Montag, 4. November 2024

Smashing Pumpkins

Hallo Ihr Lieben,

es ist Herbst, demzufolge Kürbiszeit! Letzte Woche hatte mein Arbeitgeber uns Angestellte auf eine Runde Pumpkin Spice Latte eingeladen. Also haben die Jungs vom Coffee Shop gegenüber kurzerhand ihr Equipment einmal über die Straße und zu uns ins Büro gekarrt. Damit das Ambiente stimmt, kam vorher sogar noch ein Bauer vorbei und hat etwa 20 Kürbisse in unserer Küche abgeladen, mit denen dann der zweite Stock, wo es den Kaffee gab, herbstlich dekoriert wurde. 

Die Kürbisse waren essbar, und so durfte ich am Freitag nach der Kaffeesause einen von den runden Wundern mit nach Hause schleppen - von drauß' vom Walde komm ich her und kann euch sagen, so ein Kürbis wiegt schwer! 

Also hab ich den Samstag nach dem Wocheneinkauf damit verbracht, das Kürbismonster zu verarbeiten. Ihn einmal durchzuschneiden ging einfacher, als ich gedacht hatte - der gemeine Hokkaido erweist sich normalerweise als wesentlich störrischer als dieser maltesische Kürbis. Die Kerne hab ich von den Fruchtfleisch-Fasern befreit, gut gewaschen und auf einem Backblech mit Zewa zum Trocknen auf den Balkon gestellt. Am Sonntag waren die Kerne gut durchgetrocknet und ich hab sie kurz in Salzwasser gebadet und wieder zurück auf's Backblech. Eigentlich hieß es, man könne die 20 Minuten lang rösten, sollte sie aber zwischendurch mal wenden. Nach etwa 10 Minuten hatten die Kürbiskerne in meinem Gasofen eine Identitätskrise und dachten, sie seien Popcorn. Nachdem die Viecher also durch den Ofen hüpften, habe ich das Experiment abgebrochen. Doch oh Wunder, sie waren erstaunlich gut, und wir haben sie - nachdem sie ein bisschen abgekühlt waren - komplett weggefuttert.

Etwa ein Drittel des Kürbis habe ich ganz gelassen - ein Stück gibt es morgen abend und das andere Stück habe ich Samstagabend in schmale Streifen geschnitten und mit Bacon und Feta im Backofen gegart. Dazu gab es gegrilltes maltesisches Brot mit selbstgemachter Knoblauchbutter - sehr lecker!

Die anderen zwei Drittel habe ich von der Schale befreit, denn anders als beim Hokkaido kann man bei dem heimischen Kürbis die Schale nicht mitessen. Das Kürbisfleisch habe ich dann grob gewürfelt und in ein bisschen Wasser in meinen zwei größten Töpfen weich gekocht. Das ging relativ schnell, ich schätze mal so 20 Minuten. Das Wasser hab ich abgegossen und den Kürbis mit dem Stabmixer püriert. Dieses Kürbispüree (gute dreieinhalb Kilo!) habe ich portionsweise eingefroren und kann das dann mit und mit verarbeiten.

Ein Teil des Pürees musste gleich gestern dran glauben - erst waren ganz einfache Muffins an der Reihe und Brownies. Letztere hatten außer dem dunklen Teig noch ein Topping aus Frischkäse mit Kürbispüree, haben uns zwar nicht so richtig überzeugt, aber die Muffins waren super.



Da wir gestern eingeladen waren, hab ich noch kleine Kürbiskäsekuchen (in der Muffinform) ausprobiert. Die bekamen erst einen Boden aus geschredderten Löffelbiskuit mit geschmolzener Butter und einem Hauch Zimt. Darauf kam dann die Cheesecake-Masse aus Frischkäse, Kürbispüree, braunem Zucker und den üblichen Verdächtigen Zimt, Nelken, Muskat und Lebkuchengewürz, sowie einem Ei, und weil ich ganz sicher gehen wollte, etwas mit Wasser angerührter Speisestärke. Nach gut 15 Minuten waren die Schätzchen fertig - ich hab sie, wie jeden Käsekuchen, im Ofen auskühlen lassen und danach im Kühlschrank geparkt. Was soll ich sagen? Sie waren sensationell! Übrigens habe ich das erste Mal lactosefreien Frischkäse verwendet (aus Gründen), überhaupt kein Unterschied zu "normalem" Frischkäse - gut zu wissen...

Und es gab gestern auch noch was Herzhaftes - da wir durch die Einladung nicht so ewig viel Zeit hatten, habe ich mich gegen Kürbisgnocchi entschieden, denn das war zu langwierig mit Kartoffeln vorkochen und so. Stattdessen wurde ich zum Instagram-Opfer und habe mich an schnellen Nudeln versucht. Im Wesentlichen mixt man einen Teig aus Mehl, Salz und Kürbispüree und schneidet mit der Schere davon kleine Häppchen ab, die man direkt ins kochende Wasser fallen lässt. Wenn der Teig flüssiger gewesen wäre, hätte ich ihn wie Spätzle in den Topf schaben können. 

Weil die kleinen Biester ratzfatz gar sind (wenn sie im Topf oben schwimmen, das war in wenigen Minuten der Fall), habe ich keine aufwändige Sauce gemacht, sondern einfach nur Salbei und Knoblauch in Butter angeschwitzt und die Pasta darin geschwenkt. 


War richtig gut und wird definitiv nochmal gemacht! An der Schnitttechnik arbeite ich übrigens noch :-)

Was hab ich noch auf der Kürbis-to-do-Liste? Eine klassische, amerikanische Pumpkin Pie, definitiv Kürbis-Suppe, eine Hähnchen-Kürbis-Pfanne und ein Curry, denn das geht immer.

In diesem Sinne - genießt den Herbst und ganz viel Kürbis!


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