Freitag, 13. November 2020

Instagram vs. Realität

Hallo Ihr Lieben,

wenn ich so aus dem Fenster schaue, ist es trüb, grau und usselig (also rheinisch für kalt, nass und ungemütlich - sozusagen anti-hygge). Naja, ist ja auch November, und von daher eigentlich passend. Ich frage mich nur immer, wo die ganzen Instagrammer und Youtuber wohnen, die so tolle Dekosachen aus Laub basteln. Immer wenn ich denke, so ein Laubkranz wäre doch hübsch, ist es entweder dunkel draußen, es nieselt gerade oder das Laub auf dem Boden ist noch nass vom letzten Regenguss. Sollte es dann tatsächlich mal schön sein und es bestünde theoretisch die Möglichkeit, trockenes buntgefärbtes Laub vom Boden aufzuheben, finde ich nur Blätter, die viel zu winzig sind, von irgendwelchen Viechern angefressen sind, oder die Hunde haben nun überhaupt keinen Bock darauf, dass Frauchen ständig stehen bleibt, um irgendwas aufzusammeln, das nicht in kleine schwarze Beutel gehört.

Überhaupt - das ist ja auch so eine Sache: Hunde in den sozialen Medien sind immer niedlich und sauber. Meine wälzen sich in schlammigen Pfützen, zaubern, dass die Luft stinkt, sabbern literweise, wenn es Leckerli gibt und spucken in hohem Bogen, weil sie mal wieder Gras gefressen haben wie ein Schaf! Aber so ist das nun mal im richtigen Leben, da ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen.

Nun denn, so gibt es eben keine Laubdekoration, sondern nur ein paar Kürbisse aus Gips in einem Bett aus Kastanien. Und ich schätze, die Weihnachtsdeko werde ich dieses Jahr auch eher vernachlässigen und sie in den Kartons lassen. Unser Umzug ist nämlich doch wieder in den Bereich des Möglichen gerückt, da will ich jetzt nichts aus Kartons zerren, was eigentlich schon umzugsfertig verstaut ist. 

Und mein Foodblog ist auch noch lange nicht instagramfähig - meine Fotos sind semigut, und an der Optik kann auch immer noch was verbessert werden. Nichtsdestotrotz zeig ich Euch jetzt mal, was ich letztes Wochenende fabriziert habe - Ravioli mit Kürbisfüllung!

Wir sind hier im Ruhrpott ja nicht mehr im Einzugsgebiet der Butterbrezeln und Käsespätzle, deshalb gibt es hier auch kein Spätzlesmehl, was sich ganz hervorragend für selbstgemachte Pasta eignet. Aber die Rezeptdatenbank meiner Wahl gab an, dass man auch ganz normales Weizenmehl Type 405 mit Hartweizengrieß mischen kann. Ich hab sogar ein Rezept ohne Ei gefunden, und weil Barilla und Co. auch ganz gut ohne auskommen, dachte ich, ich probier das einfach mal. 

Teig klappte prima, das Ausrollen mit meiner fancy Küchenmaschine auch, und die Füllung war auch easy-peasy:


Was ich mir irgendwie eleganter vorgestellt hatte, war diese Ravioli-Klappform vom bekannten amerikanischen Plastikhersteller. Eigentlich war da rund um die Ravioli so eine Verzahnung, sodass beim Zusammenklappen der Form gleichzeitig die Ravioli verschlossen werden und der überschüssige Teig abgetrennt wird. Das klappte nur so lala; die Teigpäckchen waren zwar gut verbunden, aber den restlichen Teig musste ich mit einem Messer abschneiden, und auch die einzelnen Ravioli voneinander separieren. Genauso einfach wäre es wahrscheinlich gewesen, eine Lage Teig hinzulegen, Füllung drauf, zweite Lage Teig drüber und dann mit einem Pizzaroller Quadrate abteilen. Aber jetzt hatte ich dieses Dings, also sollte es auch verwendet werden!

Das war die Ausbeute:


Ihr seht, ein echter Foodblogger hätte das sicherlich schöner hinbekommen, aber wir reden hier vom Real Life, da muss man schon Kompromisse machen :-) Und eigentlich sah das Rezept eine Salbeibutter dazu vor. Ich hatte aber dank meines braunen Daumens leider keinen Salbei, und auch meine bevorzugten Lebensmitteldealer konnten damit nicht dienen. Also habe ich eine Tomatensauce gekocht. 

So sehen die Ravioli übrigens aus, wenn sie frisch aus dem Wasser kommen:


Man beachte das formschöne Mitbringsel aus dem Tunesien-Urlaub von vor ewigen Zeiten - das Auge isst schließlich mit...

Im Nachhinein muss ich sagen, dass einfach nur ein bisschen Butter mit Parmesan etwas besser zur Kürbisfüllung gepasst hätte als die Tomatensauce, aber es war auch so richtig lecker, und das Foto hier ist doch eigentlich fast Foodblog-tauglich:


In diesem Sinne habt ein hyggeliges un-usseliges Wochenende 
und lasst es Euch gutgehen!

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