Donnerstag, 16. Juni 2022

Wenn's mal wieder länger dauert...

Hi und hallo, Ihr Lieben!

Ich bin ja immer für Projekte zu haben, die schnell, unkompliziert oder mit einem speziellen Zweck gemacht sind. Aber manchmal kommt es anders...

Im Winter war mir nach Farbe (obwohl - Farbe mag ich eigentlich immer, aber egal), und deshalb fiel mir irgendwann ein Häkelprojekt von #crystalsandcrochet ins Auge - ein gehäkeltes Mandala, ein Feuerwerk an Mustern und Farben und riesengroß. Ich hatte keine Ahnung, was ich damit machen sollte. Eine runde Decke? Ok, für ein Picknick sicher hübsch, aber mit den Reliefstäbchen, Noppen und sonstigen Maschen in 3D eher ungeeignet zum Draufsitzen oder was draufzustellen. Außerdem müsste ich es auf jeden Fall von unten mit einem wasserabweisenden Stoff verstärken. 

Kommen lassen, hab ich gedacht, und einfach mal zwei Sammelpakete Baumwollgarn in allen Farben des Regenbogens geordert. Losgelegt und mich grob an der Anleitung zur besagten Mandala Madness orientiert. 


Anfangs sah man den Fortschritt recht schnell, aber mit und mit dauerten die Runden immer länger. Auf dem ersten Bild hat das Mandala die Größe von einem Essteller, auf dem zweiten ist es etwa so groß wie eine Schallplatte - die Älteren von Euch wissen, was ich meine :-)



Ich hab das Ganze einfach mal nur für mich gehäkelt, weil ich es schön fand. Ohne genau zu wissen, wofür ich es benutzen würde und in dem Wissen, dass das nicht an einem Wochenende fertig gehäkelt ist. Oder auch drei, oder vier... Und das ist völlig in Ordnung!


Aber irgendwann war das Garn aufgebraucht (20 Knäuel à 50 g), und das Mandala hatte einen Durchmesser von etwa zwei mittelgroßen Französischen Bulldoggen!

Und wie der geneigte Leser mit scharfem Blick fürs Detail erkennen kann, habe ich hier schon angefangen, eine dunkelgraue Umrandung zu häkeln. Ich hatte mir nämlich überlegt, aus dem runden Mandala jetzt doch eine quadratische oder ggf. rechteckige Decke zu machen, obwohl ich ja nun mit meiner Nähmaschine durchaus die eine oder andere Patchworkdecke fabriziert habe, um meinen Luxuskörper damit einzuhüllen. Aber unsere Loggia - hauptsächlich in Weiß, Grau und Kupfer gehalten, könnte durchaus einen kräftigen Farbtupfer vertragen. (Klar, deswegen bekommt das Mandala auch einen grauen Rand - haha!) Aber tatsächlich passt die Decke mit dem grauen Rand super zu den grauen Sitzkissen auf der Fensterbank der Loggia. (Auch wenn das auf den Fotos weiter unten nicht so aussieht...)

Damit ich Euch nicht zu sehr zutexte, hier noch zwei Detailbilder:


Wie bekommt man denn jetzt das Runde ins Eckige? Oder besser gesagt, wie macht man aus einer runden Decke eine rechteckige? Eigentlich ist das Prinzip ganz einfach: Man unterteilt den Kreis in acht gleichgroße Tortenstücke und fängt im ersten Tortenstück mit ganz flachen Maschen an zu häkeln. Sprich ich arbeite mich von Kettmaschen über feste Maschen, Halbstäbchen und Stäbchen bis zu Doppelstäbchen vor und erreiche damit das Ende des ersten Tortenstücks. In Tortenstück zwei das Ganze dann wieder retour, also von Doppelstäbchen bis runter zu den Kettmaschen. Das Prozedere mache ich dann noch drei Mal und habe so die Ansätze für vier Ecken geschaffen. 

Bei kleinen Kreisen (so handtellergroß) klappt das auch ganz prima, aber bei dem Riesenoschi, den ich mir da erschaffen hatte, war es nicht ganz so einfach. Irgendwie waren und blieben die Seiten des Quadrats immer etwas gerundet. Und ich befürchtete, dass sich das auch durch Aufspannen nicht wirklich ausgleichen ließ. Also habe ich nach zweimaliger gescheiterter Quadratur des Kreises einen anderen Ansatz gewählt, und zwar hab ich es auf die Spitze getrieben - und zwar im wörtlichen Sinne. 

Und zwar habe ich zuerst mit einem Muschelmuster in der Mitte von zwei Tortenstücken angefangen und mich dann in Reihen vorgearbeitet, bis ich am Ende der beiden Tortenstücke angekommen war - somit hatte ich also eine Ecke fertig. Das hab ich dann noch drei Mal gemacht und hinterher stumpf in Runden mit Halbstäbchen weitergehäkelt, bis die zehn Knäuel graue Baumwolle fast aufgebraucht waren. Klingt unverständlich? Ist es möglicherweise auch :-)

Eigentlich wollte ich das Grau ohne Muschelmuster und Schnickschnack, aber so hat es wenigstens funktioniert und ich musste mich nicht jedes Mal ärgern, wenn ich das Mandala anschaute. Naja, und irgendwann sollte das Projekt dann ja doch mal fertig werden, auch wenn ich durchaus geduldig sein kann... Aber so viele Schokoriegel wären einfach nicht gesund!

An die vier Ecken gab es dann noch Quasten, die ich eigentlich ganz hübsch finde, und wo ich schon mal dabei war, hab ich den zwei Sitzkissen auch noch Quasten gebastelt. Jetzt passt es wirklich gut zusammen.

 

Und so sieht das Ensemble im Einsatz aus - natürlich approved by Heinrich höchstpersönlich :-)




Alles so schön bunt hier! 




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