Dienstag, 7. April 2020

Urlaub Zuhause

Huhu, Ihr Lieben,

seit gestern hab ich Urlaub! Mein Arbeitgeber hatte ganz freundlich gefragt, ob ich bis zum Geschäftsjahresende am 30. Juni nicht eventuell ein bisschen frei machen könnte. Und weil es die letzten Tage für mich sowieso nicht mehr so viel zu tun gab, hab ich jetzt um Ostern und Pfingsten rum jeweils zwei Wochen Urlaub. Das Wetter ist - bis auf die blöden Pollen, die umherschwirren - traumhaft, und so kann ich die Zeit tatsächlich genießen. Meine Reisepläne bisher: Haustralien, Balkongo, Sofambik, Islamabad, Bangladusch, Kloronto und Speisekammerun :-)

Am Samstag hab ich die Gartenmöbel abgeschliffen und eingeölt - und daraufhin musste ich mich direkt mit einem Schokokuchen belohnen! Hab eine vegane Variante ausprobiert, und das war richtig gut! Im Wesentlichen bestand der Teig aus Mehl, Zucker Kakao, Pflanzenmilch (ich hab Kokosdrink mit Hafermilch gemischt), Backpulver und Schokostückchen - also nichts exotisches, und ich find es immer gut, wenn man so den Eierkonsum ein bisschen reduzieren kann. Nicht, dass ich was gegen Eier hätte, am Wochenende gehört ein Rührei zum Frühstück dazu, aber wenn ich an das Schicksal von männlichen Küken denke, unterstütze ich möglichst Bruderhuhn-Projekte und bevorzuge Rezepte, die mit ein bis zwei Eiern auskommen - also kein Verzicht, sondern bewusster Konsum. Anyway, der Kuchen war lecker, vor allem, als er noch warm und die Schokostückchen noch leicht flüssig waren...

Tja, und dann haben mir zwei Freundinnen, die auch gerne und viel nähen, ihre Masken gezeigt, und ich hab mich anstecken lassen. Also flugs alle vorhandenen Baumwoll-Webware-Reste zusammengekramt, im ganzen Haus nach verwendbarem Draht für die Oberkante gesucht und genäht. Ich hab mich an die Anleitung der Stadt Essen gehalten, und weil ich mir vorstellen könnte, dass es für Brillenträger unangenehm sein könnte, neben den Brillenbügeln auch noch ein Gummiband hinter den Ohren zu haben, habe ich mich für die Bändel-Variante entschieden, wie es sie auch bei den OP-Masken gibt. Das bedeutete zwar jede Menge Schrägband-Bügelei, aber ich habe zwischenzeitlich erfahren, dass Gummilitze ähnlich begehrt und ähnlich verfügbar ist wie Klopapier.


Die hab ich dann heute morgen mit einem kleinen Zettel bei unseren Nachbarn in der Sackgasse verteilt (Hinweis, dass es eine selbstgenähte Behelfs-Maske ist und dass sie regelmäßig in die Kochwäsche soll - wir sind ja schließlich in Deutschland, da muss alles seine Ordnung und Bedienungsanleitung haben). Der Wetterhamster meinte zwar, das würde den älteren Herrschaften ihre Sterblichkeit unter die Nase reiben und ihnen Angst machen, aber bisher ist es ganz gut angekommen.

Wir hatten übrigens am Wochenende auch einen Zettel im Briefkasten, und zwar hat die Tochter von den Nachbarn gegenüber sich ein Poesie-Projekt ausgedacht. Ins Museum o. ä. darf man momentan nicht, aber Spazierengehen ist erlaubt und erwünscht. Und deshalb will sie die Gehwege mit Poesie verzieren, sodass man sich nicht nur am schönen Wetter und der Natur, sondern auch an Gedichten oder Sprüchen erfreuen kann. Jeder der will, kann ihr etwas poetisches zukommen lassen, das dann ggf. vor dem eigenen Haus auf den Bürgersteig geschrieben wird. Und beim nächsten Regen ist alles wieder verschwunden. Schöne Idee, finde ich. 

Der Hamster wollte den Spruch von Einstein mit der Unendlichkeit der menschlichen Dummheit und des Universums, und ich was von Heinz Ehrhardt. Geeinigt haben wir uns dann auf ein Zitat von Steven Hawking :-)

Nichtsdestotrotz:

DAS DINGS
Mitten in Ägyptens Wüste
steht ein riesengroßes Dings,
hinten Löwe, vorne Dame,
jeder weiß: Das ist die Sphinx.
Sehnsuchtsvoll in Richtung Westen
schaut sie steinernen Gesichts.
Würde sie nach Osten gucken,
wärs egal: Auch da ist nichts…
Heinz Erhardt

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