Dienstag, 15. Oktober 2019

Gruß aus der Küche

Erinnert sich noch irgendwer an Jean Pütz, den Mann mit dem Schnäuzer? Oder an seine Sendung Hobbythek? Nicht, dass ich die akribisch verfolgt hätte, aber ich weiß noch, dass er irgendwann mal Frusips (tolle Wortschöpfung aus Frucht + Sirup *Achtung Ironie*) vorgestellt hat. Da wir in Good Old Germany bedenkenlos unser Leitungswasser trinken können, ich aber dazu neige, zu wenig zu trinken, wenn das Wasser keinen Geschmack hat (eine Zuckerdiskussion spare ich mir hier), habe ich schon im letzten Jahr damit angefangen, Sirupe selbst zu kochen. Zusammen mit unserem Wassersprudler eine tolle Kombination, die mir Tonnen von Getränkekästen erspart hat. Dazu kommt, dass ich ziemlich genau weiß, was in meinem Glas so drin ist. 

Angefangen hab ich im Winter mit ganz einfachem Zitronensirup - hier ein herzlicher Dank an meine Schwiegermama, die mich mit einer Zitruspresse für meine heißgeliebte Küchenmaschine bedacht hat! Ich mache den Sirup immer im Verhältnis 1:1, also ein Liter Flüssigkeit auf ein Kilo Zucker. Sprich: Zitronen pressen; bei 12 Zitronen komme ich auf ungefähr 600 - 700 ml Zitronensaft, den ich dann mit Wasser auf einen Liter auffülle. Meine Presse hat eine Art Sieb, das Kerne auffängt, aber es geht schon noch einiges an Fruchtfleisch durch, was mich aber überhaupt nicht stört. Zucker dazu, rühren, 10 Minuten kochen, abfüllen. Ich hab das sowohl mit braunem als auch mit ganz normalem weißen Raffinadezucker probiert. Geschmacklich ist beides prima, mit braunem Zucker bekommt der Sirup eine karamellig-goldene Farbe, sonst ist er halt zitronig-gelb. Hier die letzte Ausbeute:


Danach habe ich mit diversen Früchten experimentiert, z. B. auch mit Rhabarber und Vanille, aber das war mir dann doch ein bisschen zu aufwändig. Zu Weihnachten gab es dann auch einen Zimtsirup, der war aber eher für Kaffee oder Waffeln und Co. gedacht. Aber letztendlich bin ich immer wieder bei Zitrone gelandet. Doch wie in meinem allerersten Post erwähnt, hab ich mich vorletzte Woche auch an Minzsirup versucht. Ich kannte ihn von einer guten Freundin und wusste, dass auch hier ein Hauch von Zitrone reinkommt, und diese Zusammenstellung ist einfach nur genial. Man braucht ein bisschen mehr Zeit, aber kompliziert ist es nicht, und es hat sich gelohnt. Ich habe einen einfachen Sirup (oder auch Läuterzucker) gekocht, also wie oben ein Liter Wasser auf ein Kilo Zucker, und dazu noch zwei Tütchen Zitronensäure und den Saft von einer Zitrone (mehr hatte ich nicht, und die Zitronensäure war von einer Marmeladen-Koch-Aktion noch übrig). Die letzte Pfefferminze aus dem Garten (ungefähr eine Salatschüssel voll) hab ich von den Stängeln gezupft und mit dem Sirup übergossen. Das Ganze durfte dann gut drei Tage ziehen, dann hab ich die Flüssigkeit abgegossen, noch mal aufgekocht (Anleitungen finden sich zu Hauf im Netz) und fertig!

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