung dazugehören - Kleid- und Outfit-Suche, Zusammenstellung der Deko und Blumen, Erstellung der kompletten Papeterie, kleine Gastgeschenke und so weiter und so fort - alles kann ich gar nicht auflisten, das interessiert nur jemand, der gerade selbst eine Hochzeit plant, schätze ich. (Falls jemand Bedarf hat, stehe ich gern en détail Rede und Auskunft!)
Aber fangen wir mal an mit meinem Outfit - eigentlich wollte ich ein schwarzes Brautkleid und beim Suchen meiner Trauzeugin nur beweisen, dass mir die Farbe eines bestimmten Kleides überhaupt nicht steht, und plötzlich hab ich vor dem Spiegel Pipi den Augen! Damit war es entschieden, und so kam ich wider Erwarten zu einem apricotfarbenen Brautkleid. Schuhe hab ich in der Farbe keine gefunden, aber cremefarbene passten meiner Meinung nach ganz gut dazu, und ich hab sie mit apricotfarbenen Satinbändern statt Schnürsenkeln gepimpt. Die ursprünglich breiten Träger am Kleid habe ich abgetrennt und dafür ebenfalls die Satinbänder verwendet. Aus dem Trägerstoff habe ich mit Hilfe von ein bisschen Nähgarn, einer Kerze und Süßwasserperlen eine Blüte gemacht (war mir nicht sicher, ob ich sie mir ins Haar stecken wollte, aber sie ist dann am Bolero gelandet).
Beim Friseur war ich auch zum Probefrisieren und Testschminken. Die Frisur erinnerte im Nachhinein ein bisschen an das Alien, aber ich bin nun mal nicht der Typ für zarte Löckchen oder eine Flechtfrisur. Und so hatte ich auch keinen Schleier oder Blumenkranz im Haar, sondern nur zwei Haarnadeln, die ich mit Süßwasserperlen verziert hatte.
Outfit - check; nächster Punkt: Papeterie
Ich hab mich seinerzeit viel in einem Hochzeitsforum getummelt, und das erste, was die Umgebung von einer Hochzeit mitbekommt, ist eine Save-the-Date-Benachrichtigung und danach die Einladung. Demzufolge habe ich noch vor der Brautkleid- und Outfit-Orgie eine Farbe und ein Motiv ausgesucht, die sich durch die ganze Papeterie und Deko ziehen sollten (dunkelgrün und eine Calla-Lilie, meine Lieblingsblume, und die einheitliche Schriftart Papyrus), und so hab ich gebastelt:
- Save the Date-Karte mit Knoten im Taschentuch
(hatte ich in einem vorherigen Post schon mal erklärt)

- Einladungskarte (sogar mit farblich passender Briefmarke)
- Menükarten (dazu hab ich beidseitig benutzbare Bilderrahmen zum Aufstellen verwendet, die gleichzeitig als Tischnummer fungierten, verziert habe ich sie mit Silberdraht, grünen Rocaille-Perlen und grünem Satinband) - der Druck war hinterher natürlich farbig.
- Sitzplan (diese Farbgestaltung hatte auch die Menükarte)
- Tischkärtchen/Namensschilder, habe ich dann aber verworfen
- Hochzeitsmalbücher für die kleinen Gäste
- Aufkleber für die Wasserflaschen (den Sektempfang gab es im Hotel, nicht am Standesamt, deshalb wollte ich die Durstigen dort wenigstens mit Wasser versorgt wissen). Man beachte das Detail: Ich habe extra Wasser gesucht mit einer grünen Verschlusskappe :-)
- Freudentränentaschentücher (ja, sowas gibt's)
- Danksagungen
Outfit - check; Papeterie - check; nächster Punkt: Deko und Blumen
Calla waren schonmal gesetzt, zumindest für den Brautstrauß und eigentlich auch für die Boutonniere für den Hamster. Da sich der jedoch gegen ein Jackett entschieden hatte, musste das Knopfloch-Sträußchen an den roten Hosenträgern befestigt werden, und so hat die Floristin auf eine farblich passende Freilandrose umgeschwenkt (die allerdings auch nur die Zeremonie, nicht aber die Feier überstanden hat...) An beidem habe ich nichts selbst gemacht; es gibt Sachen, die man Profis überlassen sollte (genauso wie Frisur und Make-up).
Aber bei der Tischdeko hab ich dann schon Hand angelegt. Auf jedem Tisch gab es einen silbernen Kerzenleuchter (hab ich einer Arbeitskollegin nach deren Hochzeit abgekauft und anschließend weiterverkauft - was will ich mit zehn Kerzenleuchtern???), am Fuß der Leuchter hab ich jeweils grüne Glasnuggets verteilt und rundherum noch transparente Teelichtgläser, darin Wasser, grünes Glasgranulat und weiße Nelken. Auf dem Kindertisch gab es keinen Kerzenleuchter, dafür aber ein großes Glas mit grün-weißen Weingummi-Fröschen und statt Namensschildern gab es je ein personalisiertes Malbuch und Buntstifte. Meine Schwester hat dann noch Einwegkameras hochzeitlich gestaltet und auf den Tischen verteilt - da kamen einige sehr witzige Schnappschüsse zustande!
Die Freudentränentaschentücher hat mein Patenkind vor der Trauzeremonie verteilt, und seine kleine Schwester hat uns hinterher mit großem Enthusiasmus mit Rosenblättern aus Stoff beworfen - (und wieder eingesammelt, weil sie sie behalten wollte :-) Für beides hatte ich weiße Körbchen besorgt, grüne Henkel drangebaut und sie mit Bändern, Silberdraht und Perlen verziert.
Und weil es neuerdings zum guten Ton gehört, hab ich auch noch kleine Gastgeschenkchen gebastelt (wie früher im Kindergarten, wenn man Geburtstag hatte und für alle anderen Kinder so kleine Tütchen mitbrachte). Kleine Schokoladentäfelchen (auch Naps genannt - das kommt in diesem Fall von Napoletaner, nicht von Non adaptable Player) hab ich erst nackig gemacht bis auf das Silberpapier, dann eine neue selbst gestaltete und gedruckte Verpackung wieder drumgefummelt, immer drei Täfelchen in verschiedenen Farbabstufungen in ein dunkelgrünes Organzasäckchen sortiert und zum Schluss die Schleife mit einer Mini-Calla verziert.
Outfit - check; Papeterie - check; Blumen und Deko - check; Feier - definitiv check!
Was soll ich sonst noch sagen? Gäbe so viele Anekdoten zu erzählen von unseren Ringen, von Fotos, auf denen alle Personen Alex heißen, vom alten und neuen Schloss in Neckarbischofsheim, von der Feier, von unserem Hochzeitspogo, aber auch das würde den Rahmen sprengen. Nur so viel: Es war und ist immer noch ein unvergessliches Fest!!!
In diesem Sinne: habt Euch lieb!




















Das Kleid und das Jäckchen in Apricot haben dir hervorragend gestanden - eine schöne warme frische Farbe! <3
AntwortenLöschenOh, lieben Dank! Das lag aber möglicherweise daran, dass ich mit einem Spray Tanning meinem im Mai noch blassen Hautton etwas auf die Sprünge geholfen habe... :-)
AntwortenLöschen