Morgähn… Eigentlich bin ich ja in der glücklichen Lage, ziemlich flexibel entscheiden zu können, ob ich nun ins Büro fahre oder von zu Hause aus arbeite. Heute sollte ich aber auf jeden Fall ins Büro kommen - und ausgerechnet so einen Tag, an dem ich nicht einfach so eine halbe Stunde länger liegen bleiben kann, hat sich unsere Speckprinzessin für's nächtliche Drama ausgesucht...
Schlafentzug ist eine Foltermethode - Menschen mit kleinen Kindern wissen, wovon ich rede. Zu mir und dem Göttergatten gehören zwar keine Kleinkinder, aber zwei vierbeinige Familienmitglieder, die wir heiß und innig lieben. Heinrich, eine französische Bulldogge, der Anfang Oktober 7 Jahre alt geworden ist, und dann noch (Themsen-)Else, ein englisches Bulldoggenmädchen im stolzen Alter von 11 - man beachte, dass die durchschnittliche Lebenserwartung einer EB so zwischen 8 und 10 Jahren liegt. Natürlich plagen sie die üblichen Alterszipperlein: Sie sieht auf einem Auge nicht mehr, hören klappt auch nur bedingt (das könnte allerdings auch andere Gründe haben :-), sie hat Arthrose in beiden Vorderläufen und dank eines von hinten heranpreschenden Radfahrers, der sie fürchterlich erschreckt hat, hat sie durch einen blöden Sprung zum Ausweichen hinten links ein lädiertes Kreuzband. Das stört sie aber nicht weiter, sie hat den Schalk im Nacken wie Queen Mum, Leckerchen werden sehr charmant eingefordert, und wenn sie keinen Bock mehr hat zum Gassi gehen, dann dreht sie einfach um und trabt nach Hause. Ich schätze, sie schläft mittlerweile 22 h pro Tag, und das ist auch völlig ok. Manchmal hält sie die Nacht nicht mehr komplett durch und muss zwischendurch (gerne zwischen 1 und 2 Uhr) mal raus in den Garten. Auch damit können wir leben, aber...
Keine Ahnung, was war, ob sie irgendein Leckerli nicht vertragen hat oder doch aus einer Pfütze geschlabbert hat, was sie eigentlich nicht soll, oder, oder, oder. Fakt ist, dass sie mir nach dem nachmittäglichen Spaziergang noch ziemlich häufig zu Verstehen gegeben hat: Frauchen, mach die Tür auf, ich hab dringende Geschäfte im Garten zu erledigen. Das fand ich schon merkwürdig, aber sowas kommt vor. Doch nachdem ich sie um 22 Uhr noch mal rausgeschickt hatte, damit ich dann ins Bett gehen konnte (Herrchen weilt derzeit im fernen Qatar), wollte sie eine halbe Stunde später wieder raus und ließ sich dann verdammt viel Zeit, während ich im Nachthemd und ohne Socken darauf wartete, dass es wieder husch, husch, ins Körbchen ging. Kaum drinnen, wollte sie schon wieder raus und kam ewig nicht wieder rein. Das ging dann insgesamt noch 4, 5 Mal so, und ich hatte zwischenzeitlich schon mein Lager auf der Couch aufgeschlagen - näher an der Terrassentür. Ich bin ja eigentlich keine Helikopter-Hundemutter (naja, die einen sagen so, die anderen so), aber in der Situation hab ich gedanklich schon alles mögliche durchgespielt von Möhrensuppe bis Tierklinik... Gottseidank wurden die Ausflüge in die Botanik allmählich kürzer, um 2 Uhr ist sie dann endlich weggeratzt, und ich war etwas beruhigt.
Tja, und dann hörte ich um 5:30 Uhr so nette, würgende Geräusche von dem kleinen schwarzen Wurstbär direkt am Bett! Ich darf Entwarnung geben, Heinrich hat einen empfindlichen Magen und ist darüber hinaus seit einer heftigen Grippe im Welpenalter recht anfällig für Erkältungen; und das führt dann schon mal zum Spucken. Das stört ihn nicht weiter, aber ich war wach und hab erst mal geputzt...
Ein Glück, dass ich die Zwei so fürchterlich lieb hab! :-)
Nach einer heißen Dusche zum Wachwerden und einem Mini-Spaziergang sieht die Welt allerdings schon wieder viel freundlicher aus, und beiden Hunden geht es gut. Vielleicht gibt es statt Möhrensuppe heute Abend ja Hühnchen in die Näpfe...

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