Hallo Ihr Lieben,
meteorologisch haben wir bereits seit dem 1. September Herbst; kalendarisch wechselt die Jahreszeit erst drei Wochen später. Mir ist aber noch so gar nicht nach fallenden Blättern, Nebel und Heizperiode, und deshalb bestehe ich auf der Bezeichnung Spätsommer und freue mich, dass ich meine Mittagspausen immer noch in der Sonne im Garten verbringen kann.
Nichtsdestotrotz hatte ich letztes Wochenende Möhren und Süßkartoffeln im Kühlschrank, die verarbeitet werden sollten - beides schreit nicht unbedingt Sommer. Möhrensalat ist nicht gerade Hamsters Lieblingsessen, und mit zwei Süßkartoffeln allein ist im Ofen jetzt auch kein großer Staat zu machen. Einen Kuchen backen musste ich aber, schließlich war ja Wochenende, Außerdem gibt es samstags und sonntags bei uns kein Mittagessen, sodass ein bisschen was Süßes am Nachmittag ganz gut rein passt. Also hab ich mich am Samstagmorgen an einem Möhrenkuchen versucht. OK, die Schweizer nennen ihn Rüblitorte und in den USA heißt er Carrot Cake - das klingt beides viel aufregender, ist aber letztendlich doch ähnlich. Wobei in die Rüblitorte - glaube ich - gemahlene Haselnüsse gehören. Die waren in meiner Version optional, und weil bei uns immer mal wieder "Missgeschicke" passieren, etwas Kuchen vom Teller fällt und auf magische Weise von einer Hundeschnauze aufgefangen wird, bevor er auf dem Boden landet, habe ich darauf verzichtet. Denn Nüsse sind für Hunde gesundheitsschädlich, und da will ich kein Risiko eingehen. Aus diesem Grund ist auch Xylit bzw. Birkenzucker aus unserem Haushalt verbannt. Natürlich könnte man trefflich darüber streiten, ob Hunde überhaupt was vom Tisch bekommen sollen. Aber mal ganz ehrlich: Else ist 12 Jahre alt (zum Vergleich: durchschnittliche Lebenserwartung einer englischen Bulldogge 8 bis 10 Jahre), und wenn sie einen so niedlich anbettelt, dann gibt's halt ein Häppchen. Da muss man dann die Kirche auch mal im Dorf lassen, finde ich. Und bevor einer PETRA oder die Bullizei ruft: Unsere Hunde bekommen gutes Hundefutter und sind weder über- noch untergewichtig :-)
Aber ich schweife ab, deshalb hier mal ein Blick in die Rührschüssel: Sieht ein bisschen aus wie Babybrei, ist aber eine Mischung aus Mehl, Zucker, Rapsöl, Backpuler und fein geraspelten Möhren mit einem Hauch Zimt.
Aber ich finde, auf einen Möhrenkuchen gehört ein Guss, deshalb habe ich noch fix etwas Puderzucker mit Limettensaft angerührt und nach dem Abkühlen auf den Kuchen gestrichen.
Und ja, die Version ist vegan, und ich habe ihn extra mal angeschnitten und im Detail fotografiert, damit man sieht, wie fluffig so ein Teig auch ohne Ei werden kann:
Ich musste ihn übrigens einteilen, sonst wäre für Sonntag nichts übrig geblieben...
Geneigte Leser*innen werden sich jetzt fragen, was denn mit den Süßkartoffeln passiert ist. Tja, die wurden zu Corn Chowder! Der eine oder die andere hat vielleicht schon mal vom Amerikanischen Pendant zur französischen Fischsuppe Bouillabaisse gehört, nämlich der Clam Chowder. Bei Corn Chowder handelt es sich ebenfalls um eine Suppe, aber eben nicht mit Muscheln oder Fisch, sondern Mais.
Im Wesentlichen werden Süßkartoffeln in Olivenöl leicht angebraten und dann mit Gemüse- oder Hühnerbrühe weichgekocht. Dazu kommen Maiskörner und eigentlich grüne Bohnen. Hatte ich leider keine, dafür aber Broccoli - passte auch prima. Außerdem verlangte das Rezept nach geräuchertem Paprikapulver, was ich aber blöderweise immer noch nicht besorgt habe. Das gehörte ja damals in den gnadenlos gescheiterten Versuch, eine Leberwurst-Alternative herzustellen, und seitdem habe ich diese Zutat aus meinem Gedächtnis und von meinem Einkaufszettel gestrichen. Anyway, ich hab dann einfach lustig drauflos gewürzt, und ich muss sagen, ein bisschen Curry ist klasse. Theoretisch wird die gesamte Masse püriert und mit (Pflanzen-)Milch abgeschmeckt, aber wenn man einen Hamster hat, der eigentlich Suppen hasst, muss man ein bisschen kreativ werden. Also nur einen Teil püriert und den Rest stückig gelassen, möglichst wenig Flüssigkeit verwendet, damit das Ganze eher nach Eintopf aussieht, und zum Schluss noch ein paar Hähnchenbrustwürfel drüber. Das war dann akzeptabel :-)
Genießt den Spätsommer, Ihr Lieben!!!





Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen