Montag, 2. Dezember 2019

Ein Lichtlein brennt

Kennt Ihr diesen Sketch über die Weihnachtsbeleuchtung in der Reihenhaussiedlung? 

Alles fängt damit an, dass Oma Erna am ersten Advent drei Elektrokerzen auf der Fensterbank installiert und sich an der vorweihnachtlichen Stimmung erfreut. Der Nachbar kontert, indem er ein zehnarmiges dänisches Kerzenset zu je 15 Watt im Küchenfenster aufstellt, und kurze Zeit später registriert man im nächsten Kohlekraftwerk irrtümlich einen Defekt der Strommessgeräte. Ein Ehepaar schließt 96 Halogenleuchten im Garten an, worauf die heimische Vogelwelt irritiert mit dem Nestbau beginnt. Eine halbe Stunde später wirft der hiesige Diskothekenbesitzer ein Laserensemble auf seinem Flachdach an, und die 40 Meter hohe Fassade eines nahen Getreidesilos zerbröselt nach einigen Minuten Dauerfeuer einer Nikolausprojektion. Das Alarmsignal aus Generatorhalle 5 des o.g. Kohlekraftwerks verhallt ungehört wegen einer Weihnachtsfeier. Ein Kriegsveteran zaubert danach mit 190 Flakscheinwerfern, die er heimlich gebunkert hatte, den Stern von Betlehem in die Nacht. Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute irrt verängstigt durch die Siedlung, denn zuvor war eine Boeing 747 mit Ziel Sydney versehentlich in der mit 3.000 bunten Neonröhren gepflasterten Garagenzufahrt der örtlichen Bäckerei gelandet. Eine NASA Raumsonde funkt vom Rande der Milchstraße Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel, und in Houston kann sich das keiner erklären. Das o.g. Kohlekraftwerk läuft mittlerweile jenseits der Belastungsgrenze. In der taghell erleuchteten Siedlung erwacht eine Studentin und freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen und betätigt genau um 23:12 Uhr den Schalter ihrer Kaffeemaschine. 23:12:14 Uhr: Die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises wird von der Explosion des Kohlekraftwerks unterbrochen. Durch die stockfinsteren Dörfer irren verstörte Menschen - Menschen, denen eine Kerze auf dem Adventskranz nicht gereicht hat.

Das treibt mir jedes Mal die Lachtränen in die Augen, aber die Tendenzen sind auch in unserer Siedlung zu erkennen... Deshalb hab ich gestern den Weihnachtsbaum aufgestellt und den Wetterhamster genötigt, zwei Lichterketten an den Fensterrahmen zu befestigen. Wenn er (was ich hoffentlich verhindern kann) auch noch den merkwürdigen Weihnachtsmann, der eine beleuchtete Leiter hochklettert, im Garten installiert, wird Else mit dem "Ich belle alles an, was gestern noch nicht da war" überhaupt nicht mehr fertig! :-)

Dieses Wochenende wurden wir mit einem Paket aus Sachsen bedacht mit echtem Dresdner Christstollen, sodass ich bis Weihnachten wohl nicht mehr backen werde. Soooo lecker! Die Glühweinsaison haben wir auch eröffnet, und am Samstagabend gab es gefüllte Zucchini mit selbstgebackenem Fladenbrot. Von beidem war noch so viel übrig, dass ich die Zucchini und die Füllung kleingeschnippelt hab und als Eintopf am Sonntag nochmal servieren konnte - sehr praktisch!


Und weil ich noch Stöckchen hatte und die Tannenbaum-Ornamente so einsam waren, habe ich noch zwei Herzen genäht und zwei skandinavische Faltsterne gebastelt, und das ist dabei rausgekommen:


In diesem Sinne habt eine schöne erste Adventswoche!




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