Mittwoch, 5. März 2025

Fast'n Tagebuch

Huhu, Ihr Lieben!

Zwar hat das mit dem Karneval feiern in Eschweiler nicht so ganz geklappt, aber ich hab das Ganze dank Social Media zumindest ein bisschen verfolgen können. Live Stream wäre schön gewesen, aber nur der Aachener Zug ist übertragen worden - dabei ist der in Eschweiler viel länger und spektakulärer! 

Anyway, am Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei, und gleichzeitig beginnt die Fastenzeit. Normalerweise hab ich mit der Fastenzeit genauso wenig am Hut wie mit guten Vorsätzen an Neujahr, aber diesmal will ich mich tatsächlich beteiligen. Der spirituelle Gedanke dahinter ist ja, dass man nach der Völlerei und Feierei sich mal wieder aufs Wesentliche besinnt und sich durch selbstgewählten Verzicht bewusst macht, was man eigentlich alles hat und wie gut es einem geht (und dass es andere vielleicht nicht so gut haben). 

Dieser Aspekt ist aber - wenn ich ehrlich bin - nebensächlich, wobei ich durchaus dafür bin, mal kurz innezuhalten und sich vor Augen zu führen, wie gut es mir persönlich geht. Was mich aber eigentlich dazu bewogen hat, mich an der Fastenzeit zu beteiligen dieses Jahr, war die Tatsache, dass ich vor gut einem Jahr im Januar einen Gesundheits-Checkup hatte und mit der Zahl auf der Waage sehr zufrieden war. Kurz danach wurde bei uns im Office für die Rezeption (also auch für mich) eine Uniform maßgeschneidert. Seitdem gehe ich also verkleidet als Flugbegleiterin zur Arbeit - nicht meine erste Wahl, aber einerseits brauche ich so weniger neue Klamotten und andererseits muss ich mir morgens nicht lange überlegen, was ich anziehen soll. 

In der letzten Zeit war das Kostümchen aber nicht mehr so bequem wie zu Anfang und ich hatte die vage Ahnung, dass das nicht an Materialschrumpfung lag... Also wollte ich wieder disziplinierter mit dem Sport sein, aber da machte mir erst mal eine fiese Erkältung einen Strich durch die Rechnung. Doch wenn ich mal ganz ehrlich mit mir selber bin, war ich faul, hab mich auf meinem Kissen aus Zufriedenheit ausgeruht und lieber gestrickt als geturnt. Und da ich gerne koche und backe, muss irgendwer das Ganze ja auch essen. Irgendwo musste also Motivation und ein Ziel her, auf das ich hinarbeiten kann.

Heute hatte ich einen Werkstatt-Termin für den Beetle, und ich sollte den Käfer schon um 7 Uhr abgeben - blieb also nur Zeit für einen Kaffee, kein normales Frühstück. Und als ich den Termin so in meinen Kalender eintrug, fiel mir auf, dass das ja mit Aschermittwoch zusammenfällt. OK, wenn ich also - wenn auch aus Zeitgründen - auf mein Frühstück verzichten muss, warum nicht mal Intervallfasten ausprobieren? Also hab ich mich gestern spontan ein bisschen eingelesen und beschlossen, während der Fastenzeit meinen Metabolismus wieder etwas in Schwung zu bringen. Aufgrund der zeitlich begrenzten Hungerphasen soll sich kein Jojo-Effekt einstellen, weil sie eben nur kurzfristig sind und der Stoffwechsel nicht in Panik-Modus verfällt. Den Wetterhamster hab ich gestern mit meinem Vorhaben konfrontiert, und er will mitmachen. Find ich gut, zu zweit ist sowas ja immer einfacher als allein. 

Und so hab ich heute morgen ganz tapfer mich a) meinen Dämonen und b) auf die Wage gestellt mit dem Ergebnis: In den letzten 14 Monaten haben sich tatsächlich 4 kg auf mir breitgemacht, die da vorher nicht waren. Das möschte isch nicht! Und so harre ich jetzt ganz tapfer und hochmotiviert bis 12 Uhr mittags aus und dann gibt es ein Frühstück mit Müsli, Hafermilch und Obst, und nach der Arbeit koche ganz normal, sodass wir bis 20 Uhr gemütlich und ohne Hetze zu abend essen können. Das wollen wir dann mal bis Ostern durchziehen und schauen, ob wir damit klar kommen und ob es auch auf der Waage was bringt - idealerweise 5 Kilo, das wäre klasse. Mehr will ich ja gar nicht, schließlich war ich immer schon eher eine Zwölfe, denn eine Elfe :-))) Und aus einem Bernhardiner wird auch kein Windhund. Aber ein gesunder, beweglicher Bernhardiner - das will ich sein!

Ach, und wenn man sich den Kalender mal genauer anschaut, fällt auf, dass das mit den 40 Tagen bis Ostern nicht so ganz passt. Ich hab dann mal nachgeforscht, und Folgendes gefunden: Schon seit dem 5. Jahrhundert sind die Sonntage als sogenannte "kleine Auferstehungstage" vom Fasten ausgenommen. Damit man auf die 40 Tage kommt, zählt man von Aschermittwoch bis Karsamstag. Ich will es aber mal nicht übertreiben, und deshalb wird unsere persönliche Fastenzeit von Aschermittwoch bis Gründonnerstag gehen (an Karfreitag gibt es Mehlknödel als traditionelle Fastenspeise in unserer Familie - mehr dazu in einem separaten Post), und die Wochenenden werden ausgenommen.

Jetzt ist Mittagspause, ich freu mich auf meinen Brunch, und bis auf ein leichtes Hüngerchen ging es heute eigentlich. Ich war allerdings auch gut abgelenkt, denn als ich heute morgen losfahren wollte zur Werkstatt, sprang der Wagen nicht an - wie passend. Also musste ich ihn abschleppen lassen. Und auf der Arbeit war dann auch immer was zu tun, also keine Zeit, mich selbst zu bedauern. Ach, und beim Beetle hat einfach nur die Batterie schlapp gemacht, ich habe ihn zu selten benutzt :-)

Soweit die heiligen Worte - ich halte Euch auf dem Laufenden!




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